Die Legende vom Werwolf

Userkritik zu Die Legende vom Werwolf

doobee
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Bewertung: 5/10 Punkte

Frankreich im 19. Jahrhundert: Etoile wurde als Baby von Wölfen adoptiert und lebt ein freies Leben als Wolfsjunge. Eines Tages wird er von Tiny (Norman Mitchell) während der Jagd aufgegriffen. Tiny ist das Mädchen für alles im abgehalfterten Wanderzirkus von Monsieur Pamponi (Hugh Griffith). Dieser nimmt das unerwartete Geschenk gerne an und präsentiert den kleinen Jungen fortan als Sensation in seiner äusserst bescheidenen Freakshow. Trotzdem wächst Etoile zu einem normalen, gesunden und attraktiven jungen Mann (David Rintoul) heran. In einer Vollmondnacht jedoch bricht das Tier in ihm durch und er verwandelt sich in einen Werwolf. Sein erstes Opfer ist Tiny, welcher Etoile als Täter identifizieren kann bevor er stirbt. Dieser muss fliehen und landet schliesslich in Paris, wo er im heruntergekommenen Zoo von Marcel Duvic (Ron Moody) eine Anstellung findet. Dort lernt er auch Christine (Lynn Dalby) kennen, die jeweils zusammen mit ihren Kolleginnen ihre Mittagspause im Zoo verbringt. Etoile verliebt sich in sie. Er weiss nicht dass Christine eine Prostituierte ist, welche im nahegelegenen Bordell arbeitet. Als er es erfährt und Christine seine Liebe verschmäht wird er erneut zum Werwolf und tötet gleich drei von Christines Freiern in einer Nacht. Dies ruft den Polizei-Pathologen Professor Paul Cataflaque (Peter Cushing) auf den Plan. Dieser ist überzeugt dass die Männer von einem Wolf getötet wurden. Noch ahnt er nicht die schreckliche Wahrheit, während dem Etoile weiterhin seine blutige Spur durch Paris zieht….

Neben „The Ghoul“ war dies der einzige nenneswerte Beitrag der britischen Produktionsgesellschaft Tyburn im Horrorgenre. Wie bei jenem waren auch hier Anthony Hinds für das Drehbuch und Freddie Francis für die Regie verantwortlich. Die beiden Filme wurden im selben Jahr gedreht, wobei „The Ghoul“ etwas früher in die Kinos kam. Einen Werwolf-Film zu drehen ist eine Herausforderung. Wie viel Handlung und wie viel Action benötigt man, um die Zuschauer zu fesseln? Dies merkt man auch hier: die Geschichte beginnt sehr behäbig, es wird viel Zeit für die Vorgeschichte verwendet und es dauert lange, bis Etoile dann endlich in Paris landet und etwas Fahrt ins Geschehen kommt. Danach explodiert der Body-Count und der Zuschauer fragt sich ob die Dramaturgie nicht etwas besser hätte dosiert werden können. Anleihen an den Hammer-Klassiker „Der Fluch von Siniestro“ sind dabei unverkennbar. Die Werwolf-Maske ist sehr ähnlich und auch hier wird aus dem verschmähten Liebhaber ein Werwolf. Oder wurde Etoile zum Monster weil er von Wölfen aufgezogen wurde? Es gibt keine Erklärung und letztendlich interessiert es auch niemanden. Die Kulissen sind äusserst gelungen. Obwohl in den Londoner Pinewood-Studios platziert verbreiten sie einen hübschen französischen Charme. Die Effekte können sich auch sehen lassen: die Kills sind relativ blutig und mit subjektiver Kamerführung, d.h. dass sie aus der Sicht des Killers gezeigt werden, und dies mit einem bedohlichen Rotfilter. Das hat schon etwas Besonderes an sich. Auch die Close-ups auf das blutverschmierte Werwolf-Gebiss sind beachtenswert. Doch der eigentliche Star ist nicht der Wolfsmensch, sondern Peter Cushing in seiner Rolle als Professor Paul Cataflaque, obwohl er bis zur zweiten Hälfte des Films auf seinen Einsatz warten muss. Einmal mehr gelingt es Cushing, einen Film aus den Niederungen der Bedeutungslosigkeit auf ein zumindest akzeptables Niveau zu heben. Sein Spiel ist brillant und sehr facettenreich. Professor Paul ist ein schrulliger, exzentrischer Pathologe und Hobby-Detektiv, welcher sich trotz Verbot seiner Vorgesetzten in die Ermittlungen einmischt und den Fall quasi im Alleingang löst. Er ist ein perfekter Gentleman, nicht mal im Puff verliert er seine Contenance, eine köstliche Szene übrigens. Auch seine Geplänkel mit Zoowärter Marcel strotzen nur so vom typisch britischen Humor und bringen etwas Freude in die ansonsten eher triste Angelegenheit. Von den anderen Schauspielern gibt’s nicht viel zu berichten, sie machen einen akzeptablen Job, nicht mehr und auch nicht weniger. Erwähenswert ist noch Hammer-Urgestein Michael Ripper, der sich in einer Mini-Rolle als Clochard vom Werwolf in die ewigen Jagdgründe befördern lassen darf.

Fazit: Etwas angestaubter Grusler mit schwülstigem Ende, welcher dem Werwolf-Genre keine neuen Impulse geben konnte. Aber Peter Cushing entschädigt wie so oft für Vieles. 5 / 10

geschrieben am 12.01.2018 um 07:45

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