Paranoic - Haus des Grauens

  • Informationen zum Film
  • Paranoic - Haus des Grauens

  • Originaltitel:
    Paranoiac
    Genre:
    Thriller, Mystery, Horror, Drama
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1963
    Kinostart USA:
    15.05.1963
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Auf der Beerdigung ihrer Eltern will Elanor Ashby ihren Augen nicht trauen: Ihr Bruder Tony, der sich vor vielen Jahren in selbstmörderischer Absicht von einer Klippe gestürzt hat und dessen Leichnam nie gefunden wurde, steht leibhaftig vor ihr. Im Gegensatz zu Elanor ist ihr Bruder Simon gar nicht erfreut, das totgeglaubte Familienmitglied wiederzusehen, denn der will das Erbe seiner Eltern nicht mit einer weiteren Person teilen. Und die Anzeichen häufen sich, dass der Fremde gar nicht der ist, der er vorgibt zu sein.

Userkritik zu Paranoic - Haus des Grauens

doobee
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Bewertung: 8/10 Punkte

Im Jahre 1953 hatte sich der damals 15jährige Antony Ashby angeblich von einer Klippe ins Meer gestürzt, aus Gram über den Unfalltod seiner Eltern drei Jahre zuvor. Seine Leiche wurde nie gefunden. Die beiden Geschwister Eleanor (Janette Scott) und Simon (Oliver Reed) wurden von ihrer Tante Harriet (Sheila Burrell) in Obhut genommen und grossgezogen. 8 Jahre später: Eleanor vermisst ihren verstorbenen Bruder sehr und ist deswegen gesundheitlich schwer angeschlagen, da sie immer wieder Visionen hat, dass er auftauchen und sie holen kommen werde, damit sie wieder vereint seien. Sie wird von Pflegerin Françoise (Liliane Brousse) betreut. Simon hingegen ist ein arroganter, agressiver Taugenichts und massloser Trinker, der das Vermögen seiner Eltern mit vollen Händen zum Fenster rauswirft und dem Familienanwalt und Vermögensverwalter John Kossett (Maurice Denham) mit seinen ständigen Geldforderungen das Leben schwer macht. Simon möchte seine Schwester am liebsten für wahnsinnig erklären und ins Irrenhaus einliefern lassen, um das ganze Vermögen erben zu können. Da taucht eines Tages ein Fremder (Alexander Davion) auf, der behauptet, Antony Ashby zu sein. Eleanor glaubt ihm auf Anhieb, da sie seit Jahren auf diesen Augenblick gewartet hat. Simon und Tante Harriet hingegen sind um einiges skeptischer, trotz seines überzeugenden Auftritts. Ist der totgeglaubte Bruder wirklich zurückgekehrt oder handelt es sich um einen gewissenlosen Hochstapler? Schon bald wird sich die grausige Wahrheit offenbaren….

Die britischen Hammer Films waren in erster Linie für ihre stilvollen, atmosphärisch dichten und in prächtigen Farben fotografierten Gothic-Grusler bekannt. Aber immer wieder produzierten sie auch Psycho-Thriller, so wie auch diesen hier im Jahre 1963. Dies war der dritte Abstecher ins Thriller-Milieu, nach dem sehr erfolgreichen „Ein Toter spielt Klavier“ und „Die Ausgekochten“. Regisseur Freddie Francis drehte ihn in schwarzweiss, erstens aus Kostengründen und zweitens um den grossen Vorbildern wie Hitckcocks „Psycho“ oder Henri-Georges Clouzots „Die Teuflischen“ Tribut zu zollen. Die Klasse dieser Meisterwerke erreicht „Haus des Grauens“ nicht ganz, doch wir sehen einen äusserst spannenden, düsteren und mit einigen hervorragenden Schockmomenten ausgestatteten Thriller, der alle Zutaten dieses Genres enthält: zwielichtige Charaktere, Betrug, Gier, Wahnsinn und Mord. Das ausgefeilte Drehbuch von Jimmy Sangster bietet einige Twists, nicht mal routinierte Thriller-Fans können erahnen, wie die Geschichte enden wird. Regisseur Francis versteht es meisterhaft, diese vielschichtige Story zu einem homogenen Ganzen zu formen, ohne die sonst vielfach üblichen Durchhänger und Logiklöcher. Unterstützt wird er dabei von der exquisiten Arbeit von Kameramann Arthur Grant, der zuvor schon für Hammer gearbeitet hatte und unter anderem bei „Der Fluch von Siniestro“ für die Kamera zuständig gewesen war. Seine Handschrift ist die eines Meisters, da stimmt einfach alles. Besonders denkwürdig ist die Szene, als Simon seine Geliebte im Teich ersäuft hat und die Kamera dann aus dem Wasser heraus seine grinsende, von Wahnsinn verzerrte Fratze zeigt. Dies sind Bilder für die Ewigkeit! Auch Make-Up Artist und Hammer-Veteran Roy Ashton war mit an Bord. Er hatte die Aufgabe, die Maske für den dämonischen, hakenschwingenden Chorknaben zu entwerfen. Und dies ist ihm ausserordentlich gelungen, seine Kreation ist furchterregend und in Kombination mit ihrem Auftreten eine alptraumhafte Erscheinung. Die hervorragende Musik von Elisabeth Lutyons rundet den durchwegs gelungenen Gesamteindruck ab. Der wahre Star aber ist Oliver Reed. Er hatte bereits im zwei Jahre zuvor entstandenen „Der Fluch von Siniestro“ brilliert, doch hier setzt er ganz neue Massstäbe. Seine Wandlung vom zwar umsymphatischen und rücksichtslosen aber durchaus rationalen Widerling zum in seiner eigenen dämonischen Welt gefangengen, unkontrollierbaren Wahnsinnigen ist erschreckend überzeugend. Reed war ein grossartiger Schauspieler der zudem etwas Dunkles und Gefährliches an sich hatte und somit prädestiniert war für derartige Rollen. Da haben die anderen Schauspieler Mühe mitzuhalten, obwohl auch sie alle einen sehr guten Job machen.

Fazit: Unheimlicher, ausgezeichnet inszenierter Thriller, der uns einen tiefen Blick in die Abgründe der menschlichen Seele werfen lässt. Eine wahre Perle aus dem Hause Hammer! 8/10

geschrieben am 31.01.2016 um 11:29

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ø Wertung: 7,5/10 | Wertungen: 2 | Kritiken: 1