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James Bond 007 - Feuerball

  • Informationen zum Film
  • James Bond 007 - Feuerball

  • Originaltitel:
    Thunderball
    Genre:
    Action, Thriller, Abenteuer
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1965
    Kinostart USA:
    22.12.1965
  • Inhalt
  • Die international agierende Verbrecherorganisation S.P.E.C.T.R.E. plant ihren größten Coup. Nach langer Vorbereitung und präziser Planung entführen sie ein "Vulcan" Flugzeug, welches zwei Atombomben an Bord hat. S.P.E.C.T.R.E. droht mit den gekaperten Bomben britische bzw. amerikanische Städte anzugreifen, wenn ihrer Forderung nach 100 Millionen Pfund Lösegeld nicht zeitgerecht nachgekommen wird. In der eiligst einberufenen Krisensitzung setzt der britische Geheimdienst alle verfügbaren Agenten, darunter auch James Bond (Sean Connery) auf den Fall an. Erste Verdachtsmomente führen 007 nach Nassau auf die Bahamas, wo er sogleich Kontakt mit Domino (Claudine Auger), der Schwester jenes Air Force Piloten, dessen Leiche er kurz zuvor in einem Sanatorium gesehen hatte. Sehr seltsam erscheint, dass genau derselbe Air Force Pilot zur gleichen Zeit das verschwundene Flugzeug lenkte. Über Domino lernt Bond den betuchten Emilio Largo (Adolfo Celi) kennen, der sogleich ins Zentrum seiner riskanten Nachforschungen rückt. Die Zeit drängt, 007 ermittelt mit tatkräftiger Unterstützung des CIA-Agenten Felix Leiter (Rik Van Nutter) auf Hochtouren und entgeht dabei mehrfach nur knapp dem Tod. Als die Deadline der Lösegeldübergabe immer näher rückt, setzt Bond alles auf eine Karte - Domino...
  • Filmkritik
  • Die Akte Thunderball -----
    Eigentlich hätte THUNDERBALL der erste Film der James Bond Serie werden sollen. Aufgrund rechtlicher Probleme wurde das Projekt jedoch zunächst auf Eis gelegt und das Prodzentenduo Harry Saltzman und Albert R. Broccoli nahmen statt dessen die Verfilmung des Ian Fleming Romans "Dr. No" in Angriff. Der Rechtsstreit um die Filmrechte von THUNDERBALL hatte seinen Ursprung lange bevor der erste James Bond Film (DR. NO, 1962) das Licht der Kinoleinwände erblickte. Fleming hatte bereits mehrfach versucht seine Romanserie verfilmen zu lassen, jedoch mit wenig Erfolg. Er konnte lediglich die Filmrechte für den Roman Casino Royale an den amerikanischen TV-Sender CBS verkaufen, der den Stoff im Jahre 1954 als Episode der TV-Serie CLIMAX! verfilmte. Bei einer Vorführung seines neues Films THE BOY AND THE BRIDGE (1959) traf Fleming den Produzenten, Regisseur und Drehbuchautor Kevin McClory. Es war McClory, der Fleming vorschlug ein Drehbuch für ein Unterwasserabenteuer zu schreiben, in dem James Bond gegen einen diabolischen Superschurken kämpft. Die Beiden zogen den etablierten britischen Drehbuchautor Jack Whittingham hinzu und begannen am Script von THUNDERBALL zu arbeiten. Während McClory und Whittingham noch am Drehbuch feilten, ließ Ian Fleming den weitgehend darauf basierenden Roman "Thunderball" (1961) veröffentlichen. McClory und Whittingham wurden aber weder über die Veröffentlichung informiert, noch als Co-Autoren der Story genannt. Sie verklagten Fleming kurzerhand wegen Urheberrechtsverletzung und bekamen letztendlich die Filmrechte zugesprochen, zumal Fleming in der Gerichtsverhandlung auch offen zugab, dass sein Roman weitgehend auf dem Drehbuch der Kläger basierte. Weiters mussten sie in allen zukünftigen Auflagen des Romans als Co-Autoren angeführt werden. Obwohl die Bond-Produzenten Saltzman und Broccoli nie die Filmrechte an THUNDERBALL besaßen, wurde Richard Maibaum mit dem Drehbuch beauftragt. Exakt mit diesem Drehbuch versuchten sie auch Sean Connery für die Rolle als James Bond zu gewinnen, es war das erste Script, das er zu lesen bekam. Angesichts des Gerichtsurteils musste jedoch zwingend umdisponiert werden und somit wurde statt dessen DR. NO zum ersten James Bond Film. THUNDERBALL wurde auf Eis gelegt, der immense Erfolg der Filmserie weckte jedoch wieder Interesse das Script doch noch zu verfilmen. Anstatt einen eigenen James Bond Film, in Konkurrenz zur "offiziellen" Serie zu produzieren, entschied sich Kevin McClory zur Zusammenarbeit mit Saltzman und Broccoli. Am 12. März 1965 erhielt ihre Firma Eon Productions eine einmalige Filmlizenz für THUNDERBALL, allerdings mit der Einschränkung, dass die gesamten Filmrechte nach 10 Jahren wieder in den Besitz von McClory zurückgehen. Damit war endlich der Weg frei um THUNDERBALL als Teil der offiziellen James Bond Serie auf die Kinoleinwand zu bringen. Aber auch für Kevin McClorys Ambitionen war der Weg frei. Er nützte seine wiedererlangten Filmrechte um 1983 das THUNDERBALL Remake NEVER SAY NEVER AGAIN, wieder mit Sean Connery als James Bond, in die Kinos zu bringen.

    Das Konzept Thunderball -----
    Mit THUNDERBALL unternimmt die James Bond Serie einen deutlichen Schritt weg vom reinen Agententhriller und hin zum spektakulären Actionmovie. Der Film eröffnet gleich mit einer rasanten Kampfszene und der von Tom Jones inbrünstig gesungene Titelsong nimmt einiges der Bombastik vorweg, mit der sich THUNDERBALL ausgiebig schmückt. Ursprünglich sollte ja Shirley "Goldfinger" Bassey mit dem Song "Mister Kiss Kiss Bang Bang" während der elegant gestalteten Title Credits von Maurice Binder zu hören sein, das Konzept wurde aber nur Wochen vor dem Kinostart verworfen. Der protzige Tom Jones Song "Thunderball" passt ohnehin besser zu einem Film, der in seiner dynamischen und zeitweise ziemlich rauen Actionlastigkeit nicht mit der subtilen Eleganz von GOLDFINGER vergleichbar ist. Obwohl er etwas anders funktioniert ist THUNDERBALL ein erstmals in Cinemascope gedrehter, höchst spannender Augenschmaus, der jede einzelne Szene überaus kurzweilig erscheinen lässt und damit maximalen Unterhaltungswert garantiert. Sean Connery bietet eine gewohnt gute Performance, bemerkenswert auch die darstellerische Leistung der ehemaligen "Miss Frankreich" Claudine Auger, die sich beim Casting gegen bekannte Namen wie Julie Christie, Rachel Welch und Faye Dunaway durchsetzen konnte. Sie versteht es ihrer Figur "Domino" Substanz, Persönlichkeit und Eleganz zu verleihen und damit nicht nur wegen ihres makellosen Aussehens zum weiblichen Highlight des Films zu avancieren. Eine ebenfalls einprägsame und überaus autoritäre Performance zeigt der italienische Schauspieler Adolfo Celi in der Rolle des sinistren S.P.E.C.T.R.E. Bösewichts Emilio Largo. Erwähnenswert ist außerdem, dass Ernst Stavro Blofeld, der Kopf der Verbrecherorganisation, wieder nicht zu erkennen ist. Sein Gesicht bleibt einmal mehr verborgen, sein Name ungenannt. Mit THUNDERBALL liefert der Haus- und Hofkomponist der Serie, John Barry, seinen bislang gelungensten Soundtrack ab. Seine Musik nimmt diesmal auch einen höheren dramaturgischen Stellenwert im Film ein, da die vielen Unterwassersequenzen naturgemäß dialogfrei bleiben und lediglich Toneffekte und Soundtrack die akustische Ebene bestreiten. Schade ist lediglich, dass die ursprüngliche Veröffentlichung des Soundtrack Albums nahezu keine Musik aus der zweiten Filmhälfte beinhaltet hat. Angesichts der zu erwartenden Bond-Mania wollten die Händler die LP rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, also bereits im November im Regal stehen haben. Zu diesem Zeitpunkt war der Score allerdings noch nicht fertiggestellt, die Kinopremiere des Films war nämlich erst für Dezember geplant. Die Händler erhielten zwar ihr heiß begehrtes Soundtrack Album, die Fans der Musik mussten allerdings fast 30 Jahre warten, bis die komplette THUNDERBALL Filmmusik endlich veröffentlicht wurde. Die Geduld der Produzenten wurde hingegen nicht allzusehr strapaziert, der Film wurde unmittelbar zu einem riesigen Kassenerfolg und spielte weltweit satte $141 Mio ein. Auch aus Sicht heutiger technischer Möglichkeiten ist THUNDERBALL immer noch ein höchst spektakuläres und durchwegs gut gemachtes Stück Unterhaltungskino vom Feinsten.

    Die Materialschlacht Thunderball -----
    Bereits damals hatten die Produzenten die Ambition, dass der jeweils neue Bond-Film immer auch gleichzeitig der Beste der Serie sein sollte. Das Budget von rund $9 Mio war drei Mal so hoch wie zuletzt bei GOLDFINGER, der Film wurde zu einer bis Dato beispiellosen Materialschlacht, die weder Kosten noch Mühen scheute um seinem Publikum spektakuläres Entertainment zu bieten. Das beginnt bereits mit dem Raketenrucksack in der Eröffnungssequenz, ein Gerät welches ursprünglich für die Armee entwickelt wurde und lediglich von zwei Leuten geflogen werden konnte. Überhaupt nutzten die Produzenten ihren guten Draht zur Army um an Helikopter, ein Skyhawk Flugzeug inkl. Rettungsausrüstung, Raktentreibstoff und sogar ein Kriegsschiff zu gelangen, das sie im Film einsetzen konnten. Production Designer Ken Adams entwarf mehrere Unterseeboote, ein mit Rakten bestücktes Motorrad, sowie das aufwändig gebaute "Vulcan" Flugzeug, welches von S.P.E.C.T.R.E. im Meer versenkt wird. Die logistisch komplizierten Unterwassersequenzen von THUNDERBALL machen immerhin gut ein Viertel des gesamten Films aus, für die finale Schlacht des Films wurden rund 60 (!) Taucher engagiert, die damals mangels entsprechender Kommunikationstechnik lediglich mit Handzeichen koordiniert werden konnten. Um die Komplexität noch zu steigern waren sogar einige Haie Bestandteil der Szene, um das ganze Chaos in den Griff zu kriegen heuerte man den einschlägig erfahrenen Ricou Browning (FLIPPER) als Regisseur der Unterwassersequenzen an. Die schier grenzenlose Technikverliebtheit von THUNDERBALL spiegelt sich auch in Bonds mannigfaltigen Gadgets wieder. Der Aston Martin DB5 aus GOLDFINGER wurde um eingebaute Wasserwerfer ergänzt, 007 wird mit Geigerzählern, einem Sender im Tablettenform, einer Infrarot Unterwasserkamera für Nachaufnahmen sowie winzigen Atmungsgeräten ausgestattet, die es ihm erlauben bis zu vier Minuten unter Wasser zu bleiben. Der Einsatz all dieser Hightech-Gimmicks wurde belohnt und John Stears für die besten Effekte mit dem Oscar ausgezeichnet. All der technische Aufwand fügt sich jedoch besser in die Story ein, als es vielleicht den Anschein haben mag. Regisseur Terence Young, der mit THUNDERBALL seinen letzten James Bond Film inszenierte, versteht es ausgezeichnet die Bombastik der vielen Actionszenen so gekonnnt in die Story zu integrieren, dass sie der Handlung nicht den Rang ablaufen. Genau diese ausgewogene Balance zwischen explosiver Action und einer spannenden, höchst unterhaltsamen Story hätte ich mir bei so manchen Fortsetzungen der Serie gewünscht, die leider manchmal zur weitgehend inhaltsfreien Materialschlacht geraten sind...
  • Wertungen
  • Story
    4,5
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    4,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
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