NBA 2K21 [PlayStation4]

An Glanz verloren…

Die „NBA 2K“-Reihe kann sich auf die Fahne schreiben, dass man durch die hohe Qualität der Reihe Sportspiel-Primus Electronic Arts vom Thron der Basketball-Simulationen gestossen hat. Zwar hat die Konkurrenz aus Kanada immer wieder mal einen Angriff gestartet, ist aber immer kläglich gescheitert.

Doch auch bei „NBA 2K“ ist vieles nicht mehr so toll wie es noch vor ein paar Jahren war. Sicherlich hat die Reihe durch den Generationswechsel auf PlayStation4 und Co. noch einmal eine deutliche Schippe in Sachen Bombast-Optik draufgelegt, aber vor allem inhaltlich musste sich Entwickler Visual Concepts und Publisher 2K einiges an Kritik gefallen lassen. Während man den Umgang mit der virtuellen Währung im Spiel schon seit einigen Jahren kritisieren kann, bekam „NBA 2K20“ letztes Jahr häufig den Spitznamen Las Vegas-Simulator.

Mit „NBA 2K21“ erschien kürzlich nun die neueste Version für die aktuelle Konsolengeneration. Wir haben die PlayStation4-Fassung mal genauer unter die Lupe genommen und verraten, was euch in dem Spiel erwartet.

Ein besonderes Vermächtnis

Wie in jedem Jahr gibt es auch in „NBA 2K21“ wieder einen ausführlichen Story-Modus, der euch zumindest in den ersten Monaten eurer Karriere mit einer Rahmenhandlung begleitet. So schlüpft ihr in die Rolle von Junior, der eigentlich als Footballspieler durchstarten wollte, aber auch in Sachen Basketball nicht untalentiert ist. Einer der Gründe hierfür ist sein verstorbener Vater, der ein ziemlich großes Basketball-Talent war, dem aber eine einzige Entscheidung in einem Spiel seine Karriere gekostet hat.

Wir begleiten Junior nun bei seinen ersten Schritten in der Highschool und dem College. Treffen mit ihm alte Weggefährten seines Vaters und werden im Idealfall von einem richtig guten NBA-Team gedraftet und können somit eine vielversprechende Karriere starten.

 

 

Sportspiel-Einerlei

Neben der Kampagne – später dazu mehr – gibt es in „NBA 2K21“ noch die üblichen Modi, wie man sie auch aus den vergangenen Jahren kennt. Neben einem Freundschaftsspiel mit Teams der NBA und WNBA, könnt ihr euch auch im Blacktop-Modus im Streetball messen oder im Training noch einmal mit den Besonderheiten der Steuerung vertraut machen.

Neben einem normalen Liga-Modus, in dem ihr auch die Geschicke eines Teammanagers übernehmen könnt und euch somit auch um Sachen wie Finanzen kümmern müsst, sind aber „Meine Karriere“ und „Mein Team“ sicherlich die meistgespielten Modi in „NBA 2K21“. „Mein Team“ ist dabei das Äquivalent zu EAs „FIFA Ultimate Team“ und lässt euch mit Kartenpacks eigene Teams erstellen, die dann möglichst gut aufgestellt werden müssen.

Aber auch hier gilt das Glücksprinzip und 2K verzichtet auch dieses Jahr nicht auf seine umstrittenen Pay-to-win-Methoden. 

Weiterhin gibt es auch wieder zahlreiche Onlinefunktionen, so kann ein Großteil der Modi auch mit Freunden über das Internet gespielt werden.

 

 

Besser und besser werden

Aber kommen wir nochmal zurück zum regulären Karrieremodus. Nachdem wir also mit Junior einige Highschool-Partien absolviert haben, entscheidet ein Auswahl-Spiel über die möglichen Colleges, die euch ein Stipendium anbieten. Aber auch dort erwarten euch nur ein paar Partien bis dann der NBA-Draft ansteht. Zwischendrin lernt ihr ein nettes Mädchen kennen, trefft auf einen alten Freund eures Vaters, der euch mit Ratschlägen zur Seite stehen will und pflegt eure Freundschaft zu euren Teamkameraden, vor allem Red.

In den Partien selber gibt es wieder die bekannten Bewertungen nach dem US-amerikanischen Notensystem. Durch gute Aktionen, die ein Stück weit natürlich auch von eurer gewählten Position abhängen, treibt ihr dieses in die Höhe. Dumme Aktionen wie schlechte Abwehr oder ein Fehlpass, der zum Punkt für den Gegner führt, bedeuten natürlich Abzüge in der Gesamtnote. Am Ende gibt es dann die virtuelle Währung VC, die ihr sowohl für das Aufleveln eurer Figur benötigt, aber auch für den Kauf neuer Klamotten einsetzen könnt. Hierfür steht vor allem das Viertel zur Verfügung, in dem ihr euch dem digitalen Kaufrausch hingeben oder mit anderen Usern auf der Straße ein paar Körbe werfen könnt. 

Gelegentlich dürft ihr im Rahmen der Story aus ein paar Dialogoptionen beziehungsweise Handlungen auswählen, die sich aber meist nur kurzfristig auf den weiteren Verlauf des Spiels auswirken.

Irgendwie hat sich nix verändert…

Während sich also inhaltlich abseits der neuen Wurfmethode mit dem rechten Stick schon nicht viel verändert hat, kann man selbiges auch von der Grafik behaupten. Irgendwie scheint man hier vor einigen Jahren stehen geblieben zu sein. Das sollte man jetzt nicht falsch verstehen, denn die Grafik war schon immer ein großer Pluspunkt der Serie und hat das Geschehen teilweise sehr realistisch abgebildet, aber sie hat sich kaum noch verändert und ärgert mit den gleichen Fehlern wie in den vergangenen Jahren.

Am meisten merkt man dies bei den Charaktermodellen, vor allem bei deren Körperhaltung. Viele der Figuren haben irgendwie eine ungesunde Anatomie und wirken leicht nach vorne gebeugt. Zwar erkennt man die vielen Stars der NBA und auch die Schauspieler wie Jesse Williams sehr gut und auf den ersten Blick, aber diese wirken häufig zu künstlich. Uncanny Valley lässt grüßen!

Ansonsten läuft das Spielgeschehen aber sehr flüssig und rund ab. Auch die akustische Untermalung ist mal wieder sensationell. Das beginnt bei den englischsprachigen Kommentatoren, die auf aktuelle Geschehnisse eingehen und endet bei dem sensationellen Soundtrack mit seinem Schwerpunkt auf tollen Hip Hop-Tunes. 

Größte Kritik am Spiel ist aber sicherlich die KI der Mitspieler. Vor allem in „Meine Karriere“ nervte die Passfaulheit einiger Kollegen immens. So dribbeln diese gerne an der Drei-Punkte-Linie herum und lassen die Zeit herunterlaufen nur um dann in letzter Sekunde einen Pass zu spielen. Und somit musste dann oft aus saublöden Positionen heraus geworfen werden.

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
3.5

FAZIT: Stillstand

Viele Jahre lang konnte man 2K für seine „NBA 2K“-Spiele loben. Vor allem die realistische Abbildung des Basketball-Sports und die für das Genre recht tollen Story-Modi waren eigentlich immer ein Highlight der jährlichen Sportspiel-Updates. Doch „NBA 2K21“ ist im Grunde nur das, was man „FIFA“ und Co. seit Jahren vorwirft: ein Kader-Upgrade. Und das auch nur theoretisch, denn die alte NBA-Saison ist noch nicht einmal beendet und somit fehlen die richtigen Aktualisierungen noch.

Ja, man hat mit der neuen Wurfmechanik über den rechten Stick was spielerisch Neues gemacht, aber sonst regiert der Stillstand. Die Geschichte des Karriere-Modus’ wirkt anfangs interessant, verliert sich aber mit der Zeit in belanglosen Dialogen, unspannenden Entscheidungen und ärgerlichen KI-Aussetzern, die sich auf das Spielgeschehen und somit auch auf die eigene Spielerbewertung auswirken.

Stichwort „Spielerbewertung“: mal wieder hat man hier häufig das Gefühl das König Zufall regiert. Vor allem bei Abzügen in der Spielernote wirkten einige Entscheidungen fragwürdig. So wurde man für das Punkten eines Gegenspielers bestraft, obwohl man einem anderen zugewiesen war. 

Spielerisch ist „NBA 2K21“ immer noch ohne Zweifel erhaben und macht im Großen und Ganzen wirklich Spaß. Auch das Drumherum wie die Präsentation oder die musikalische Untermalung sind echt gelungen, da verzeiht man dann auch den Stillstand in Sachen Optik. Eventuell werden ja die Next Gen-Fassungen rundum erneuert, spätestens zu „NBA 2K22“ sollte es dann aber optisch schon mal etwas frischer zugehen. Und bitte überdenkt die Mikrotransaktionen, 2K! 

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Über Christian Suessmeier 363 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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