Terror in der Oper

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  • Terror in der Oper

  • Originaltitel:
    Opera
    Genre:
    Horror
    Produktionsland:
    Italien
    Produktionsjahr:
    1987
    Kinostart USA:
    01.01.1991

Userkritik zu Terror in der Oper

Wishmaster27
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Bewertung: 6/10 Punkte

"Opera" war der letzte von Argento's bekanntesten Filmen, welcher mir noch gefehlt hat. Jetzt hab ich alle Argento's der glorreichen 70er & 80er gesehen und ehrlich gesagt zählt "Opera", wenn man das Gesamtkonstrukt betrachtet, leider nicht zu seinen besten Genrebeiträgen. Aber eins nach dem anderen.

Zuerst mal das Positive: Dario Argento ist bekannt für seinen virtuosen Kamerastil. Diesen lebt er bei "Opera" nahezu in Perfektion aus. Es gibt so viele Szenen die einfach nur Kunst sind: Kameraangles aus der wortwörtlichen Vogelperspektive; der Zoom in Rabenaugen oder von einem Pistolenlauf ausgehend, usw. Man merkt hier eindeutig, dass Argento bei seinem Italo-Abschiedswerk sein ganzes Können aus seinem Register zieht und fantastische Bilder bringt die teils auch surreal wirken. Farblich greift er zwar nicht so sehr in die Trickkiste wie bei "Suspiria" aber es herrscht ständig eine dunkle Atmosphäre und auch die Schauplätze wurden passend gewählt. Die Härteeinlagen sind Argento-typisch auch nicht von schlechten Eltern. Schon der erste Kill, wo ein Sicherheitsmann der Oper mehrmals mit seinem Hinterkopf gegen einen Kleiderhaken gehämmert wird oder die berühmte "Stecknadel-Klebestreifen-Szene" bleiben einem im Kopf. Was diese Bestandteile des Films angeht ist "Opera" nahezu ein Must-See wenn man vorallem auf Filme steht, die auf Kamerakunst setzen und auch mal andere Wege eingeht.

Und jetzt kommt der negative Part: Die Hauptdarstellerin, Cristina Marsillach, ist darstellerisch zwar nicht schlecht aber stellt sich drehbuchbedingt derart dämlich an, dass man sich die Hände vors Gesicht schlägt. Dazu sind manche Texte auch nur einen Seufzer wert was ich aber eventuell der dt.-Synchro ankreiden kann (die eigentlich ganz in Ordnung ist). Auch der Plot selbst ist eigentlich eine 08/15-Giallo Geschichte die sogar Elemente früherer Argento's benutzt (Trauma-Bewältigung gabs auch schon in "Profondo Rosso") und eigentlich nur durch seinen außerordentlichen Drehstil ein besonderes Erlebnis wird. Der Soundtrack ist teilweise, wie kann man es anders erwarten, von Claudio Simonetti aber auch Speed-Metal findet wieder seinen Platz, den er mit bekannteren Bands schon bei "Phenomena" benutzte. Wirkt ein wenig eigenartig und auch hier konnte ich damit nichts anfangen. Und Personen, die mit Opern nicht gerade viel anfangen können, sollten auch um "Opera" eher einen Bogen machen, denn der Operngesang ist sogut wie allgegenwärtig (aber das sollte man bei dem Titel auch bedenken können) Die Nebendarsteller sind solide und eigentlich gibts da nichts zu meckern.

Argento selbst verarbeitet mit dem Film quasi auch Erlebnisse seiner Filmkarriere, denn eines seiner Wünsche war es selbst mal ein Opernstück zu schaffen und den Regisseur zu geben. Hatte er auch fast geschafft mit Verdi's "Rigoletto" aber durch seine Abänderung in ein "Vampir-Stück" versagte man ihm seinen Wunsch (eine nicht zu übersehbare Ähnlichkeit mit der modernen MacBeth-Variante die in "Opera" zu sehen ist). Noch dazu war es auch verwunderlich, dass Argento es schaffte ein derartig hohes Budget zu bekommen, bedenkt man, dass der Film 1987 gedreht wurde und das italienische Kino immer mehr in einen Abgrund stürzte aus diesem es sich nie wieder erholen konnte. Hier kann man die Schlussphase nennen, welche in den Alpen völlig konträr zu 3/4 des Films steht. Denn diese Szenen zeigen die farbenprächtige Natur welche auch die Freiheit symbolisiert (diese "Freiheit" kann man auch als Abschied Argento's aus dem immer mehr zerbrechenderen Italo-Kino deuten, denn direkt danach gings in die USA)

"Opera" ist eine regelrechte Kamera-Irrfahrt die mit einer selten gesehenen Innovation meisterlich in Szene gesetzt wird. Allein dies sollte ein Grund sein, sich "Opera" mal anzusehen. Jedoch stellt sich die Hauptdarstellerin wirklich dämlich an und diverse Storyangles sind ein wenig wirr & eigenartig. Noch dazu kann es leicht passieren, dass der massenhaft eingesetzte Operngesang den ein oder anderen nerven könnte. Alles in allem aber bleibt doch der Drehstil im Kopf. Argento's bester Film ist "Opera" aber nicht. Da stechen besonders "Tenebrae", "Suspiria" & "Profondo Rosso" hervor.

geschrieben am 29.01.2016 um 23:15

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