Halloween 5 - Die Rache des Michael Myers

  • Informationen zum Film
  • Halloween 5 - Die Rache des Michael Myers

  • Originaltitel:
    Halloween 5
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1989
    Kinostart Deutschland:
    11.07.1991
    Kinostart USA:
    13.10.1989
  • Inhalt
  • Das Grauen ist nicht aufzuhalten. Kurz vor Halloween wird die kleine Jamie, Michael Myers` letzte lebende Verwandte, erneut von schlimmen Alpträumen und epileptischen Anfällen gequält. Sie spürt, dass er zurückgekehrt ist, um seinen Rachefeldzug zu beenden. Auf der Suche nach Jamie tötet er viele ihrer Freunde. Der unnachgiebige Dr. Loomis stellt Myers eine Falle und benutzt dabei Jamie als Lockvogel…
  • Filmkritik
  • Nachdem der Vorgänger „Halloween 4 – Michael Myers kehrt zurück“ bei nur fünf Millionen Produktionskosten über 17 Millionen Dollar an den Kinokassen einfahren konnte, war für Produzent Moustapha Akkad wohl sehr schnell klar, dass man den Mann mit der weißen, ausdruckslosen Maske ein weiteres Mal in die Kinos zurückbringen würde. Innerhalb nur eines Jahres entstand dann der fünfte Teil; diesesmal allerdings nicht mehr unter der Regie von Dwight H. Little, sondern unter der Führung von Dominique Othenin-Girard, der auch am Drehbuch beteiligt war. Doch wurde „Die Rache des Michael Myers“ nicht der erhoffte Erfolg, spielte gerade einmal 11,6 Millionen Dollar ein und ist somit bis heute der erfolgloseste Teil der gesamten Reihe. Kritiker und Fans waren enttäuscht und blieben den Kinosälen fern. Es dauerte diesesmal ganze sechs Jahre, bis man Michael Myers wieder reaktivierte – mit nur bescheidenem Erfolg.

    Und tatsächlich, wenn man Teil 4 und 5 direkt miteinander vergleicht (was nahe liegend ist, da sich „Halloween 5“ direkt auf seinen Vorgänger bezieht und sogar am Anfang das Finale des vierten Teiles (leicht verändert) noch einmal präsentiert), dann fällt auf, dass „Halloween 5“ wesentlich schlechter ist, als der noch sehr gelungene vierte Teil.
    Die qualitativen Unterschiede lassen sich vor allem am Drehbuch festmachen, das einige elementare Fehler macht und dem Filmgenuss damit enorm im Wege steht:

    Zunächst einmal fällt die völlig veränderte Charakteristika der handelnden Figuren auf – allen voran Dr. Loomis. Dieser war immer einer der „Guten“, Retter der Hilflosen und moralischer Halt. Ein Kämpfer gegen das Böse. Doch was wird nun aus ihm? Ein fast fanatischer Mann, der nicht einmal davor zurückschreckt, Jamie in Gefahr zu bringen und sie in einer Szene gar körperlich bedroht (!). Das ist nicht der Mann, den wir noch in Teil 4 kennen gelernt haben. Ebenso verhält es sich mit der Figur des Sheriffs von Haddonfield. War er im Vorgänger noch ein einsichtiger, verständiger Mann, der Dr. Loomis auch sofort geglaubt hat, dass man sich auf die Jagd nach Myers machen muss, so ist er auch hier das komplette Gegenteil: Mürrisch und ungläubig – und gerade das macht stutzig, denn erst ein Jahr vorher musste er Myers` Wüten noch am eigenen Leib miterleben und schon zwölf Monate später schrecken ihn die Warnungen von Loomis überhaupt nicht mehr … obwohl der Serienmörder sogar seine Tochter tötete. Klingt komisch, ist aber so.

    Ein weiterer großer Fehler der Geschichte ist es, die aus Teil 4 noch bekannte Rachel nach zwanzig Minuten von Myers töten zu lassen. Natürlich unterstreicht das die Gefährlichkeit von Michael Myers, vor dem niemand wirklich sicher ist – aber Rachel war eine sehr sympathische Figur. Und die neuen „Helden“ des Filmes sind allesamt genau die Klischees, die in Teil 4 noch tunlichst vermieden wurden. Das sind keine neuen Identifikationsfiguren, sondern ein Haufen Knallchargen. Es passiert genau das, was bei einem Horror-Thriller nicht passieren sollte: Man hofft regelrecht, dass Myers auftaucht und ein Ende mit dem Grauen auf der Leinwand macht – den Zuschauer endlich von den ungeliebten Figuren erlöst.

    Schließlich taucht auch noch ein mysteriöser Schwarzer Mann in der Handlung auf, der am Ende des Filmes Myers entscheidend hilft. Doch was soll diese Figur? Die Drehbuchautoren vermieden es (bewusst?) diesen Charakter zu erklären und so bleibt man als Zuschauer relativ ratlos zurück.

    Nachdem das Drehbuch alle sympathischen Figuren entweder aus der Handlung schmiss (siehe Rachel) oder ihre Eigenschaften ins Negative veränderte (siehe den neuen „fanatischen“ Dr. Loomis und den neuen „mürrischen und ungläubigen“ Sheriff) und stattdessen irgendwelche unerklärlichen Personen einführt (der Schwarze Mann) und neue Helden aufbaut, denen man sofort den Tod wünscht, muss man als Zuschauer noch weitere bittere Drops schlucken. Exemplarisch dafür ist der Anfang des Filmes: Myers überlebt die abgefeuerten Schüsse und rettet sich vor der bevorstehenden Sprengung eines Bergstollen (das kam so auch nicht in Teil 4 vor), indem er in einen Fluss fällt. So lässt er sich bis zu der Hütte eines Einsiedlers treiben, wo er ohnmächtig zusammenbricht. Dieser Einsiedler hat natürlich nichts besseres zu tun, als Myers ein Jahr über zu behandeln (man merke sich: alle Einsiedler in Amerika haben also das medizinische Equipment, um einen im Koma liegenden Mann mehrere Monate über zu pflegen), bis dieser wieder zu sich kommt und den Mann tötet.

    Die einzig interessante neue Drehbuchidee ist, dass Jamie telepathisch mit Myers verbunden ist und seine Morde quasi „miterlebt“. Doch leider wird dieser Idee im Film selber nicht genug Platz eingeräumt, stattdessen verlässt man sich auf Standartsituationen, durch die man seine unwilligen (Donald Pleasence) oder untalentierten (Wendy Kaplan als Tina) Schauspieler hetzen lässt, dazwischen leidlich interessante Morde einbaut, um den Film schließlich zu einem gänzlich unbefriedigendem Ende zu führen.

    Danielle Harris, die Darstellerin von Jamie, liefert ein weiteres Mal ein überzeugendes Spiel ab und ist damit leider fast die Einzige. Pleasence hingegen übertreibt seine Rolle als Dr. Loomis diesesmal völlig und rennt mit weit aufgerissenen Augen und wildem Blick durch die Handlung, ohne dabei tatsächlich handlungsrelevant zu sein (auch ein Kunststück des Drehbuchs). Der Rest zieht sich mehr oder weniger unbeschadet aus der Sache, doch eine wirklich befriedigende Leistung kann lediglich noch Beau Starr als Sheriff abliefern.

    Das einzig wirklich Gute an „Halloween 5“ sind dann tatsächlich auch schon die Effekte der Kult-Schmiede „KNB“. Zwar dürfen die Bluttaten nicht allzu grafisch ausfallen, aber das Gezeigte sieht immer professionell aus.

    Fazit: „Halloween 5“ ist leider eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Ein konfuses, unausgegorenes und unrealistisches Drehbuch zerstört sämtliche aufkeimende Spannung und Atmosphäre und auch die Darsteller wirken wesentlich unmotivierter und schlechter als noch im Vorgänger. Wirklich sämtliche positiven Expositionen des vierten Teiles werden fallengelassen, ohne allerdings durch adäquate Ideen ersetzt zu werden. Lediglich die gelungenen Effekte und die, wie immer gute, Musikuntermalung überzeugen. Über den Rest sollte man lieber den Mantel des Schweigens hüllen.
  • Wertungen
  • Story
    1,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    2,0
    Anspruch:
    0,5
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    2,0
    Gesamt:
    1,5
    Verfasst von:
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Halloween 5

Ein Jahr ist vergangen, seit Michael Myers angeblich ausgeschaltet wurde. Seine Nichte Jamie hält sich seit ihrem Messerangriff auf ihre Stiefmutter in einer Kinderpsychiatrie auf und hat seither kein Wort mehr gesprochen. Pünktlich ...

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geschrieben am 09.02.2014 um 01:36

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ø Wertung: 6,8/10 | Wertungen: 21 | Kritiken: 1

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