The A500 Mini [Hardware – Review]

Kult im Miniatur-Format

Auch wenn es schon vorher einige Versuche irgendwelcher Lizenze-Firmen gab, hat es erst Nintendo gebraucht, um zu zeigen wie man eine anständige Miniatur-Version einer alten Konsole samt ordentlicher Spiele-Auswahl konzipiert. Der Erfolg des NES Mini war unfassbar und sorgte für einen Anstieg des Retro-Hypes in der Videospiel-Kultur. Es folgten weitere Konkurrenten mit ähnlichen Konzepten…mittlerweile kann man sein Zuhause mit Neo Geo, PC Engine, Mega Drive oder kleinen Arcade-Automaten wie dem Astro City Mini schmücken.

Doch auch der Heimcomputer-Bereich wurde in den letzten Jahren nicht vergessen und so kam der C64 Mini auf den Markt. Doch wer C64 sagt, muss unweigerlich auch Amiga sagen. Und so hat die gleiche Firma, die auch hinter der Mini-Version des Brotkasten steckt, Retro Games, nun The A500 Mini in den Handel gebracht. Wir haben uns dank einer Testversion von Koch Media das gute Stück mal anschauen können und verraten euch, ob es mehr als bloße Nostalgie ist, die für einen Kauf spricht.

Was ist dabei?

Öffnet man den Karton des The A500 Mini sticht einem zunächst das Gerät selbst ins Auge. Dieses ist toll designt, bietet viele liebevolle Details wie das Diskettenlaufwerk, aber leider keine funktionierende Tastatur. Hinten am Gerät befinden sich neben dem Power-Knopf drei USB-Anschlüsse sowie die Ports für Strom(ein Netzteil ist nicht dabei) und HDMI.

Unten im Karton findet ihr dann noch das Stromkabel in Form eines USB-C-Kabels und das HDMI-Kabel, außerdem natürlich die beiden Eingabegeräte. Denn Retro Games hat dem The A500 Mini sowohl eine Maus als auch einen Controller beigelegt. Die Maus überzeugt dabei trotz ihrer Klobigkeit mit einem gewissen Charme, das Gamepad geht in Ordnung und bietet ein klassisches Controller-Layout wie man es von einem SNES kennt. Statt Start und Select habt ihr hier aber die Auswahl aus Home und Menu. 

Insgesamt bietet sich dem Käufer beziehungsweise der Käuferin also schon mal ein überzeugendes Bild in Sachen Ausstattung und Wertigkeit der Hardware.

 

 

Da braucht es schon viel Nostalgie!

Anders sieht es da bei der Auswahl der Software aus. Denn um mit den 25 vorinstallierten Spielen zufrieden zu sein, muss man schon ein echter Nostalgiker sein. Wer nicht mit dem Amiga aufgewachsen ist, wird sich wohl schwer tun und unter Titeln wie „Zool“, „Alien Breed“ oder „Stunt Car Racer“ kaum einen wirklich überzeugenden finden. Selbst Kult-Spiele wie „Worms“ oder „California Games“ sind heute nur noch schwer spielbar und keine Spielspaß-Granaten wie man sie vielleicht in Erinnerung hat.

Immerhin hat man die Möglichkeit auch andere Spiele auf den The A500 Mini zu laden, und das ganz offiziell. Habt ihr also noch Sicherheitskopien aus früheren Zeiten oder ganz aktuell veröffentlichte Amiga-Titel, könnt ihr diese per USB-Stick auf euer Gerät laden und dort dann spielen. Toller Service für die Fans! Solltet ihr für einen dieser Titel eine Tastatur benötigen, könnt ihr diese per USB anschließen oder ihr nutzt das Onscreen-Keyboard.

Ansonsten erinnert The A500 Mini in seiner Nutzeroberfläche an die anderen Miniatur-Konsolen. Aus dem Hauptmenü heraus habt ihr Zugriff auf die Spiele samt kurzer Beschreibung und deren Tastaturbelegung, außerdem könnt ihr in den Optionen aus verschiedenen Bild-Einstellungen samt CRT-Filter wählen. Auch Savestates lassen sich für die Spiele anlegen und somit ist auch für eine angenehme Speicherverwaltung gesorgt.

 

 

FAZIT: Viel Liebe zum Detail, aber diese Spiel-Auswahl!!

Retro Games zeigen erneut, dass man perfekte Miniaturversionen alter Heimcomputer bauen kann und haben mit The A500 Mini eine tolle und sehenswerte Schrumpf-Variante des Amiga geschaffen. Die Verarbeitung ist einfach top, egal ob bei der Hardware selber oder der Peripherie wie Maus und Pad.

Also alles paletti und ab in den Laden, oder? Wären da nicht die sehr durchwachsenen Spiele, könnte man das jetzt durchaus empfehlen. Aber wie weiter oben schon beschrieben…keiner der vorinstallierten Titel ist wirklich überzeugend im Jahr 2022. Und das soll sich nicht mal auf die grafische Qualität beziehen, sondern wirklich zum großen Teil leider auf die spielerische Qualität. Sachen wie „Worms“ lassen sich heute auf modernen Konsolen wesentlich angenehmer spielen und Ur-3D-Titel wie „Stunt Car Racer“ oder „The Sentinel“ sind allemal für einen kurzen Anspieler gut. Zum Glück lässt sich aber das Line-up ja per USB-Stick erweitern und so kann sich jeder seine eigene Sammlung zusammenstellen. 

Ob das einem die knapp 130,-€ wert ist, die für The A500 Mini aufgerufen werden, muss man letztlich selber wissen.    

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Über Christian Suessmeier 2769 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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