“Yakuza – Like A Dragon“: Lest hier, warum es mein Spiel des Jahres ist!   

Segas „Yakuza“-Franchise gehört zu den wohl besten Vertretern der digitalen Unterhaltung. Nicht nur, dass es jeder teil bisher schaffte, eine unglaublich dichte und spannende Story zu erzählen, es gelang auch Mühelos absurden Humor mit brachialer Ernsthaftigkeit zu paaren. Und aus spielerischer Sicht sind die Spiele so vollgepackt mit Inhalten, wie keine andere Videospiel-Serie. Taxifahren, Tanzen, Karaoke, Darts, Billard, Air Hockey, Drohnenrennen, Hostessenbesuche (oder gleich die ganze Verwaltung), Real Estate, Pop-Idol Training alte SEGA-Klassiker emuliert in der virtuellen Spielhalle und so unglaublich viel mehr. Dazu gibt es ein wunderbar ausgeklügeltes Kampfsystem.

Nach dem Finale in Teil 6, welches den Abschied von Serien-Veteran Kiryu Kazuma markierte, wird gerade dieses aber im siebten Teil fehlen. Vorbei sind die Zeiten, in welchen noch auf die Knöpfe gehämmert wurde, denn nun wurde sich ausgiebig bei „Persona“ bedient, was bedeutet, dass es nun rundenbasierte Kämpfe geben wird. Eigentlich mal ganz interessant, wenn das mit urbaner Umgebung statt Fantasy-Ambiente gepaart wird. Im Kern ist „Yakuza: Like a Dragon“ eine Underdog-Geschichte. Der neue Protagonist Ichiban Kasuga, Mitglied einer eher unbedeutenden Yakuza-Familie, muss sich sein Glück hart erarbeiten. Er büßte für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat, um seinen Patriarchen und die Vater-Figur Masumi Arakawa zu schützen. Nachdem er 18 Jahre einsaß, entdeckt er, dass sein früherer Clan fast vollkommen zerschlagen wurde. Die wenigen, verbleibenden Mitglieder werden auf der Straße gejagt – möglicherweise ist sein alter Patriarch dafür verantwortlich. Ichiban spürt, dass er betrogen wurde. Er will die Wahrheit herausfinden – und damit beginnt die Story von “Yakuza: Like a Dragon“.

Ich habe jetzt “Yakuza – Like a Dragon“ durch. Nach 140 Stunden fällt mir der Abschied mehr als schwer… Jeden Einzelnen der Hauptfiguren hab ich, im Laufe der Abenteuer, die wir zusammen erlebt haben, so ins Herz geschlossen, dass es wirklich schmerzt, jetzt den Controller auf die Seite zu legen.

Ja, ich war anfangs skeptisch, ob Yakuza und rundenbasiertes Kampfsystem passen können, jetzt weiß ich, dass sie füreinander gemacht wurden! Ernsthaft: Es fühlt sich so rund an, dass ich das Kampfsystem der anderen Yakuzen gar nicht mehr haben will. So perfekt greift das alles ineinander! Außerdem hat sich KEINE einzige Aufgabe wie Pflicht angefühlt, alles war purer Spielspaß, wo es bei anderen Teilen schon ab und zu zur Arbeit ausgeartet ist.

Die Story ist, dadurch dass es ja quasi ein neuer Teil 1 ist, auch nicht so aufgeladen und kommt ohne irgendwelche Clans und Familien aus und ist unglaublich packend. Auch die Übergabe der Hauptrolle im Spiel von Kazuma zu Ichiban ist derart gut gemacht, dass sie Kazuma nicht nur einen würdigen Abschied gibt, sondern auch einen Sturzbach an Tränen hervorruft. Apropos Ichiban: Der ist so sympathisch und gutherzig, dass ich ihn schon jetzt genau so gerne habe wie Kazuma. Ichi ist einfach ein gutmütiger Trottel mit einem großen Herz und einem ebenso großen Sinn für Gerechtigkeit. So strotzt diesmal auch die Story nur so vor Menschlichkeit und rückt Personen in den Mittelpunkt, dir man nie und nimmer als Helden angesehen hätte: So besteht die Party aus Obdachlosen, Rentnern, Prostituierten und Ausgestoßenen und sie alle bekommen eine Würde und einen Umgang, dass man das eigene Weltbild mehr als einmal hinterfragt.

Das Gameplay ist absolut genial! Es gibt so viel zu tun : Dosen sammeln ( “Pacman” in 3D, sehr süchtig machend), Dragon Kart ( ein Kart Racer mit 16 Strecken, bei welchem, wie bei Mario Kart, immer Lust und Frust eng beieinander liegen), eine eigene Firma gründen, die Quartalsberichte checken, Personen anheuern und feuern, Gebäude kaufen, Aktionäre milde stimmen etc.), extrem spaßige Kino Besuche, Kampfarenen, Karaoke, Dating Sims, Black Jack, Poker, Darts, alte Sega-Klassiker wie “Fantasy Zone”, “Hang-On”, “Virtua Fighter 2 und 5”… Ach so viel mehr!

Richtig toll ist vor allem auch das Setting: Anstatt, wie gewohnt von einem Rollenspiel im Mittelalter Drachen und Monster zu kloppen, haben wir es hier mit besoffenen Rowdies, Kredithaien, Gangs, Schlägern und vielem mehr zu tun. Dank der genialen deutschen Übersetzung treffen wir auf etwa auf MIESE METZGER, RITTER VOM FASS und BIERSERKEN, WILDE WERFER und KRAFTPROTZE (welche Muskeln mit Selbstwert verwechseln) und KASSEN PATIENTEN um nur einige zu nennen.

Jede der sieben Hauptfiguren kann bis zu 7 Jobs lernen, also quasi die Klassen. So wird aus einem Weißmagier eine Popsängerin und aus einem Schwarzmagier ein Koch. So viele liebevolle Details runden alles ab. Yakuza und RPG passen so viel besser zusammen, als mit dem Echtzeitgehämmere der Tasten. Ja, für mich ist “Yakuza – Like a Dragon“ nicht nur das beste YAKUZA bisher und das Spiel des Jahres, sondern gehe ich sogar soweit, es mein Spiel des Jahrzehnts zu nennen! Aber leider, stehe ich da wohl wieder mal nahezu alleine mit der Meinung da :Schaut man auf die Verkäufe und schaut in die Foren, so wollen wohl die meisten wieder das alte Kampfsystem zurück, was wohl bedeutet, dass das wohl Ichibans einziger Auftritt bleiben könnte…

So oder so: Danke für die tolle Zeit und das geniale Spiel, Ichiban und Nagoshi.

Hier gibt es den  fetzigen Trailer aus den USA:

 

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Und hier für den X-Box-Pendant:

Mögt Ihr die „Yakuza“-Serie? Schreibt es uns in die Kommentare:

 

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Über Kamurocho-Ryo 1740 Artikel
Meine Liebe zum Film entflammte so richtig im Jahre 1993, als mein 11-jähriges Ich von der gigantischen Werbekampagne zu "Jurassic Park" gehirngewaschen wurde. Seit dem ist dies auch mein Lieblings-Film. Entgegen dazu, hängt mein Herz aber am asiatischen Kino und der ganzen Kultur. Ganz egal ob Japan, Philippinen, Thailand, Indonesien, China oder Korea, die Filme aus Asien sind immer etwas ganz besonderes und unendlich viel tiefer als der amerikanische Hollywood-Einheitsbrei. Spieletechnisch hatte ich eine hervorragende Kinderstube, soll heißen, NES und GAME BOY bevor viele weitere folgten. Bin dennoch ein Sega-Jünger. Lieblings-Regisseure: Hideaki Anno, Akira Kurosawa Lieblings-Spiele: Metal Gear Solid 1, Final Fantasy VII, Zelda - Ocarina of Time Lieblings-Film-Komponist: Jerry Goldsmith

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