Psychonauts 2 [Xbox Series S – Review]

Vom Point and Click-Experten zum Alleskönner

Tim Schafer war bei LucasArts federführend bei einigen Klassikern wie „The Secret of Monkey Island“ oder „Day of the Tentacle“, verließ das Studio dann aber im Jahr 2000 um Double Fine Productions zu gründen.

Und mit diesem lieferte er in den letzten Jahrzehnten richtig ab. Egal ob Metal-Hommage in „Brütal Legend“, das Kickstarter-Projekt „Broken Age“ oder einige Remaster seiner früheren Point and Click-Klassiker, meist kam was ganz ordentliches dabei heraus. Kein anderes Spiel stand aber so für Double Fine wie deren Erstling „Psychonauts“ und umso größer war die Freude unter den Fans als endlich ein Nachfolger angekündigt wurde.  

Mittlerweile gehört Tim Schafers Studio zu Microsoft, dennoch kann man „Psychonauts 2“ auch noch auf der PlayStation spielen. Wir haben uns die Xbox Series S-Version einmal genauer angeschaut und verraten euch, was ihr hier für einen Mindfuck erwarten könnt.

Psychoooo

Ihr schlüpft in „Psychonauts 2“ erneut in die Rolle von Raz, der sich den Psychonauten rund um Sasha Nein & Co. angeschlossen hat. Quasi im Anschluss an die Handlung von Teil 1 befindet ihr euch nun im Kopf von Doktor Loboto und versucht herauszufinden, wer ihm bei seinem perfiden Plan geholfen hat. Unglücklicherweise kann sich Loboto aber den Versuchen der Psychic Six entziehen, dennoch hat Raz eine Vision von einer mysteriösen Frau. 

Diese stellt sich als Maligula heraus, die wohl auch für die Zerstörung von Raz’ Heimat verantwortlich gemacht wird, aber eigentlich als tot gilt. Wieder im Hauptquartier angekommen, würde Raz seinen Kolleg*innen gerne bei der Aufklärung des Falls helfen, wird jedoch erst einmal als Praktikant in die Poststelle verfrachtet. 

Als wäre das schon alles nicht schlimm genug, wird er auch von seinen vermeintlichen Mitschüler*innen nicht sonderlich ernst genommen, außerdem sträubt sich seine Chefin ihn bei den Ermittlungen zu Maligula miteinzubeziehen. Doch Raz ist ja glücklicherweise psychisch begabt…

 

 

Spielereien mit dem Geist

Bei „Psychonauts 2“ handelt es sich im Grunde um einen 3D-Plattformer wie man sie schon so häufig gesehen hat. Doch dank seiner Begabung kann Raz allerlei Psy-Kräfte einsetzen und lernt nach und nach Neue hinzu und diese zu verbessern. So könnt ihr Gegenstände greifen und werfen, mit einem Feuerangriff Feinde attackieren oder die Zeit verlangsamen. Für einige neue Gameplay-Kniffe sorgt außerdem die Fertigkeit Mentale Verbindung, durch die ihr euch nicht nur schneller durch die Level bewegen könnt, sondern Charaktere beziehungsweise deren Denkweise manipuliert.  

Die spielerische Abwechslung steht definitiv im Mittelpunkt und neben Kämpfen und Sprungpassagen werden auch immer wieder neue Spielereien eingebracht. In einem der Level übernehmt ihr zum Beispiel die Rolle einer anderen Figur, um ein Wettrennen zu gewinnen und Raz so ein Vermögen zu beschaffen. Auch die Level und die Bosskämpfe stehen dieser Vielfalt in nichts nach und sorgen so für immer wieder neue Anreize beim Spielen.

Schöner Stil

„Psychonauts 2“ hat einen ganz besonderen, eigenen Grafikstil und zieht diesen von Anfang bis Ende voll durch. Und der kann sich wirklich sehen lassen! Die Figuren sind toll animiert und wurden mit vielen Details versehen, das gleiche kann man von der Spielwelt sagen. Diese ist so phantasievoll und abwechslungsreich, das es einem die reinste Freude macht in den verschiedenen Köpfen herumzuschwirren und allerlei Skurrilitäten zu entdecken. 

Neben der Vertonung der Figuren ist auch die musikalische Untermalung absolut gelungen und gefällt mit einigen tollen Melodien und Sounds. Das passt alles herrlich zu dem abgefahrenen Setting von „Psychonauts 2“.  

Auf der Xbox Series S läuft Raz’ Abenteuer flüssig und frei von Macken. Auch die Steuerung weiß zu überzeugen und ist – wenn man sich mal an die Belegung der verschiedenen Psy-Kräfte gewohnt hat – sehr gut beherrschbar.

 

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
4

FAZIT: Kleiner Überraschungs-Hit

„Psychonauts 2“ ist wirklich eine kleine Sensation und steht dem hoch bewerteten Erstling in nichts nach. Freunde des ersten Teils von 2005 werden sich auch sicherlich gleich wieder Zuhause fühlen.

Double Fines neuestes Werk begeistert in so vielen Bereichen. Neben der stylischen Optik und Inszenierung und dem großen Abwechslungsreichtum in Sachen Gameplay, ist auch der respektvolle Umgang mit dem Thema psychische Erkrankung hervorzuheben. Trotz aller Gags und Witzeleien wird es hier nie pietätlos. Das muss man auch erstmal schaffen…

Alles in allem kann man an „Psychonauts 2“ nicht viel aussetzen. Klar, die Grafik wirkt etwas altbacken, aber im Gesamteindruck stimmig. Was hin und wieder ganz schön genervt hat, waren einige der Bosskämpfe. Dies aber nicht aufgrund des Schwierigkeitsgrades, sondern eher wegen oft unklarer Anweisungen. Schon beim ersten Boss war erst mal viel Herumprobieren nötig und das kostete einige Leben.

 

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Über Christian Suessmeier 1570 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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