Crysis Remastered [Nintendo Switch]

Läuft das bei dir ordentlich?

Das war die Frage im Freundeskreis wenn man vor gut zehn Jahren über Cryteks Vorzeige-Shooter „Crysis“ diskutierte. Das Spiel war nämlich recht Hardware-hungrig, bot aber eben auch einiges für seinen großen Appetit. Denn dank CryEngine 2 kam man in den Genuss einer zerstörbaren Umwelt, einem dynamischen Tag-/Nachtwechsel und einer sensationellen Weitsicht. Für einen Ego-Shooter war das im Jahr 2007 schon sehr beeindruckend, konnte aber eben kaum von einem üblichen Haushaltsrechner gestemmt werden.

Dieser Wow-Effekt fehlte zwar bei den beiden Nachfolgern, dennoch boten diese immer ordentliche Actionkost auf einem hohen technischen Niveau. Leider ist mit der Marke aber nicht mehr viel passiert, in den letzten Jahren kümmerte sich Crytek eher um Spiele wie „Ryse“ auf der Xbox One, „Robinson: The Journey“ für PlayStationVR oder den Free2play-Shooter „Warface“.

Nun kehrt man mit dem Release von „Crysis Remastered“ zurück zur Hochzeit des Entwicklers und veröffentlicht diesen zuerst für die Nintendo Switch. Diese Version haben wir uns genau angeschaut und verraten euch in unserem Review, wie gut diese gelungen ist.

Ab in den Dschungel!

„Crysis“ spielt eigentlich schon in der Vergangenheit, denn es versetzt euch in das Jahr 2020 auf eine kleine Insel vor der Küste Chinas. Dort ist die nordkoreanische Armee eingefallen und hält nun ein Team aus Archäologen gefangen, die ihr nun befreien soll.
Ihr, das ist Nomad und seine Kameraden einer Spezialeinheit der US-Armee, die mit speziellen Anzügen, den sogenannten Nanosuits, ausgestattet sind. Diese sind dank spezieller Tarn- und Panzerungsmechanismen der üblichen Ausrüstung von Soldaten überlegen.

Doch bei der Rettungsmission wird schnell klar, dass die Forscher auf irgendetwas seltsames gestossen sind, an dem die Nordkoreaner extrem interessiert sind. Denn es könnte die Machtverhältnisse gehörig auf den Kopf stellen…

 

Schießen oder schleichen?

In seinen Grundelementen ist „Crysis“ ein klassischer Shooter. So bietet euch euer Inventar Platz für mehrere Waffen und Granatenarten, außerdem duckt und springt ihr bei Gelegenheit durch das tropische Insel-Setting. Doch euer Nanosuit hat so einige Gimmicks, die jeden Geheimagenten vor Neid erblassen lassen. Neben einem eingebauten Fernglas mit Nachtsichtgerät, könnt ihr euch auf Knopfdruck tarnen oder in den Panzermodus umschalten. In diesem erleidet ihr weniger Schaden und könnt euch auch einmal in einen feindlichen Kugelhagel stürzen.

Durch euren Anzug könnt ihr außerdem höher hüpfen, haltet ihr hierfür einfach den Sprung-Button länger gedrückt. Weiterhin könnt ihr Gegenstände in der Spielwelt aufheben und mit viel Wucht auf den Gegner werfen.

Da die Wege manchmal recht weit sind, könnt ihr auch in verschiedene Fahrzeuge einsteigen, die euch hin und wieder auch mehr Waffenkraft, zum Beispiel durch ein Geschütz auf dem Dach, bieten. Wer es lieber subtil mag, der nutzt vermehrt die Tarnfunktion und schleicht sich durch die feindlichen Linien. Aber Achtung: eure Anzugenergie ist nicht unendlich nutzbar und muss sich nach einiger Zeit wieder aufladen. 

 

Läuft auch auf der Switch!

Natürlich läuft „Crysis Remastered“ nicht in FullHD und mit 60fps auf der Nintendo Switch, dennoch ist es beeindruckend, dass dieser einst so rechenintensive Shooter nun auch auf einer mobilen Plattform wie der Switch läuft. Kein Wunder, waren hier doch die Port-Experten von Saber Interactive gestemmt, die schon Geralts Abenteuer auf die Nintendo-Hardware brachten.

Während des Spielens sind uns natürlich einige unschöne Grafikeffekte wie kantige Polygone oder matschige Texturen aufgefallen, dafür überzeugt der Titel mit einer guten Auflösung mobil und stationär und einer tollen Beleuchtung. Auch wenn die Details beim direkten Vergleich mit der PC-Version hinterherhinken und bei viel Action die Framerate in den Keller geht, ist das eine sehr gute Umsetzung von „Crysis“.

Weniger gefallen hat uns – mal wieder bei einem Switch-Shooter – die fummlige Steuerung beim Schießen. Auch wenn „Crysis Remastered“ die Gyro-Funktion als Alternative anbietet, um Feinde auf’s Korn zu nehmen, mit Pro Controller spielt sich die Action doch wesentlich angenehmer. Das ist wirklich eine extreme Schwäche der Switch.

  • Story
  • Grafik
  • Gameplay
  • Spielspaß
4

Fazit

Nicht perfekt, aber eine schöne Neuauflage eines Klassikers

Dass „Crysis Remastered“ ausgerechnet auf der Nintendo Switch als erstes erscheint, mutet schon komisch an. Dennoch zeigt die Hardware des Mario-Konzerns eindrucksvoll, was man aus ihr herausholen kann, wenn man technisch versiert ist. Dass man dabei auf einige Effekte verzichten muss, haben wir ja schon in unserer Techniksektion erklärt.

Dass das Spiel inhaltlich eher die Trash-Schiene fährt und nicht viel Wert auf Charakterzeichnung & Co. legt, ist kein Problem. Damals fokussierte man sich bei der Entwicklung eben noch auf andere Dinge, gerade bei Shootern. Dafür funktioniert der Titel spielerisch auch heute noch ganz gut. Zwar fehlen Komfortfunktionen wie automatisches Aufsammeln von Munition oder eine vernünftige Nahkampfattacke, aber dafür bietet einem Cryteks Shooter spielerische Freiheit und eine weitläufige Spielwelt mit mehreren Möglichkeiten, das Ziel zu erreichen.

Solltet ihr ein Technik-Nerd sein, wartet mit dem Kauf von „Crysis Remastered“ lieber auf eine der Versionen für PS4 oder Xbox One, wollt ihr aber lediglich mal reinschauen und das Spiel erleben, bietet euch auch die Switch-Version eine vernünftige Alternative.

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Benutzer-Bewertung
3 (1 Stimme)
Über Christian Suessmeier 216 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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