Tag der Teufel

  • Informationen zum Film
  • Tag der Teufel

  • Originaltitel:
    Day of the Devils
    Genre:
    Krimi, Thriller
    Produktionsland:
    Österreich
    Produktionsjahr:
    2007
    Kinostart Österreich:
    20.11.2008
    Kinostart Deutschland:
    20.11.2008
    Verleiher Österreich:
    Tigerline Filmproduktion
    Verleiher Deutschland:
    Tigerline Filmproduktion
  • Inhalt
  • Vor mehreren Jahren starb Cole Blacks schwangere Freundin durch einen Unfall während des alljährlichen Perchtenlaufes. Damals wurde ihm die Schuld für den Tod des Mädchens in die Schuhe geschoben, und er musste – für ein Verbrechen, dass er gar nicht begangen hatte – für mehrere Jahre in eine geschlossene Anstalt.
    Fünf Jahre später kann er entkommen und getrieben von Rachsucht kehrt er zurück in die Stadt, deren Bewohner ihn einst verrieten. Pünktlich zum Perchtenlauf. Die Einzige, die sich ihm in den Weg zu stellen versucht, ist die junge Reporterin Penelope Beyer…
  • Filmkritik
  • Denkt man an die deutsche Low-Budget Horrorszene, fallen einem sofort einige berühmte Namen ein: Olaf Ittenbach, Timo Rose, Andreas Schnaas oder Andreas Bethmann kennt man inzwischen, viele von ihnen haben es sogar geschafft, ihre Filme international zu vermarkten. Doch wenn man sich im Gegensatz dazu die österreichische Horrorszene vornimmt, fallen bekanntere Namen nicht mehr so schnell. Das soll sich von nun an ändern.

    Vor wenigen Jahren gegründet, konzentriert sich das Studio „Tigerline Filmproduktion“ auf den Bereich Low-Budget Filme und produzierte im Laufe der Jahre schon mehrere abendfüllende Spielfilme.
    Darunter auch „Tag der Teufel“, dessen Name – ein Schelm, wer Böses dabei denkt – an den berühmten Genrebeitrag von Sam Raimi erinnert: „Tanz der Teufel“. Doch dies ist nicht die einzige filmische Verbeugung vor den ganz großen Klassikern des modernen Horrorfilmes, denn auch der Inhalt von „Tag der Teufel“ erinnert stark an einen der ersten amerikanischen Slasher: „Halloween – Die Nacht des Grauens“.
    Lediglich das Mordmotiv wurde abgewandelt; da wo Michael Myers noch seine Schwester tötete und für diesen Mord in die Psychiatrie wanderte, wird hier die Freundin des späteren Mörders durch einen unglücklichen Zufall getötet und er des Mordes bezichtigt. Erst mit dem Ausbruch aus der Anstalt wird er selber zum brutalen Mörder.

    Wenn ein Low-Budget Film sich solch einem Klassiker annähert, kann das gewaltig schief gehen und erst kürzlich bewies Rob Zombie, dass selbst ein geübter Regisseur, nicht immer den richtigen Ton trifft.
    Doch überraschenderweise funktioniert „Tag der Teufel“ überaus gut. Die „Vorhersehbarkeit“ der Handlung (obgleich auch hier die Frage erlaubt sein sollte, welcher Slasher der letzten zwanzig Jahre nicht irgendwie vorhersehbar war) wird geschickt durch das Metier kaschiert, in welchem der Film spielt. Zuerst ist es natürlich etwas ungewöhnlich, ja sogar befremdlich, wenn man eine Art Michael Myers auf dem Perchtenlauf morden sieht. Doch man kann sich schnell daran gewöhnen und dann kann das Setting seinen Vorzug – Lokalkolorit – voll ausspielen. Leider verzichteten die Macher darauf, den Darstellern auch deutsche, bzw. österreichische Namen zu geben und verspielen so etwas an Charme, wenn man Charaktere sieht, die mit dem schmucken Namen „Andrew Anderson“ ausgestattet sind. Hier hätte man – wenn schon der Perchtenlauf als Setting verwendet wird – auch konsequent bleiben sollen. Dennoch, die Idee, einen Slasher in dieser Umgebung anzusiedeln, kann als gelungen bezeichnet werden – und ist dazu noch recht originell. Originär ja sowieso und deswegen gleicht der Hintergrund des Perchtenlaufs die vorhersehbare Handlung auch spielend aus.

    Sowieso vermeidet es „Tag der Teufel“ allzu langweilig oder langatmig zu sein – ein Problem vieler Amateurproduktionen, die – aufgrund des geringen Budgets – allzu oft der Versuchung erliegen, Dialogszenen aufzublasen und so das Tempo der eigentlichen Handlung ausbremsen. Das ist hier anders; recht zügig kommt der Film in Fahrt und kann sein relativ hohes Tempo bis zum Schluss durchhalten. Dazu schafft es „Tag der Teufel“ ein ums andere Mal den Zuschauer positiv zu überraschen. Sei es, mit einem interessanten Nebenplot, oder mit einer visuell schön umgesetzten Szene, die man dem Film so nicht zugetraut hätte.
    Hinzu kommt noch die wirklich gute Musikuntermalung des Filmes, die das Geschehen in düsteren Klängen hervorragend untermalt.

    Natürlich gibt es auch Kritik: So sind die Schauspieler leider nicht immer ganz treffend gewählt worden und spielen zum Teil zu sehr oder zu wenig auf. „Overacting“ trifft da auf „Böse-Gucken-und-in-der-Gegen-stehen“. Hier merkt man am deutlichsten die Low-Budget-Herkunft. Und auch die einzelnen Locations wirken mitunter, als hätte man bei einem Freund in der Wohnung, bzw. Garage gedreht. Dafür hat man aber gute Außenaufnahmen der Stadt und auch die Büros und anderen „offiziellen“ Sets gut ausgestattet. Insgesamt aber gibt es nicht viel zu meckern, da Regisseur und Crew sorgfältig und effizient gearbeitet haben, um aus dem Film (und dem Budget) so viel rauszuholen, wie nur möglich ist.

    Die einzige Warnung, die man wirklich aussprechen sollte, richtet sich dann auch eher an die „Splatter-“ denn „Low-Budget-Fans“. Denn wer sich ein Blutbad, ähnlich eines „Black Past“ oder „The Burning Moon“ erhofft, wird enttäuscht werden. Ein Messer, etwas Blut und das war es auch in den meisten Fällen. Gerade einmal eine Mordszene ist da anders, und in der wird das Opfer mit allem bearbeitet, was die heimische Werkbank so hergibt. Trotzdem legt der Film mehr Wert auf Spannung und Atmosphäre, als auf grobe Metzeleien.

    Fazit:
    Michael Myers trifft auf den Perchtenlauf. Die Nacht des Grauens geht weiter - nach "In 3 Tagen bist zu Tot" der nächste spannungsgeladene Genrebeitrag aus Österreich. Solange man nicht einen absoluten Hass gegen Amateur- oder Low-Budget-Filme hat, sollte man einen Blick riskieren. Dass die Handlung sehr an „Halloween“ angelehnt ist und sowohl Darsteller, wie auch Sets natürlich längst nicht an Hollywood Produktionen herankommen, gleicht der Film mit einem originellen Hintergrund, spannender Atmosphäre und einem gelungenen Soundtrack wieder aus.
  • Wertungen
  • Story
    2,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    0,5
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    2,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Bestellen bei:
    Jetzt auf Amazon bestellen

Komentare (0)

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

 

Weitere Diskussionen zu diesem und vielen anderen Themen findest du im Forum von DVD-Forum.at.

Rechtliche Hinweise:
Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Ansichten der User wieder, von denen sie gepostet wurden. Diese müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion von DVD-Forum.at sowie deren Partnern decken. Wir behalten uns vor, Kommentare die gegen unsere Nutzungsbedingungen oder gegen straf- oder zivilrechtliche Normen verstoßen bzw. dem Ansehen von DVD-Forum.at schaden können auch ohne Angabe von Gründen zu löschen. Gegen diese Schritte können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Bei wiederholten Verstößen ist mit einem Ausschluss aus unserer Community zu rechnen, weiters behält sich DVD-Forum.at bei schwerwiegenden Verstößen wie strafrechtlich relevanten Tatbeständen vor Anzeige zu erstatten und/oder Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Userkritiken

Userkritiken

Um eine Kritik auf DVD-Forum.at abzugeben musst du angemeldet sein.

Cover

Cover

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 5/10 | Wertungen: 1 | Kritiken: 0

Weitere Trailer