In der Schlinge des Teufels

Userkritik zu In der Schlinge des Teufels

doobee
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Bewertung: 6/10 Punkte

Fünf Männer betreten nach und nach den Fahrstuhl eines Bürohochhauses. Obwohl sie Erdgeschoss gedrückt haben werden sie ins Tiefparterre befördert. Sie landen in einer Art Krypta, die Fahrstuhltüre lässt sich nicht mehr öffnen und es gibt auch keinen anderen Ausgang. Da sie nichts anderes zu tun haben, beginnen sie sich von ihren schlimmsten Alpträumen zu erzählen:

1. Midnight Mess

Harold Rogers (Daniel Massey) ist auf der Suche nach seiner Schwester Donna (Anna Massey). Sie ist Alleinerbin des Vermögens des Vaters, welches sich Harold unten den Nagel reissen will. Ein Privatdetektiv, welchen er danach gleich als lästigen Mittwisser umbringt, nennt ihm den Wohnort von Donna. Er macht sich auf in dieses Kaff, wo sich die Einwohner vor der Dunkelheit fürchten und wo anscheinend schon 17 blutleere Körper aufgefunden wurden, wie ihm Donna erzählt. Wenig beeindruckt davon meuchelt Harold seine Schwester. Nach getaner Arbeit begibt er sich in ein nahegelegenes Lokal, um seine Tat mit einem Diner zu feiern. Dies hätte er lieber bleiben lassen, denn dort kommt es zu einem unerwarteten und sehr unerfreulichen Wiedersehen mit seiner totgeglaubten Schwester…

In vielen der Amicus-Anthologien gibt es eine Vampirgeschichte. Diese hier ist ziemlich originell und bleibt vor allem wegen der äusserst makabren und gorigen Schlusspointe in Erinnerung. Daniel Massey macht eine gute Figur als ruchloser Erbschleicher. Anna Massey dürfte den Fans bekannt sein für ihre Darstellung der Babs Milligan in Hitchcock’s „Frenzy“. Hier bleibt sie im wahrsten Sinne des Wortes eher blass.

2. The neat Job

Der schon etwas ältere aber dafür umso reichere Arthur Critchit (Terry Thomas) heiratet die mittellose Eleanor (Glynis Johns). Schon bald entpuppt er sich als pingeliger Ordnungsfanatiker dem Eleanor nichts recht machen kann. Er hackt so lange auf ihr rum bis sie zurückhackt, und zwar mit einem Hammer auf den Kopf ihres quengelnden Gatten. Wie sie es von Arthur gelernt hat, entsorgt sie dessen Ueberreste auf besonders ordentliche Art und Weise…

Eine sehr gelungene und witzige Episode. Hier gibt es nichts Uebernatürliches, es ist die einfache Geschichte einer Frau, welche durch ihren Mann buchstäblich in den Wahnsinn getrieben wird. Terry Thomas, ein begnadeter Komiker und Prototyp des britischen Snobs, glänzt in seiner Rolle als nerviger Dilettant. Glynis Johns steht ihm in nichts nach. Man kann wirklich Mitleid empfinden mit der schusseligen, immer unsicherer werdenden Eleanor, bis sich all ihre aufgestaute Wut und Frust im blutigen Mord entlädt.

3. This Trick’ll kill you

Der Magier Sebastian (Curt Jürgens) befindet sich mit seiner Frau Inez (Dawn Addams) in Indien. Die beiden wollen sich dort Inspirationen für ihre Zaubertricks holen. Eines Abends begegnet er einer jungen Frau (Jasmina Hilton), welche mit ihrem Flötenspiel einen Seilstrick dazu bringt, aus einem Korb in die Höhe zu steigen. Als sie dann auch noch an diesem Seil hochklettert ist Sebastian hin und weg. Er will dem Mädchen den Trick abkaufen. Doch diese sagt ihm, dass es kein Trick sei sondern dass es sich tatsächlich um ein magisches Seil handle. Als sie Sebastian auch das Seil nicht verkaufen will, bringt er sie mit Hilfe seiner Frau um. Dies hat fürchterliche Konsequenzen……

Eine mittelmässige Geschichte um Gier und Magie. Die indische Atmosphäre kommt ganz annehmbar rüber, da haben die Requisiteure einen guten Job gemacht. Der grosse Curt Jürgens überzeugt nicht als über Leichen gehender Zauberkünstler. Er wirkt irgendwie unmotiviert und wohl auch unterfordert mit dieser doch eher trivialen Rolle. Dawn Addams dürfte den Hammer-Fans bekannt sein für ihren Auftritt als Gräfin und Mutter von Carmilla in „Gruft der Vampire“. Hier bleibt auch sie unter ihren Möglichkeiten.

4. Bargain in Death

Maitland (Michael Craig) ist ein erfolgloser Schriftsteller. Da er beinahe bankrott ist ersinnt er einen perfiden Plan um an das Geld seiner Lebensversicherung zu kommen. Mittels Medikamenten will er sich in den Scheintod versetzen und lebendig begraben lassen. Sein Kollege Alex (Edward Judd) soll ihn dann wieder ausgraben und die Versicherungssumme kassieren. Danach plant er, Alex aus dem Weg zu räumen da dieser dann ja nicht mehr gebraucht wird. Aber auch Alex hat seine eigenen Pläne. Das Vorhaben wird in die Tat umgesetzt. Die beiden Medizinstudenten Tom (Robin Nedwell) und Jerry (Geoffrey Davies) werden Zeuge des vermeintlichen Todes von Maitland. Da sie dringend eine frische Leiche für ihre Studien benötigen beschliessen sie, Maitland wieder auszubuddeln. Eine Aktion mit tragischen Folgen…

Ziemlich morbide Geschichte, welche mit der Angst vor dem lebendig begraben werden spielt und dabei Anleihen an den grossen Edgar Allan Poe macht. Es scheint schlicht undenkbar, dass man sich freiwillig lebendig begraben lässt, auch wenn dabei das grosse Geld winkt. Entsprechend absurd kommt denn auch die Geschichte daher, welche wenigstens mit einer originellen und ziemlich blutigen Schlusspointe aufwarten kann. Die Szenen auf dem Friedhof sind gut eingefangen und verbreiten zumindest einen Hauch von Gothic-Horror.

5. Drawn and Quartered

Der Maler Moore (Tom Baker) lebt und arbeitet auf einer tropischen Insel. Eines Tages besucht ihn sein Freund Bob Dickson (Maurice Kaufmann). Von diesem erfährt er, dass seine Bilder in seiner Heimat hoch gehandelt werden und erst kürzlich eines für 5000 Pfund verkauft worden sei. Moore hat nichts von diesem Geld gesehen, er ist also von seinem Agenten Diltant (Denholm Elliot) übers Ohr gehauen worden. In den Betrug involviert waren auch noch der Kunstkritiker Breedley (Terence Alexander) und der Gallerist Gaskill (John Witty). Moore will sich rächen. Mit Hilfe von Voodoo-Zauber entwickelt er die Fähigkeit, Dinge zu manipulieren oder gar zu zerstören, indem er diese zeichnet und die Zeichnungen danach ändert oder vernichtet. Er reist nach London, wo er einen nach dem anderen der Betrüger auf ihrem Vergehen angepasste Art und Weise umbringt. Die Rache ist vollendet, doch leider macht der Voodoo-Zauber keinen Unterschied zwischen Freund und Feind….

Rache mittels Voodoo-Zauber, ein Thema beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Trotzdem wirkt die Geschichte erfrischend anders. Dies ist sicherlich auch Tom Baker zu verdanken, der eine ungeheure Präsenz entwickelt und diese Episode zu etwas Besonderem macht. Baker ist vor allem bekannt für seine Darstellung des vierten Doktors in „Doctor Who“, eine Rolle die er sagenhafte sieben Jahre, von 1974 bis 1981, verkörperte.

Nachdem die Männer ihre Geschichten fertig erzählt haben öffnet sich die Lifttüre wieder, aber nicht zur Kabine, sondern zu einem Friedhof. Und dorthin verschwinden die Männer einer nach dem anderen und lösen sich in Nichts auf. Jetzt erfährt man dass es Tote sind, die Nacht für Nacht und bis in alle Ewigkeit von den teuflischen Taten berichten müssen, welche sie zu Lebzeiten begangen hatten…

Roy Ward Baker inszenierte diese sechste und vorletzte Horror-Anthologie der britischen Produktionsgesellschaft Amicus. Die Episoden basieren auf den Geschichten der Comicserie „Tales from The Crypt“ von William Gaines. Baker hatte ein feines Gespür für die schwarzhumorige und gorige Natur dieser Geschichten und inszenierte sie mit sicherer Hand. Er konnte sich dabei auf ein gutes Team verlassen, angefangen bei Kameramann Denys Coop, der auch schon bei „Asylum“ tolle Arbeit geleistet hatte. Oder Maskenbildner Roy Ashton, ein Meister seines Fachs, der in unzähligen Hammer-Produktionen sein grosses Können unter Beweis gestellt hatte. Auch die Musik von Douglas Gamley hat Charakter: wir hören dramatische Bläsersätze und Streicher, die zwecks Spannungserzeugung schon mal „Psycho“-Spitzen erreichen. Die Darsteller agieren alle auf gutem bis sehr gutem Niveau, wenn auch ein Curt Jürgens nicht richtig auf Touren kommt. Was fehlt ist ein wirklich grosser Name, wie z.B. Peter Cushing, welcher in allen anderen Amicus-Episodenfilmen mitgespielt hatte und hier schmerzlich vermisst wird. Auch die Rahmengeschichte ist ziemlich einfaltslos und hätte gerade so gut weggelassen werden können.

Fazit: Klassisches britisches Horrorkino, schwarzhumorig und mit einer Prise Gore. Nicht nur für Komplettisten der Amicus Horror-Anthologien empfehlenswert. 6/10

geschrieben am 10.02.2018 um 11:55

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