Im Kino ging RANGO spurlos an mir vorbei, warum auch immer. Ich bin zwar Fan von Animationsfilmen, mit Western konnte ich allerdings nie viel anfangen. Ein günstiger Preis für die Bluray direkt zu Release, Gore Verbinski, Johnny Depp und die Lust nach einem mal etwa anderen Animationsfilm haben mich nun aber doch dazu gebracht den Film zu sehen - und der war gar nicht mal schlecht!
Die Figur Rango ist liebenswert dümmlich, eben, sodass er die Sympathien des Publikums sofort für sich gewinnt. Im Grunde verläuft der Film recht klischeehaft und enthält auch, wie üblich für Animationsfilme, eine wesentliche Botschaft, doch der Westerncharakter peppt das wesentlich auf. Gewisse Situationen oder Dialoge sind für das Westerngenre einfach typisch und es macht wirklich Spaß das Ganze mal in animierter Form zu sehen. Die meisten Gags zünden, sogar der ein oder andere Brüller war mit dabei. Er ist somit definitiv am Puls der Zeit und es wirkt nie so als hätte man "das alles schon mal gesehen" - sehr wichtig!
RANGO ist für mich kein Highlight des Animationsgenres, dennoch muss sich Pixar in Acht nehmen, denn nach "Drachenzähmen leicht gemacht" und "Kung Fu Panda" ist RANGO ebenso ernst zu nehmende Konkurrenz!
Seit gut 15 Jahren sind Animationsfilme keine Einzelheit mehr. Dennoch werden sie immer wieder gerne gesichtet. Alle kennen Shrek das grüne Monster, die kleinen Helden aus Toy Story, den süssen Sid aus Ace Ige und natürlich noch viele mehr. So haben sich die Tiere und Figuren schnell in die Herzen der Menschen gefunden. Die witzigen Dialoge sind meist nicht nur für Kinder gedacht, aber oft sind die Stories so ausgelegt, damit sie Kindergerecht sind. Das dies durchaus nicht sein muss, zeigt uns Gore Verbinski, der berühmte „Fluch der Karibik 1-3“-Regisseur. Nach den aufwändigen Disneyproduktionen wollte sich Gore wohl etwas gemütliches gönnen und hat nicht bedacht, dass auch Animationsfilme sehr anspruchsvoll sein können.
Rango ist ein kleines Chamäleon, aufgewachsen in einem kleinen Terrarium. Mit nicht mehr als einem Plastikfisch, einer Plastikpalme und einer kaputten Barbie als „Freunde“. Am Anfang der Geschichte befindet sich das Terrarium in einem Auto, da der Besitzer wohl in den Urlaub fährt mit seiner Echse. Auf der Hauptstrasse passiert beinahe ein Unfall, bei einem geschickten Manöver des Fahrers, konnte ein Unfall verhindert werden, aber das Terrarium fliegt aus dem Auto, durch die Luft, das Glas zerspringt, und das Chamäleon, auf einer Scherbe sitzend, fliegt weiter durch die Gegend und zischt gerade an dem Cabrio von Raoul Duke und Dr. Gonzo vorbei.
Nun liegt das Chamäleon mitten in der Wüste und ist schier am verdursten. Auf der Strasse begegnet er dem weisen Roadkill, der ihm vom Geist des Westens auf der anderen Seite der Strasse erzählt.
Auch bevor man Wasser findet, soll man zuerst Dreck finden. Mit diesen „Weisheiten“ watschelt Rango quer durch die Wüste. Bis er eine kleine Wüstenechse namens Bohne findet. Mit ihr reist er in die Stadt „Dreck“ (engl. Dirt). Dort in der Bar wollte er sich nicht gleich anmerken lassen, was er für ein Feigling ist, deshalb spielt er einen knallharten Cowboy aus dem Westen, weit hinter dem Horizont. Mächtig beeindruckt waren die Wüstenbewohner dann von seinen Schilderungen. Aber als er vor der gesamten Stadt den Habicht (mit mehr Glück als Mut) getötet hat, vertrauten die Bewohner ihm und übergaben ihm, Rango, die Aufgabe herauszufinden wo das Wasser, welches jeden Mittwoch floss, abgeblieben ist. Als auch noch die Bank mit Wasser beraubt wurde, gab es für Rango und seine neune Freunde kein Pardon mehr für die Übeltäter. Sie mussten gestellt und bestraft werden.
Rango, das Chamäleon ist wahrscheinlich noch das herzigste Tier im ganzen Film. Alle anderen sind schäbig, heruntergekommen und dreckig. Halt typische Wüstenbewohner. Der ganze Film selbst ist eine eher schmutzige Angelegenheit. Kein Wunder, denn er soll eine Hommage an so viele berühmte Western sein. Dies erklärt auch wieso es kein Kinderfilm, sondern ein Film für erwachsene ist. Die meisten Witze und Pointen würden die Kinder nicht verstehen, da sie die Originalfilme nicht kennen. Auch ist nirgends der „Jöh“ Effekt vorhanden. Sehr rau und hart geht die Story voran. Johnny Depp verlieh Rango seine Stimme und diese passt zu unserem kleinen „Helden“. Der Geist des Westens entpuppt sich bei seiner Begegnung als Clint Eastwood.
Ich kann den Film nur empfehlen. Gut animiert und eine wirklich gute und schöne Story. Nicht für Kinder, aber sicher für jeden Westernfan ein Muss.
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