Der Fremde von Paso Bravo

Userkritik zu Der Fremde von Paso Bravo

doobee
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Bewertung: 6/10 Punkte

Gary Hamilton (Anthony Steffen) kehrt nach einem Knastaufenthalt wegen Trunkenheit in seine Heimatstadt Paso Bravo zurück. Er ist auf einer Rachemission, denn während er im Knast sass sind seine Frau und Tochter bei einem Brand ihrer Farm ums Leben gekommen. Schnell findet Gary heraus dass der reiche und sadistische Haciendero Acombar (Eduardo Fajardo) dabei seine Finger im Spiel hatte. Mit der Hilfe von ein paar Verbündeten macht er sich auf, diesem Teufel in Menschengestalt und seiner Sippe endgültig den Garaus zu machen…

Salvatore Rosso inszenierte diesen Italowestern im Jahre 1968, es sollte sein einziger Genrebeitrag bleiben. Wir bekommen einen klassischen Rachewestern zu sehen, wie sie zu dieser Zeit quasi am Fliessband gedreht wurden. So bietet auch diese Story nichts wirklich Neues. Trotzdem ist es ganz unterhaltsam, dem Treiben zuzuschauen. Wir erleben z.B. eine Entführung inklusive Gegenentführung, welche so etwas wie Spannung erzeugen können. Das staubige Kaff Paso Bravo ist gut in Szene gesetzt, wir bekommen ein paar deftige Prügeleien zu sehen und auch der Showdown auf Acombar’s Ranch ist gelungen, wenn er auch ruhig etwas kürzer hätte ausfallen können. Was bei mir wirklich Eindruck hinterlassen hat ist die vorzügliche Besetzung. Anthony Steffen zeigt sich hier von seiner eher unbekannten Seite. Er kommt als glattrasierter, unbewaffneter Abstinenzler nach Paso Bravo. Dies macht ihn sofort zur Zielscheibe von Acombars Leuten, die ihn demütigen und verprügeln, bis er sich dann endlich zur Wehr setzt und gleich sechs von ihnen gleichzeitig mit einer Winchester zur Hölle schickt. Er ist kein Revolver- sondern ein Gewehrheld, der blendend mit dieser Waffe umgehen kann. Man sieht Steffen auch das eine oder andere Mal zumindest lächeln, ebenfalls eher selten bei dem als „Steinfresse“ bekannten Schauspieler, welcher normalerweise kaum irgend eine Gefühlsregung zeigte. Eine gelungene Vorstellung von Steffen! Mit Eduardo Fajardo bekommt er es mit einem ganz grossen Kaliber zu tun, und dies nicht zum ersten Mal. Die beiden waren schon in früheren Produktionen aufeinander geprallt, so z.B. in „Eine Bahre für den Sheriff“ aus dem Jahre 1965. Dabei ist die Rollenverteilung immer gleich: Steffen ist der Antiheld und Fajardo gibt den Widerling. Und dies tut er auch hier mit Bravour. Ich habe ihn selten böser und unsympathischer erlebt als hier. Erwähnenswert ist auch noch der gute José Calvo, den wir als reisenden Hausierer geniessen dürfen und welcher im Shodwon auf der Ranch an Gary’s Seite kämpft. Noch ein Wort zur Musik von Angelo Francesco Lavagnino. Diese bietet ein starkes, gitarren- und trompetendominiertes Titelstück, welches wahlweise nur Instrumental dargeboten wird oder auch von Gesang begleitet.

Fazit: Im Westen nichts Neues, sondern routiniert in Szene gesetzte Hausmannskost. Kein Highlight, aber dank der erstklassigen Besetzung gibt’s von mir 6/10

geschrieben am 09.02.2018 um 08:52

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