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Land of the Dead

  • Informationen zum Film
  • Land of the Dead

  • Originaltitel:
    Land of the Dead
    Genre:
    Sci-Fi, Horror
    Produktionsländer:
    Frankreich, USA, Kanada
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    02.09.2005
    Kinostart Deutschland:
    01.09.2005
    Kinostart USA:
    24.06.2005
  • Inhalt
  • Die Untoten haben die Herrschaft über das Land gewonnen. Die Menschen haben sich in eine Stadt zurückgezogen, die durch mehrere Flüsse, elektrische Zäune und militärische Stützpunkte gegen Angriffe der Untoten gesichert ist. Der ebenso findige, wie skrupellose Geschäftsmann Kaufman (Dennis Hopper) hat ein luxuriös eingerichtetes Hochhaus in seinen Besitz gebracht und vermietet die raren Wohnungen in der vermeintlichen Idylle des Konsums zu Wucherpreisen an all jene, die es sich leisten können. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt in den heruntergekommenen Vierteln der stark zerstörten Stadt.

    Cholo (John Leguizamo) träumt ebenfalls von einer Wohnung im "Fiddler's Green" Hochhaus, erledigt er doch für seinen Boß Kaufman immer wieder unangenehme Arbeiten. Sein letzter Einsatz führt ihn und seine Truppe einmal mehr ins "Land der Toten" jenseits der gesicherten Stadt. Mit dem gepanzerten und schwer bewaffneten Hightech Kampfvehikel "Dead Reckoning" wird das Land durchquert. Zunächst werden die Untoten mittels Feuerwerksraketen abgelenkt, dann durchkämmt die Einheit systematisch die verlassenen Geschäfte nach Lebensmitteln, Medikamenten und Alkohol. Bei diesen Einsätzen wird auf die Zombies gefeuert was das Zeug hält. Doch womit niemand gerechnet hat passiert tatsächlich: Die Untoten entwickeln erste Ansätze eines zusammenhängenden Denkens. Sie erkennen die Menschen als Feinde und marschieren ihnen nach, zum Sturm auf die Stadt...
  • Filmkritik
  • Land und Meute -----
    LAND OF THE DEAD ist die mit Spannung erwartete Fortsetzung von George A. Romero's legendärer Zombiefilmserie. Hier ist das, von den Hollywood Studios seit Jahren überstrapazierte Wort "Fortsetzung" ausnahmsweise mal wirklich angebracht. Während andere Filme unter dem Begriff "Fortsetzung" oftmals eine (mehr oder minder) idente Wiederholung althergebrachter Ideen verstehen, ist LAND OF THE DEAD eine Fortsetzung im Sinne einer Weiterentwicklung, einer Innovation und einer Fortführung seiner Geschichte. Romero macht den konsequenten nächsten Schritt und stellt die Zombies erstmals als Wesen dar, die sowohl zu einfachen Gefühlsregungen als auch zu zusammenhängenden Denken in der Lage sind. Obwohl die Intelligenz der Untoten vorerst noch in den Kinderschuhen steckt, erhöht sich dadurch ihr Bedrohungspotenzial ganz enorm. Sie sind in der Lage einfache Schlüsse zu ziehen, sowie Werkzeuge und Schusswaffen einzusetzen. Was bereits mit dem Zombie "Bub" in DAY OF THE DEAD begann, wird in LAND OF THE DEAD konsequent weiterentwickelt. Romero bleibt seinem Ruf als Begründer und Erneuerer des Zombiegenres treu und lässt damit die meisten anderen Zombiefilme der letzten Jahre auf einen Schlag inhaltlich ziemlich schwach und ideenlos erscheinen. Das von ihm selbst verfasste Drehbuch funktioniert am besten über die streckenweise sehr guten Dialoge und über die inhaltliche Ebene. Etwas weniger euphorisch sehe ich die erzählerische Qualität des Stoffes. Hierbei wäre es von Vorteil gewesen, sich an manchen Stellen etwas mehr Zeit zu nehmen und dafür die eine oder andere Actionszene zu opfern. Insgesamt ist LAND OF THE DEAD inhaltlich aber dennoch einer der interessantesten Zombiefilme der letzten Jahre geworden.

    Society post mortem -----
    Genauso wie seine Vorgänger, geizt LAND OF THE DEAD nicht mit (im wahrsten Sinne des Wortes) bissiger Gesellschaftskritik. Das kapitalistische Konsumsystem und alles was dazu gehört ist zwar längst zusammengebrochen, wird aber durch Kaufman (Dennis Hopper) reaktiviert, neu aufgebaut und fortgeführt als wäre nichts gewesen. Die Reichen der Stadt sitzen im luxuriösen Hochhaus und geniessen alle Vorzüge eines geregelten Consumer-Lebens. Wen kümmert's denn schon, dass sich vor den Toren der Stadt die Untoten scharen, solange die Restaurants und Shops im "Fiddler's Green" geöffnet haben? Die postapokalyptische Gesellschaft hat nichts dazugelernt, die Trennung der verschiedenen sozialen Schichten ist strikt und durchgängig. Während die Oberschicht in ihrer heilen Welt lebt, lebt die Unterschicht in den schwer zerstörten Slums der Stadt. Am unteresten Ende der gesellschaftlichen Klassen stehen die Untoten als Sinnbild für die unterdrückte Masse. Die Revolution gegen Kaufman's Machtsystem lässt nicht lange auf sich warten und erfolgt zweigleisig. Während der in Ungnade gefallene Cholo die "Dead Reckoning" klaut und mit den darauf montierten Raketenwerfern das "Fiddler's Green" angreifen will, rotten sich die Untoten vor den Toren der Stadt zusammen und blasen zum Angriff. "Eat the rich" ist die Devise und als die Zombies am Ende in das Hochhaus eindringen, illustriert Romero den finalen Klassenkampf mit drastischen, blutroten Bildern. Die unverhohlene Ironie des Films liegt darin, dass die unterprivilegierten Menschen gemeinsam (!) mit den Zombies das Gesellschaftssystem angreifen und es damit ultimativ in den Untergang stürzen. Als am Ende des Films die Untoten neben der "Dead Reckoning" vorbeiziehen, nimmt die Crew die Finger vom Abzug der mächtigen Maschinengewehre. Leben und leben lassen... erstmalig überhaupt ein klares Zeichen der Akzeptanz gegenüber der anderen Spezies. Dr. Logan aus DAY OF THE DEAD wäre stolz auf euch gewesen. Die Reise ist zu Ende, das Morgen beginnt jetzt!

    Deep Red -----
    Mit LAND OF THE DEAD beschreitet Romero nicht nur inhaltlich neue Wege, auch formal unterscheidet sich der Film deutlich von seinen Vorgängern. Die grandiosen Titlecredits, die Montagetechnik und die temporeiche Erzählweise weisen LAND OF THE DEAD als Film seiner Zeit aus. Stilistisch liegt er damit dem DAWN OF THE DEAD Remake (2004) deutlich näher, als seinen eigenen Vorgängern. Der Film ist actionreich und manchmal in seinen Figuren leider etwas oberflächlich. Wobei sich allerdings zur Freude der Splatterfans nichts geändert hat, ist beim Blutgehalt. LAND OF THE DEAD ist mit großen Abstand die blutigste "R-rated" Version eines Films seit Jahren! Im direkten Vergleich erscheint selbst die "unrated" Version von DAWN OF THE DEAD (2004) ziemlich blutleerer. Obwohl die Kinofassung von LAND OF THE DEAD gekürzt ist, finden sich unzählige, spektakuläre Splatter- und Goreszenen darin, welche von K.N.B. allesamt sehr explizit und gekonnt in Szene gesetzt wurden. Es ist daher mit Sicherheit davon auszugehen, dass die bereits auf Dvd angekündigte "unrated" Version den früheren Filmen aus Romero's Zombiereihe in Punkto Splatter in nichts nachstehen wird! Ein sehr wichtiger Blutsturz für ein Genre, dass durch viele blutleere Filme à la RESIDENT EVIL schon längst nicht mehr an die Highlights der "wilden" 70er und 80er Jahre anknüpfen konnte. Obwohl LAND OF THE DEAD durchaus viele positive Seiten hat, finden sich auch einige störende Elemente im Film. Das Casting der Schauspieler kann nicht gerade als der große Wurf angesehen werden. Dennis Hopper und Asia Argento sind zwar ganz passabel, der Rest der Hauptdarsteller bleibt aber leider ziemlich farblos und wird selbst durch die Leistungen einiger Laiendarsteller in NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968) mühelos übertroffen. Weiters ist LAND OF THE DEAD nicht wirklich sehr spannend, zu viele Actionszenen und Shoot-Outs verhindern den Aufbau einer bedrückenden Angst-Atmosphäre, die im Ansatz durchaus vorhanden wäre. Dafür wartet LAND OF THE DEAD mit einer Vielzahl an Schockeffekten auf, die zum Teil sehr effektiv inszeniert sind und oftmals überraschen können. In Summe betrachtet kann Romero's Film, trotz einiger Schwächen, aber weitgehend die hoch gesteckten Erwartungen erfüllen. Die Qualität der ersten drei Teile kann LAND OF THE DEAD zwar nicht erreichen, er platziert sich aber andererseits doch ganz deutlich vor den Remakes. Dazu tragen primär seine inhaltlichen Stärken, sowie seine expliziten Splatterszenen bei. Eines ist nach Ansicht von LAND OF THE DEAD jedenfalls klar: George A. Romero ist immer noch die unangefochtene Nummer 1 im Zombiegenre!
  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    1,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
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Userkritiken

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Intelligente Zombies? Bitte!
Ich 'liebe' dieses Genre und Romeros Klassiker, 'Land of the Dead' kommt da aber bei weitem nicht ran.
Netter 'Snack' für zwischendurch, mehr aber auch leider nicht.

5/10

geschrieben am 22.08.2012 um 11:09

Ordentliches Zombiegemetzel und auch mit guter Starbesetzung: Dennis Hopper, Asia Argento usw.
Nichts mehr mit "dummen" Zombies, diesesmal sind sie lernfähig und dadurch wesentlich bedrohlicher.
Was auch gefällt ist die Grundstimmung im Film, all...

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geschrieben am 14.07.2012 um 21:42
Bewertung: 10/10 Punkte

Inhalt: Eine Armee der Untoten beherrscht die Welt und die letzten Überlebenden haben sich hinter den Mauern einer zerstörten Stadt verschanzt. Doch auch in der letzten Bastion der Menschheit herrscht Unruhe: Revolution liegt in der Luft, Straßenk...

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geschrieben am 04.11.2011 um 15:47

Mit LAND OF THE DEAD wagt sich George A. Romero, der die berüchtigte ...OF THE DEAD-Reihe, die bereits Kultstatus erreicht hat, ins Leben gerufen hat, ein weiteres Mal an die Regie eines Zombiefilms. Mit dem 2005 produzierten Streifen erschuf er ein...

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geschrieben am 17.08.2011 um 10:16

Sie wandeln wieder die Untoten, die Zombies oder auch „Walker“ oder „Stinker“ genannt.
Nach mehr als 20 Jahren gibt es endlich einen neuen Zombie Film von George A. Romero.
Nachdem letztes Jahr das Dawn of the Dead Remake im Kino lief, welc...

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geschrieben am 02.08.2011 um 19:56

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ø Wertung: 7,8/10 | Wertungen: 36 | Kritiken: 5