Mario Kart Live: Home Circuit [Nintendo Switch]

Erfolg seit 1992

Neben der regulären „Super Mario“-Reihe dürfte „Mario Kart“ eine der erfolgreichsten Marken von Nintendo sein. Schon seit dem ersten Ableger für das Super Nintendo im Jahr 1992 sorgt die Reihe für unzählige verkaufte Konsolen und somit kommen die Spiele auf einen Absatz von über 100 Millionen Exemplare. 

Auch wenn der aktuelle achte Teil für die Nintendo Switch nur eine Neuauflage des WiiU-Titels war, hat auch diese Version unzählige Male den Weg über den Ladentisch gefunden und ist das bestverkaufte Switch-Spiel überhaupt. Da können wir vermutlich noch länger auf einen richtigen Nachfolger warten…

Immerhin gibt es nun mit „Mario Kart Live: Home Circuit“ einen interessanten Ableger des Funracers. Anlass hierfür ist der 35.Geburtstag von Mario und diesen nutzt Nintendo für einige Experimente. So transportiert man das Spielgeschehen nämlich in die Realität und setzt hierfür auf ein weiteres Toys-to-life-Konzept.

Wie das Spiel gelungen ist, lest ihr in unserem Test von „Mario Kart Live: Home Circuit“. Kurzer Disclaimer: dieser Test geschah katzen- und somit stressfrei für die Vierbeiner 😉

Großes Paket

Bei „Mario Kart Live: Home Circuit“ habt ihr die Wahl aus zwei Sets, es gibt nämlich eines mit Mario und eines mit Luigi. In dem Karton selbst findet ihr dann eben das gewünschte Kart samt Fahrer, ein USB-C-Kabel, zwei Richtungsweiser und vier Tore aus Pappe und Plastik. Ein Spiel liegt nicht bei…ja, richtig verstanden. Denn „Mario Kart Live: Home Circuit“ gibt es lediglich in Downloadform im eShop. Dieser ist allerdings kostenfrei und kann somit im Idealfall schon vor dem Kauf des Sets heruntergeladen werden, so dass man gleich loslegen kann.

Nachdem das Kart aufgeladen wurde(dank beigelegtem Kabel an der Konsole oder einem beliebigen Netzteil), starten wir das Spiel. Zunächst müssen wir das Gefährt per Zündknopf aktivieren und mit der Switch koppeln. Dafür halten wir einen QR-Code vor die Kamera des Karts. Dies geht recht schnell und einfach und es kann eigentlich schon losgehen. Nach einem kurzen Tutorial sind wir bereit für unseren ersten eigenen Kurs.

 

 

Aufstellen und loslegen

Vorgegebene Strecken gibt es also bei „Mario Kart Live: Home Circuit“ nicht. Hier müsst ihr nämlich selber kreativ werden und stellt zunächst die vier Tore wie gewünscht auf. Anschließend müsst ihr mit dem Kart, dessen Kamerabild ihr auf der Switch seht, zum ersten Tor fahren und mit einem Hupen kann es losgehen. Zunächst einmal bekommt ihr nämlich Farbe auf die virtuellen Reifen geschmiert mit der ihr die Strecke festlegt. Also Gas geben und Wunsch-Kurs abfahren. Als Orientierung gelten hier eben die vier nummerierten Tore, zusätzlich dazu kann man auch die Richtungsweiser aufstellen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, allerdings sollte die Strecke gut beleuchtet und ebenerdig sein. Eine Nutzung draußen kann man nicht unbedingt empfehlen, dazu aber später mehr.

Habt ihr euren Kurs abgefahren, könnt ihr ihn prompt auch für ein Rennen gegen Gegner nutzen. Allerdings fahrt ihr hier nicht gegen die bekannte Konkurrenz vom Schlage eines Toad, Yoshi oder Prinzessin Peach, als Feinde agiert hier der Nachwuchs von Bowser.

Auf der Strecke selbst und während den Rennen müsst ihr aber auf keinerlei bekannte „Mario Kart“-Inhalte verzichten. So sammelt ihr Münzen, fahrt durch Item-Boxen und duelliert euch mit den vier anderen Kontrahenten.

Das Spiel bietet euch verschiedene Cups mit je drei Rennen in vier unterschiedlichen Hubraum-Klassen. Die Kurse reichen dabei von unspektakulären Fahrten durch eine Eislandschaft bis toller Retro-Strecke in „Super Mario Bros.“-Optik. Hin und wieder machen euch auch Umwelteinflüsse das Leben schwer und verändern auch das Fahrverhalten eures Karts. Mit jedem gewonnenen Rennen und gesammelten Münzen könnt ihr außerdem neue Outfits, Hupen und Karts freispielen.

„Mario Kart“-Standards trifft auf Pappe und Plastik

In technischer Hinsicht ist „Mario Kart Live: Home Circuit“ ein ganz passabler Titel. Zwar sind die Strecken natürlich sehr davon abhängig wo ihr gerade fahrt, aber Hindernisse oder die Tore sind schön plastisch gestaltet. Die Menüs und die Handhabung entsprechen gängigen „Mario Kart“-Standards.

Das Fahrverhalten des Karts ist ziemlich gut und wirkt in Realität etwas langsamer wie es dann letztlich auf dem Bildschirm zu sehen ist. So hat man aber immer eine gute Kontrolle über das Fahrzeug, vorausgesetzt der Empfang ist gut. Und hier sind wir schon bei einem ärgerlichen Knackpunkt. Wie gesagt, das Spiel ist für den Indoor-Einsatz gemacht, aber wenn schon kleinere Hindernisse den Empfang des Karts so beeinträchtigen, dass ich es kurze Zeit nicht unter Kontrolle habe, ist das sehr ärgerlich. Generell liest man im Netz davon, dass gerade Switch-Konsolen der ersten Generation hier ein größeres Problem haben.

Das Kart an sich ist hochwertig verarbeitet und kann so getrost auch ins Regal als Merch gestellt werden. Auch nach einigen Unfällen mit Tischbeinen oder Türrahmen blieb das Fahrzeug heil. Die Reifen des Karts nehmen aber viel Dreck beim Fahren auf, so dass das Benutzen außerhalb der Wohnung auch deshalb nicht ratsam ist. Die Papp-Tore hielten auch einige Crashs aus und lassen sich nach den Rennen auf eine praktische Größe zusammenfalten. 

Aber man braucht eben etwas Platz, um sich damit vollends auszutoben. Das sollte man beim Kauf schon beachten. 

FAZIT: Schöne Spielerei mit Einschränkungen

„Mario Kart Live: Home Circuit“ ist mit den Labo-Spielzeugen vergleichbar. So machen die ersten Schritte damit unheimlich viel Spaß, aber irgendwie ist doch relativ schnell die Luft raus. Ohne Frage ist das Übertragen des „Mario Kart“-Spielkonzepts in die Realität super gelungen und wie auch beim Hauptspiel ärgert man sich über blaue Panzer kurz vorm Ziel und unnachgiebige Feinde, aber es fehlt etwas! Und zwar die Kreativität der Strecken. Klar, man kann nun selber Kurse bauen, aber eben doch nur eingeschränkt. 

Zudem bietet das Spiel inhaltlich nicht gerade viel. Neben dem schon erwähnten Einzelspieler-Modus mit verschiedenen Pokalen in unterschiedlichen Rennklassen, kann man auch eine Multiplayer-Partie mit einem anderen Kart starten.

Wie schon erwähnt, ist auch die Technik immer wieder ein Hindernis für schnörkelloses Spielen. Die Verbindungsabbrüche und daraus resultierenden Ruckler sind ärgerlich, auch sieht man gelegentlich durch die über das Bild gelegten Filter nur sehr schwer die eigentliche Strecke. Hierfür ist die Qualität der Kamera dann doch nicht allzu gut. 

Alles in allem ist „Mario Kart Live: Home Circuit“ eine spannende Spielerei, die mal wieder zeigt, wie kreativ man bei Nintendo endlich mal wieder mit seinen Marken umgeht. Doch fehlt dann eben ein bißchen was. Die kreativen Strecken aus den Hauptspielen kann man eben hier doch nicht nachbauen und das macht einen großen Reiz der eigentlichen „Mario Kart“-Spiele doch aus, oder?

Wie schon bei Nintendo Labo verzichten wir auch hier auf eine reguläre Wertung des Spiels. 

 

Über Christian Suessmeier 477 Artikel
Nachdem ich schon in jungen Jahren Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Reptilien rettete und mich mit einem kleinen Raumschiff durch das Weltall ballerte, ließ mich die Faszination Videospiele nicht mehr los. Besonders japanische Spiele haben es mir angetan, außerdem war ich auch immer ein großer Fan von spezielleren Konsolen wie dem Sega Saturn. Ein Herz für Außenseiter quasi! In Sachen Spielen verehre ich die "Yakuza"-Reihe, mag filmische Abenteuer wie "The Last of Us" und absolviere gerne mal eine Partie "PES" zwischendurch. Ansonsten schlägt mein Herz aber auch für den japanischen Film, Regisseure wie Shion Sono, Shinya Tsukamoto oder Takeshi Kitano sind einfach Gold wert. Weiterhin investiere ich meine Zeit aber auch gerne in Comics und dem kreativen Arbeiten(Schreiben, Zeichnen...).

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