Rango

  • Informationen zum Film
  • Rango

  • Originaltitel:
    Rango
    Genre:
    Komödie, Zeichentrick, Abenteuer, Familie, Western
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2011
    Kinostart Österreich:
    18.03.2011
    Kinostart Deutschland:
    03.03.2011
    Kinostart USA:
    04.03.2011
    Verleiher Österreich:
    Universal Pictures International Austria
    Verleiher Deutschland:
    Paramount Pictures International
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Gore Verbinski
    Drehbuch:
    John Logan, Gore Verbinski, James Ward Byrkit
    Musik:
    Hans Zimmer
    Darsteller:
    Stephen Root, Alfred Molina, Timothy Olyphant, John Cothran Jr., Abigail Breslin, Vincent Kartheiser, Maile Flanagan, Alanna Ubach, Johnny Depp, Charles Fleischer, Ryan Hurst, Blake Clark, Bill Nighy, Claudia Black, Ian Abercrombie, Alex Manugian, Gil Birmingham, Isla Fisher, Harry Dean Stanton, Beth Grant, Ray Winstone, Ned Beatty, Patrika Darbo, Lew Temple, Hemky Madera, Joe Nunez, Chris Parson, James Ward Byrkit, George DelHoyo, Mark 'Crash' McCreery
  • Inhalt
  • Sein gesamtes Leben in einem Terrarium gefangen, wird das namenlose Chamäleon in den Wahnsinn der Einsamkeit und der Schauspielerei getrieben. Doch während des Umzugs seiner Besitzer wird ein unachtsamer Augenblick des Fahrers dem Haustier zum Verhängnis. Per Versehen aus dem Auto gesürzt findet sich der unfreiwillige Held in einer Wüste des Nichts wieder – doch in diesem Nirvana auch sein Schicksal. Gestrandet in einem kleinen Westernkaff namens Dirt, deren Wasservorkommen zur Neige gehen. Ohne Ordnung und Hoffnung liegt das Städtchen in Chaos. Doch jener als ein neuer Gesetzeshüter in die Stadt eintritt, würde sich einiges ändern. Sein Name: Rango ...
  • Filmkritik
  • „You can clean up the mess, but don't touch my coffin.” - Django


    Nachdem Johnny Depp in dem letzten Verbinski-Werk die raue Seeluft schmecken musste, darf der Draufgänger nun Sand fressen – oder zumindest sein animiertes Ego Rango.

    „Name’s Rangoooo“


    Ein einsamer Fremder reitet in eine heruntergekommene Stadt, in der Choas und Verzweiflung herrscht. Kommt bekannt vor? Sollte es auch. Denn anders als viele des momentanen Animationsfilm-Überschusses wollten Regisseur Gore Verbinski und Drehbuchautor John Logan sich vor einem der Großen der Filmgeschichte verbeugen. Nein, weder vor The Good, the Bad, the Ugly noch dem Titel-gebende Django. Als vielmehr vor dem Spaghetti-Western an sich. Die drei Filmemacher, Verbinski, Logan und Byrkit (der Dritte im Bunde, der bei der Story-Konzeption half), setzen mit ihrer neuesten Zusammenarbeit dem Genre ein Denkmahl – und platzieren es neben den anderen ehrenden Monumenten des Revolver & Colt-Films. Tatsächlich muss man erkennen, dass – anders als bei der letzten Wiedererweckung der Kinopiraten – in der momentanen Filmlandschaft die Renaissance des Westerns mit brachialer Gewalt vorangetrieben wird. Die Idee, eine Hommage an das Genre in animierter Manier zu gestalten, scheint somit auf dem ersten Blick gar nicht so weit hergeholt – und ebensowenig originell. Die Coens haben den Western erst vor wenigen Wochen wieder preis-wert gemacht, Kim Jee-Woon feierte mit dem Zusatz The Weird ein Leone-Revival und sogar das japanischen enfant terrible ließ den Animationsspektakel als Vorbild erwählten Django im Samurai-Dorf seinen blutverschmierten Colt schwingen. So fragt man sich bei dieser Western-Explosion & -Exploitation, was denn Verbinski noch holen könne.

    “You want to know who you are? Huh? You want to know who's son you are? You don't, I do, everybody does... you're the son of a thousand fathers, all bastards like you.” - Il buono, il brutto, il cattivo


    Zwar mag Verbinski nicht wieder als Begründer einer möglichen Renaissance gezählt werden, doch kann der Regisseur mit seinem ersten Animationsfilm dank einiger spritziger Ideen die Wüste zum Glühen bringen. Doch muss er – falls einmal eine Laudatio anstünde – für Rango zwei Quellen seinen Erfolg danken. Zum einen: ILM. Die Zauberer der Lucas-SFX-Schmiede, aus denen vor vielen Jahrzehnten die Pixar-Studios entsprangen, tun es ihrer ehamligen Tochterfirma gleich und legen einen fantastischen Start in die schöne, neue Welt des Animationsfilms ab. Das Studio, das sich bis dato ausschließlich den Special Effects für Realfilmen und der Unterstützung von virtuellen Filmen gewidment hat, kann bei ihrem ersten abendfüllenden Trickfilm direkten Anschluss an die großen Drei des Genres finden. Die virtuelle Wüste ist bis auf das letzte Staubkorn perfekt animiert, kreucht und fleucht voller Leben. Insbesondere die im Film protagonistenhaften Elemente Wasser und Feuer wurden von ILM meisterlich bewältigt. Doch diese Ebene ist nur Gerüst, um die tote Wüste aus Bits und Bytes künstlich am Leben zu erhalten. Der wahre Kern Rangos ist das fabelhafte Drehbuch von John Logan. Der zweifach oscarnominierte Autor hat bisjetzt nur mit Sinbad salzige Animationsluft geschnuppert, doch fühlt sich eben deshalb umso besser im dem Genre wohl. Als Drehbuchautor von The Last Samurai, Aviator und Gladiator erdichtet Logan epische Erzählungen mit düsterer Note, die Verbinski dankend aufgreift. Atemberaubende wie surreale Landschaftskompositionen im blutigroten Sonnenuntergange werden zum Schauplatz von spannenden, virtuos komponierten Luftschlachten und Duellen. Was sich zunächst als eine einzige Aneinanderreihung von persiflierten Gunslinger anhört, mausert sich schnell zu einem Epos über kriminelle Kartelle . Zwar präliert mit seinen gewieften Hommagen an etwa Clint Eastwood, Fear and Loathing in Las Vegas und , aber unter all den cineastischen Anspielungen pulsert eine überraschend ernsthafte Fabel, über was es heißt, ein wahrer Held zu sein.

    „He not only plays. He can shoot too.” – Spiel mir das Lied vom Tod


    Ein schüchterner Held mit leiser Stimme, der große Töne spuckt – ja auch das kommt bekannt vor. Leider stand, aber anders als bei der grundlegenden Prämisse von Rango, kein direktes Vorbild dem Protagonisten Pate – außer möglicherweise die Antithese zu jedem Clint Eastwood-Charakter des Westerngenres. Rango – oder auch die tierische Variante des „Nobody“ – ist trotz der anfänglichen Farblosigkeit eine Figur, die dem Zuschauer immer mehr ans Herz wächst. Irgendwo zwischen Corpse Bride und Benny & Joon fühlt sich Johnny Depp erneut wohl in seinem schüchternen Spiel, das den Tollpatsch per Zufall zum Helden seiner eigenen Saga erklärt. So wird zwar das Chamäleon ohne Namen anders als Captain Jack Sparrow wohl nicht in die Annalen des Films – und nicht mal in jene Depps – eingehen, doch scheint dieser Umstand (zumindest während des Kinobesuchs) nicht im Geringsten zu stören. Der Routine erfüllt seinen Part mit typischer Gelassenheit, steckt als animaler Wandlungskünstler sein Publikum mit feuriger Leidenschaft für seine Odyssee an. Doch, anders als viele seiner weiteren Projekte ist Depp für Rango nicht das einzige Standbein. Der britische Evergreen Billy Nighy, der doch sonst sooft als Exzentriker auf die Szene tritt, darf nun auch seine düstere Seite ausleben lassen. Anders als sein schicksalsgeschlagener Davy Jones aus der letzten Zusammenarbeit mit Verbinski ist der blutrünstige Rattlesnake Jack ein klassischer Dämon der Wüste. Zischende Konsanten und gierige Vokale machen Nighys Schlange zu einem bravourös einseitigen Bösewicht, der von dem hinterhältigen Mayor kontrastiert wird. Und auch dieser wird feurig gemimt. Nach dem diabolischen Kuschelbär Lotso aus Toy Story 3 springt Beatty gleich erneut ins Animationsgenre und schlüpft ebenfalls auch für Rango hinter die Maske des doppelgesichtigen Antagonisten. Der 73-jährige hat die sanfte Stimmes eines gutmütigen Großvaters und die hinterhältigen Zwischentöne eines Bond-Bösewichts. Abgesehen von dem kleinen Wehmutstropfen, dass eben Timothy Olyphant Eastwoods Alter Ego mimt, ist Rango atmosphärisch und erfrischend besetzt. Jeder Ton trifft perfekt den jeweiligen Charakter, jedes Krächzen erfüllt die blutrünstige Morgenröte.

    „Let’s ride, gentlemen!“ – Hang ’em High


    Fazit:
    Hängt ihn höher – und umjubelt ihn. Nachdem Filmemacher Gore Verbinski schon mit seiner erfolgreichen Pirates of the Caribbean-Saga das Piraten-Genre aus seinem Todesschlaf erweckte, buddelt er mit Rango den Spaghetti-Western aus seinem sandigen Grab. Den Animationsneulingen (ILM, Verbinski und Logan) gelingt mit ihrer ersten Zusammenarbeit eine überraschand ernsthafte wie originelle Fabel über Heldentum und Identität. Spritzige Ideen, feuriger Witz und trockener Humor. Eine Oase der Unterhaltung in einem Kinojahr, das einer Wüste des Animationsfilme prophezeite.
  • Wertu
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    3,5
    Animation:
    4,5
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Sebastian Klausner

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Userkritiken

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Im Kino ging RANGO spurlos an mir vorbei, warum auch immer. Ich bin zwar Fan von Animationsfilmen, mit Western konnte ich allerdings nie viel anfangen. Ein günstiger Preis für die Bluray direkt zu Release, Gore Verbinski, Johnny Depp und die Lust nach einem mal etwa anderen Animationsfilm haben mich nun aber doch dazu gebracht den Film zu sehen - und der war gar nicht mal schlecht!

Die Figur Rango ist liebenswert dümmlich, eben, sodass er die Sympathien des Publikums sofort für sich gewinnt. Im Grunde verläuft der Film recht klischeehaft und enthält auch, wie üblich für Animationsfilme, eine wesentliche Botschaft, doch der Westerncharakter peppt das wesentlich auf. Gewisse Situationen oder Dialoge sind für das Westerngenre einfach typisch und es macht wirklich Spaß das Ganze mal in animierter Form zu sehen. Die meisten Gags zünden, sogar der ein oder andere Brüller war mit dabei. Er ist somit definitiv am Puls der Zeit und es wirkt nie so als hätte man "das alles schon mal gesehen" - sehr wichtig!

RANGO ist für mich kein Highlight des Animationsgenres, dennoch muss sich Pixar in Acht nehmen, denn nach "Drachenzähmen leicht gemacht" und "Kung Fu Panda" ist RANGO ebenso ernst zu nehmende Konkurrenz!

geschrieben am 22.08.2011 um 19:46

Seit gut 15 Jahren sind Animationsfilme keine Einzelheit mehr. Dennoch werden sie immer wieder gerne gesichtet. Alle kennen Shrek das grüne Monster, die kleinen Helden aus Toy Story, den süssen Sid aus Ace Ige und natürlich noch viele mehr. So haben sich die Tiere und Figuren schnell in die Herzen der Menschen gefunden. Die witzigen Dialoge sind meist nicht nur für Kinder gedacht, aber oft sind die Stories so ausgelegt, damit sie Kindergerecht sind. Das dies durchaus nicht sein muss, zeigt uns Gore Verbinski, der berühmte „Fluch der Karibik 1-3“-Regisseur. Nach den aufwändigen Disneyproduktionen wollte sich Gore wohl etwas gemütliches gönnen und hat nicht bedacht, dass auch Animationsfilme sehr anspruchsvoll sein können.

Rango ist ein kleines Chamäleon, aufgewachsen in einem kleinen Terrarium. Mit nicht mehr als einem Plastikfisch, einer Plastikpalme und einer kaputten Barbie als „Freunde“. Am Anfang der Geschichte befindet sich das Terrarium in einem Auto, da der Besitzer wohl in den Urlaub fährt mit seiner Echse. Auf der Hauptstrasse passiert beinahe ein Unfall, bei einem geschickten Manöver des Fahrers, konnte ein Unfall verhindert werden, aber das Terrarium fliegt aus dem Auto, durch die Luft, das Glas zerspringt, und das Chamäleon, auf einer Scherbe sitzend, fliegt weiter durch die Gegend und zischt gerade an dem Cabrio von Raoul Duke und Dr. Gonzo vorbei.
Nun liegt das Chamäleon mitten in der Wüste und ist schier am verdursten. Auf der Strasse begegnet er dem weisen Roadkill, der ihm vom Geist des Westens auf der anderen Seite der Strasse erzählt.
Auch bevor man Wasser findet, soll man zuerst Dreck finden. Mit diesen „Weisheiten“ watschelt Rango quer durch die Wüste. Bis er eine kleine Wüstenechse namens Bohne findet. Mit ihr reist er in die Stadt „Dreck“ (engl. Dirt). Dort in der Bar wollte er sich nicht gleich anmerken lassen, was er für ein Feigling ist, deshalb spielt er einen knallharten Cowboy aus dem Westen, weit hinter dem Horizont. Mächtig beeindruckt waren die Wüstenbewohner dann von seinen Schilderungen. Aber als er vor der gesamten Stadt den Habicht (mit mehr Glück als Mut) getötet hat, vertrauten die Bewohner ihm und übergaben ihm, Rango, die Aufgabe herauszufinden wo das Wasser, welches jeden Mittwoch floss, abgeblieben ist. Als auch noch die Bank mit Wasser beraubt wurde, gab es für Rango und seine neune Freunde kein Pardon mehr für die Übeltäter. Sie mussten gestellt und bestraft werden.

Rango, das Chamäleon ist wahrscheinlich noch das herzigste Tier im ganzen Film. Alle anderen sind schäbig, heruntergekommen und dreckig. Halt typische Wüstenbewohner. Der ganze Film selbst ist eine eher schmutzige Angelegenheit. Kein Wunder, denn er soll eine Hommage an so viele berühmte Western sein. Dies erklärt auch wieso es kein Kinderfilm, sondern ein Film für erwachsene ist. Die meisten Witze und Pointen würden die Kinder nicht verstehen, da sie die Originalfilme nicht kennen. Auch ist nirgends der „Jöh“ Effekt vorhanden. Sehr rau und hart geht die Story voran. Johnny Depp verlieh Rango seine Stimme und diese passt zu unserem kleinen „Helden“. Der Geist des Westens entpuppt sich bei seiner Begegnung als Clint Eastwood.

Ich kann den Film nur empfehlen. Gut animiert und eine wirklich gute und schöne Story. Nicht für Kinder, aber sicher für jeden Westernfan ein Muss.

geschrieben am 25.07.2011 um 14:01

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ø Wertung: 8,6/10 | Wertungen: 9 | Kritiken: 2

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