Die Tür ins Jenseits

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  • Die Tür ins Jenseits

  • Originaltitel:
    From Beyond The Grave
    Produktionsjahr:
    1974

Userkritik zu Die Tür ins Jenseits

doobee
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Bewertung: 6/10 Punkte

Im Antiquitätenladen „Temptations Ltd.“ gibt es allerlei Sachen zu kaufen. Der schrullige Besitzer (Peter Cushing) hat Angebote denen man nicht widerstehen kann. Und zu jedem Einkauf verspricht er noch eine Ueberraschung:

1. Der ungebetene Gast

Edward Charlton (David Warner) ergaunert sich einen uralten Spiegel für nur 25 anstelle der verlangten 250 Pfund, indem er dem Besitzer erzählt dass es sich um eine Replika handelt. Ein schlechtes Geschäft für ihn, denn im Spiegel ist ein Geist gefangen, der sich während einer Séance manifestiert und von Edward Blutopfer verlangt, damit er wieder unter den Lebenden wandeln kann. Schon bald verwandelt sich Edwards Wohnung in ein Schlachthaus, doch noch immer ist der Blutdurst des Geistes ungestillt….

Die ziemlich zähflüssige und blutarme Erzählweise verschenkt das Potential dieser Geschichte. Auch die Schlusspointe kann nur bedingt überzeugen, da sie sehr vorhersehbar ist. David Warner als Edward hingegen macht einen tollen Job. Er ist ein sicherer Wert und meistert die Story quasi im Alleingang.

2. Ein Akt der Freundlichkeit

Christopher Lowe (Ian Bannen) steht gehörig unter der Fuchtel seiner Frau Mabel (Diana Dors). Sie kritisiert und demütigt ihn andauernd, ohne dass er sich gross wehren kann. Eines Tages lernt er den Kriegs-Veteranen Jim Underwood (Donald Pleasance) kennen, der auf der Strasse Schnürsenkel und Streichhölzer verkauft. Schon bald entwickelt sich so etwas wie eine Freundschaft zwischen den beiden. Als Jim von Christopher wissen will welche Orden er denn während seines Kriegseinsatzes erhalten hat gerät dieser in Erklärungsnot. Als Offizier des Finanzkorps war er nie auch nur in der Nähe einer Front und hat dementsprechend auch nichts vorzuweisen. Im Antiquitätengeschäft entdeckt er ein seltenes Verdienstkreuz, welches der kämpfenden Truppe für besondere Tapferkeit ausgehändigt worden war. Er stiehlt dieses kurzerhand. Mittlerweile besucht Christopher Jim und dessen Tochter Emily (Angela Pleasance) auch regelmässig zu Hause. Emily ist eine Woodoo-Zauberin, welche Christopher jeden Wunsch erfüllen will, er muss ihn nur nennen. Die Versuchung ist gross, auf diese Weise seine ungeliebte Frau loszuwerden…..

Diese Geschichte besticht vor allem durch die hervorragende Besetzung. Donald Pleasance ist ohnehin ein Garant für hohe Schauspielkunst. Ihn mit seiner nicht minder talentierten Tochter Angela gemeinsam vor der Kamera stehen zu sehen ist schon bemerkenswert. Auch Ian Bannen liefert eine denkwürdige Performance ab. Er ist ein Loser, der von vergangenen heroischen Kriegstaten schwelgt, die er notabene selber gar nicht miterlebt hat. Er hat ein giftiges, faules, freches Weib zu Hause, welches ihm das Leben zur Hölle macht. Er ist einsam und frustriert und gerät daher in die Fänge von Jim und dessen unheimlicher Tochter Emily. Auch Diana Dors interpretiert ihre Rolle als Mabel sehr überzeugend. Die ehemalige Sexbombe der 50er Jahre präsentiert sich hier sichtlich gealtert und in die Breite gegangen. Eine unerwartete und griffige Schlusspointe rundet diesen gelungenen Beitrag ab.

3. Der Elementargeist

Reginald Warren (Ian Carmichael) findet im Antiquitätengeschäft eine Schnupftabakdose. Weil sie ihm mit 40 Pfund zu teuer ist tauscht er das Preisetikett kurzerhand mit einer anderen Dose, welche für 5 Pfund zu haben ist. Zusätzlich handelt er sie noch auf 4 Pfund runter. Auf dem Heimweg im Zug macht er Bekanntschaft mit Madame Orloff (Margaret Leighton). Sie ist eine durchgeknallte Hellseherin und erzählt ihm, dass er einen Elementargeist auf der Schulter sitzen habe. Dies sei eine unsichtbare, körperlose, mörderische Kreatur, welche von ihm Besitz ergreifen wolle. Reginald tut dies als Unsinn ab. Aber als er nach Hause kommt muss seine Frau Susan (Nyree Dawn Porter) am eigenen Leib erfahren, dass etwas nicht stimmt. Denn da ist irgend etwas das versucht hat sie zu erwürgen. In ihrer Verzweiflung wenden sich die beiden an Madame Orloff. Diese kommt zu ihnen nach Hause und veranstaltet einen Exorzismus, bei dem die halbe Bude zu Bruch geht. Der Geist scheint vertrieben, aber….

Diese Episode wartet mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors auf. Köstlich ist die Exorzismus-Szene, welche Anleihen an Friedkin’s „The Exorcist“ nimmt, aber das Ganze ins Humoristische überträgt. Sehr gut agiert Margaret Leighton als Madame Orloff. Sie ist das komödiantische Highlight in dieser eigentlich tragischen Story. Das Ende ist denn auch entsprechend krass.

4. Die Tür

William Seaton (Ian Ogilvy) kauft im Antiquitätengeschäft eine antike Tür, welche er als Schranktüre einsetzen will. Er kann aber nur 40 Pfund bezahlen. Obwohl sie einiges teurer wäre überlässt sie ihm der Besitzer für diesen Betrag. Als dieser den Raum verlässt um eine Quittung zu schreiben lässt er die Kasse offen. Sehr verlockend für William….Einmal eingbaut erweist sich die Tür als Pforte in eine andere Welt. Es ist ein blauer Raum, erschaffen im späten 17. Jahrhundert vom Schwarzmagier Sir Michael Sinclair (Jack Watson). Ein Geisterraum, gestaltet aus dem Blut derjeniger die dafür geopfert wurden. Doch der Raum muss von Zeit zu Zeit gefüttert werden. Die Tür, getaucht ins warme Blut der unzähligen Opfer, ist eine Falle. Sie soll die Seelen der Unglücklichen fangen, damit Sir Michael weiter existieren kann. William und seine Frau Rosemary (Lesley-Anne Down) müssen den Kampf gegen diesen Dämonen aufnehmen….

Diese Geschichte hat viel Gemeinsames mit der ersten, nur dass hier eine Tür anstatt ein Spiegel der Hüter des Bösen ist. Visuell ist sie mit Abstand die Stärkste. Der spinnwebenverseuchte und von flackerndem Kerzenlicht erhellte blaue Raum wirkt sehr gespenstisch. Das Porträt des Schwarzmagiers, das alte Buch „Ein Experiment der Dunkelheit“, die Fallen, welche für zukünftige Opfer aufgestellt wurden, dies alles ist eine wahre Freude für Gothic-Horror Liebhaber. Ian Ogilvy, bekannt unter anderem wegen seiner Rolle als Offizier Richard Marshall im herausragenden „Witchfinder General“, kann hier richtig auftrumpfen. Er spielt den Part des einfachen Mannes, der in einen Strudel des Uebernatürlichen hineingerissen wird, sehr überzeugend.

Dies waren sie also, die vier Geschichten der siebten und letzten Horror-Anthologie von Amicus. Dies ist sicher nicht der beste Beitrag dieser Serie. Dafür sind die Geschichten teilweise zu langatmig aufgebaut und wirken gar arg konstruiert. Die Rahmenhandlung um den skurrilen Anitquitätenladen und dessen verschrobenen Besitzer ist auch nicht besonders originell und lässt den roten Faden vermissen, der die einzelnen Episoden verbindet. Eine Freude hingegen ist es, dem grossen Peter Cushing zuzuschauen. Er hatte, bis auf den sechsten Beitrag „The Vault of Horror“, in allen Amicus-Anthologien mitgespielt und diesen seinen Stempel aufgedrückt. Auch hier meistert er seine Rolle mit Leichtigkeit und Brillanz. Er wirkt um Jahre gealtert und sehr fragil, aber seine Präsenz hat geradezu etwas Magisches an sich. Regie führte Kevin Connor. Dies war seine erste Regiearbeit überhaupt. Freunden der 80er-Jahre Slasher-Filme dürfte Connor wohl für seine Inszenierung von „Motel Hell“ bekannt sein. Er macht hier seine Sache nicht schlecht. Die Moral der Geschichte ist nicht neu, dafür aber umso treffender: Die Liebe zum Geld ist die Wurzel allen Uebels. Bezeichnend dafür ist auch, dass die letzte Episode „Die Tür“ die einzige mit einem Happy-End ist, weil William der Einzige war, welcher den Besitzer von „Temptations Ltd.“ nicht übers Ohr gehauen hatte, wie man später erfährt. Ganz am Schluss versucht auch noch ein Gauner, welcher schon zu Beginn der vorangegangen Episoden in böser Absicht vor dem Geschäft herumgelungerte, dort einzubrechen. Auch dieser Versuch nimmt ein tragisches Ende. Die Musik von Douglas Gamley verdient auch noch Erwähnung. Das Titelstück ist sehr düster und bedrohlich gehalten, mit allerlei Geräuschkulissen wie schreienden Frauen, weinenden Babys und einem schauerlichen Choral.

Fazit: Nicht der beste Amicus-Episodengrusler, aber ein würdiger Abschluss der Serie und dank der teilweise grandiosen Besetzung und soliden Inszenierung jederzeit einen Blick wert. 6/10

geschrieben am 10.02.2018 um 12:08

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