Die Horde

SCHNITTBERICHT

Insgesamt fehlen 370,92 Sekunden bei einer Gesamtzahl von 26 Schnitten.
Laufzeit der ungekürzten Fassung ohne Abspann: 1:30.22 Min
Laufzeit der gekürzten Fassung ohne Abspann: 1:24.11 Min
Die Laufzeitangaben stammen von beiden Fassungen nach dem Schema Uncut / Cut.



Nachdem Filme wie „High Tension“, „Inside“, „Frontier(s)“ und „Martyrs“ bei Horrorfans weltweit eingeschlagen haben wie die Bombe sehen viele Horrorfans Frankreich schon als konstanten Produzenten einwandfreier, blutiger Genre-Ware. Dass es nicht immer so sein muss zeigt nun eindrucksvoll der Film Die Horde.


Der Film hat zwei große, den Rest des Films völlig überschattende Probleme:

Logiklöcher en masse:
Logik in einem Zombie-Film ... klingt nach einem Paradoxon, ist auch eines. Allerdings schaffen es gute Zombie-Filme wie George A. Romero’s Werke oder auch der kürzlich veröffentlichte „Zombieland“, für sich ein eigenes Reglement zu schaffen und sich daran zu halten – „Die Horde“ schafft das nicht. Schon recht früh bemerken die Charaktere, dass sich Zombies nur per Kopfschuss eliminieren lassen. Trotzdem wird den ganzen Film hindurch weiter munter Munition in die Körper der Untoten verpulvert. Gegen Ende des Films kämpft René (der alte Mann) gegen eine Horde Zombies in einem engen Gang, schwenkt sein Maschinengewehr allerdings, als würde er ein ganzes Einkaufszentrum mit Blei eindecken wollen. Wenn ihm dann die Munition ausgeht und das zu seinem Tod führt – Mitleid der Zuschauer wird er deswegen nicht bekommen. Denn mit den 2 einfachen Schritten „zielen“ und „(in den Kopf) schießen“ hätte sich das wohl vermeiden lassen.



Null Charaktertiefe:
Dies beginnt bereits damit, dass es zu den einzelnen Charakteren keine Backstory gibt, Hintergründe werden auf „Cop“ und „Gangster“ reduziert und damit soll der Zuschauer zufrieden sein. Auch weist der Film eine scheinbare Aversion gegenüber Namen auf, sodass man selbst gegen Ende des Films von den meisten Charakteren den Namen kein einziges Mal gehört hat. Weiterentwicklung der einzelnen Figuren ist auch so gut wie kaum festzustellen. Dadurch fehlt den Charakteren jegliche Individualität, was mit ihnen passiert ist dem Zuschauer entsprechend egal. Etwaige Schockmomente und Überraschungen verkommen einerseits durch die hektische Kameraführung und die oft dunklen Szenen und andererseits dadurch, dass sich stellenweise nicht einmal klar ausmachen kann, wer sich in prekärer Situation befindet – ein „Cop“, ein „Gangster“, einer der Good Guys oder Bad Guys des Films?
Der Film versucht in dieser Richtung nicht einmal, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Zuerst werden ein paar Charaktere in den Hochhauskomplex geschickt, dann kommen die Zombies, Erklärungen sind unnötig und los geht die Metzelei. Der geneigte Horrorfan wird dieses Konzept wohl gar nicht so schlecht finden, allerdings investiert „Die Horde“ trotz seiner schieren Ignoranz für die handelnden Akteure überraschend viel Zeit in seine Charaktere und in Dialoge, die allerdings mangels Charaktermotivation und –entwicklung auch schlicht dazu gedient haben könnten, den Film auf Spielfilmlänge auszudehnen. Als Zuschauer gewinnt man aus diesen Dialogpassagen rein gar nichts – zumal, wie bereits erwähnt, man nachher immer noch nicht weiß, wer wer ist.



Abgesehen davon ist „Die Horde“ kein schlechter Zombie-Film. Vor allem die Massenszenen gegen Ende können durchaus überzeugen und bieten gelegentlich auch recht blutige Kost. Wer allerdings auch nur ansatzweise auf Charaktere oder eine Story über dem Ausmaß der Rückseite einer Briefmarke wert legt, der ist hier garantiert falsch. Innovationen des Horror- bzw. Zombie-Genres sollte man sich auch auf keinen Fall erwarten.



Die Rechte für den Vertrieb des Films im deutschsprachigen Raum hat sich Kinowelt gesichert. In Deutschland wurde allerdings nur eine geschnittene Fassung veröffentlicht, die gegenüber der ungeschnittenen Version um 6 Minuten Material erleichtert wurden. Dabei bietet der Film viele kurze aber auch einige längere Schnitte, die teils längere Szenenteile entfernen und oftmals ein Fragezeichen auf der Stirn der Zensur-Interessierten hinterlassen dürften. Dass „Die Horde“ ungeschnitten eine Freigabe verweigert wurde ist angesichts einiger Szenen noch fast verständlich, das Ausmaß der Kürzungen erscheint allerdings manchmal übertrieben.

Wer den Film ungeschnitten in deutscher Sprache sehen will muss nicht lange suchen, denn Kinowelt hat in Österreich die Uncut-Version des Films veröffentlicht. Wie bereits die geschnittene Fassung ist auch diese Version sowohl auf DVD als auch auf Blu-ray Disc erhältlich.



Für diesen Schnittbericht wurde die gekürzte DVD von Kinowelt (Keine Jugendfreigabe) mit der ungekürzten DVD von Kinowelt (ungeprüft) verglichen.

19.10
Der Lockvogel wird etwas länger von Kugeln durchsiebt.
4,48 Sec


19.39 / 19.35
Die Leiche ist ein weiteres Mal kurz zu sehen.
2,68 Sec


24.17 / 24.10
Der Zombie beißt dem Mann an der Tür ein Stück Fleisch aus dem Hals
1,04 Sec


24.29 / 24.21
Der Zombie wird wesentlich länger von Unmengen an Kugeln durchsiebt. Einige Treffer sind blutig, andere wiederum unglücklich, da zahlreiche Kugeln auch des Zombies angedachte Hauptmahlzeit treffen.
20,76 Sec


25.24 / 24.55
Einer der Männer geht in Deckung, dann wird der Kopf des Zombies mittels Schrotflinte im Raum verteilt.
6,44 Sec


41.28 / 40.53
Der Kampf gegen die Zombies im Gang wurde stark verkürzt. Nachdem der Mann seine Kontrahenten das erste Mal zu Boden geschleudert hat ist der Kampf in der KJ Version zu Ende. In der Uncut-Version ist die auch in der KJ-Fassung enthaltene Einstellung einen Tick länger. Man sieht dadurch noch, wie einer der Zombies nach dem Mann greift. Dieser verpasst den Zombies einige Schläge und Tritte. Dann packt er sein Messer aus und sticht auf beide Zombies mehrmals ein. Als er beide übereinander liegend auf dem Boden fixiert hat lebt er seine Aggressionen so richtig aus und lässt das Messer oftmals in das Zombiefleisch bohren. Von hinten kommen weitere Zombies angelaufen.
44,64 Sec


42.15 / 40.55
Schnitt aus Anschlussgründen: Ein Zombie schubst den zweiten von sich runter.
0,44 Sec


44.11 / 42.51
Warum auch immer wurde in der Szene, als die Zombie-Frau im Kampf zu Boden geht eine Einstellung entfernt, in der ihr Kopf einen Zwischenstopp auf der Küchenplatte macht.
0,76 Sec


44.19 / 42.57
Rauchen gefährdet die Gesundheit! Kim nimmt, nachdem sie noch ein weiteres Mal auf ihre zombifizierte Kontrahentin eingetreten hat, einen Aschenbecher zur Hand und schlägt ihr diesen gegen den Kopf. Die Zombie-Frau versucht weitere Angriffe, doch Kim kann ausweichen. Dann packt sie die Zombie-Frau, bricht ihr einige Knochen, donnert ihr mehrmals einen schweren Gegenstand (offscreen) gegen den Kopf und wirft zuletzt (hiermit heißen wir die KJ Fassung willkommen zurück im Film) einen Kühlschrank auf sie.
31,44 Sec


1:02.55 / 1:01.02
Man sieht zwar, wie der Zombie mit dem abgetrennten Kopf in der Hand angelaufen kommt und erschossen wird – wie die (im Einfluss von Kokain stehenden) Männer sich allerdings einen kleinen „Spaß“ mit dem Zombie erlauben fehlt aber komplett. Einer der Männer fixiert den Zombie mit seinem Schuh am Boden, der Zombie gibt die für seine Gattung üblichen Laute von sich. Die Männer meinen, der Zombie solle doch deutlicher sprechen, schlagen und treten ihn mehrmals. Dann greift einer nach dem abgetrennten Kopf und meinen, wenn der Zombie die Person doch so lieben würde, könne er ihr gleich „die Zunge reinstecken“. Danach wird der Kopf recht lange neben den Zombie gehalten, die Männer versuchen weiter, die Kreatur zu „ermutigen“, den Kopf zu küssen.
74,2 Sec


1:15.13 / 1:12.36
Ein Zwischenschnitt auf den zum Speiseplan des Zombies gewordenen Bola in der Garage fehlt.
2,84 Sec


1:16.21 / 1:13.11
Nachdem der Zombie nach einigen Schrotladungen aus dem Bild getaumelt ist schreit Adewale in der KJ Fassung bereits neben dem Pfeiler. Es fehlt komplett, wie er weiter Schrot in den Zombie pulvert und ihm dann Schläge und Tritte verpasst. Er zerrt ihn dann in die Höhe und donnert seinen Schädel, während er den Zombie beleidigt und immer wiederholt, dass er Bola getötet hat, gegen den Pfeiler. Nach jeder Kollision des Kopfes mit dem Pfeiler sieht dieser etwas lädierter aus, zwischen den Schlägen beschimpft Adewale den Zombie weiter.
56,76 Sec


1:20.16 / 1:16.10
Der Polizist feuert wesentlich mehr Kugeln in die Zombie-Massen ab und landet auch einige blutige Treffer.
17,36 Sec


1:20.47 / 1:16.23
Auch die nächste Sequenz des Zombie-Dezimierens setzt etwas früher ein.
1,16 Sec


1:20.55 / 1:16.30
Noch blutiger wird das Geschehen, als der Polizist die Machete auspackt. Man sieht in der KJ Fassung noch, wie er einmal zuschlägt, der danach folgende Blutspritzer sowie die weiteren Schläge fehlen allerdings.
6,92 Sec


1:22.01 / 1:17.29
Wieder ist der Polizist mit der Machete zugange.
3,68 Sec


1:22.06 / 1:17.30
Der Polizist arbeitet sich wieder mit der Machete durch die Zombiehorde, was einige Blutspritzer hervorbeschwört. Ein Zombie bekommt die Waffe zuerst in die Schulter geschlagen und dann den Kopf abgetrennt – allzu viel ist davon aber nicht zu erkennen. Dann wird der Polizist von einem Zombie angegriffen und kann diesen überwältigen. Er donnert ihm die Machete in den Schädel.
28,16 Sec


1:24.56 / 1:19.52
Als René die Zombies im engen Gang dezimiert fehlen ein kurzer Teil einer Einstellung, in denen diese von Kugeln durchsiebt werden.
1,28 Sec


1:25.14 / 1:20.09
Kim schießt ein weiteres Mal auf den Zombie und trifft diesen in den Kopf.
0,56 Sec


1:25.17 / 1:20.11
Adewale schießt durch eine Tür und wirft dann seine leere Schrotflinte weg. Komplett entfernt wurde dann der Kampf zwischen Kim und einem Zombie. Sie schlägt ihm mehrmals auf den Kopf und bricht ihm im Anschluss das Genick. Dann ist der leere Gang zu sehen, im Hintergrund sind allerdings schon die herannahenden Zombies zu hören.
16,68 Sec


1:26.09 / 1:20.47
Weitere Zombies strömen durch den Gang und werden von René mit seinem kräftigen Maschinengewehr zerlegt.
3,48 Sec


1:26.16 / 1:20.50
Wieder werden Zombies erledigt, aus Anschlussgründen fehlt auch die Folgeeinstellung.
3,32 Sec


1:26.24 / 1:20.55
Hier folgt in der KJ Fassung in einer sehr dunklen Einstellung ein leichter Bildsprung – diesen entdeckt man allerdings nur bei sehr genauem Hinsehen. Es fehlt an dieser Stelle, wie René weitere Zombies eliminiert.
4,92 Sec


1:26.37 / 1:21.03
Wieder gibt’s einen Mini-Bildsprung, entfernt wurde hier eine sehr kurze Aufnahme in der Zombies zu Boden gehen.
0,52 Sec


1:29.14 / 1:23.39
Adewale schaut länger in Richtung Boden und richtet sich wieder auf. Dann bemerkt er, dass Kim eine Pistole an seinen Kopf hält.
21 Sec


1:29.37 / 1:23.42
Nachdem ein kurzer Teil der Aufnahme von Kim auch in der KJ Fassung enthalten war fehlt komplett, wie sie Adewale erschießt.
In der KJ Fassung sinkt Adewale zu Boden und nach einem kurzen Zwischenschnitt auf Kim ist er tot – es wirkt somit, als wäre er hier an einem Herzinfarkt oder an etwas Vergleichbarem gestorben.
15,4 Sec



Verfasst von Playzocker am 02.06.2010

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super Film :D

geschrieben am 27.04.2011 um 22:14 Uhr #2

Den fand ich streckenweise etwas langweilig. Aber trotzdem nicht übel.

geschrieben am 27.04.2011 um 21:16 Uhr #1

 

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