Bridge of Spies - Der Unterhändler

  • Informationen zum Film
  • Bridge of Spies - Der Unterhändler

  • Originaltitel:
    St. James Place
    Produktionsjahr:
    2015
    Kinostart Österreich:
    27.11.2015
    Kinostart Deutschland:
    26.11.2015
    Kinostart USA:
    16.10.2015
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs erzählt der Thriller BRIDGE OF SPIES – DER UNTERHÄNDLER die Geschichte des Anwalts James Donovan (Tom Hanks) aus Brooklyn, der plötzlich in das politische Geschehen verwickelt wird. Donovan wird vom CIA beauftragt, die Freilassung eines in der UdSSR verhafteten US-amerikanischen U-2-Piloten zu erwirken - eine Aufgabe, die sich als nahezu unmöglich erweist.
    Diese außergewöhnliche Episode in Donovans Leben haben die Autoren Matt Charman, Ethan Coen und Joel Coen in ein Drehbuch eingebettet, das auf wahren Begebenheiten beruht. Es zeigt den Charakter und den Weg eines Mannes, der bereit ist, alles aufs Spiel zu setzen. 

Userkritik zu Bridge of Spies - Der Unterhändler

Wishmaster27
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Bewertung: 7/10 Punkte

In Zeiten der überbordenden Actionszenen welche mittels CGI brachial & spektakulär aussehen hat mans als frischer Filmfan recht leicht heutzutage. Wer ein Fan dieses Filmstils ist kommt komplett auf seine Kosten. Nebenbei gibt es noch Filme wie "Her"; "Drive"; usw. die auch die ruhige Seite ansprechen aber auch den eher künstlerischen Aspekt verwenden. Sehr selten aber doch gibt es noch Regisseure die Filme der alten Schule machen. Einer davon ist Steven Spielberg welcher mit "Bridge of Spies" nicht nur für einen gut durchdachten Film sorgt sondern auch eine Geschichte erzählt, welche noch fast gar nicht auf großer Leinwand gezeigt wurde: Eine Spionagestory die während dem Aufbau der Berliner Mauer stattfindet. Und diese wahre Geschichte ist bei den Oscars 2016 insgesamt 6x nominiert.

Die erste Oscar-Nominierung betrifft Mark Rylance welcher den russischen Spion Rudolf Abel spielt. Die Auszeichnung betrifft den besten Nebendarsteller und er meistert seine Aufgabe ziemlich, ziemlich gut. Spielberg's Auge für prägende Darsteller findet in Rylance eine absolute Berechtigung. Ein introvertierter Charakter welcher in seiner Darstellung glasklar an alte, spannende Filme der ruhigeren Art der 50er & 60er Jahre erinnert. Die Performance gefiel mir richtig gut aber ob er gegen den Favoriten Sylvester Stallone (welcher nicht nur mit seinem realen sondern auch fiktiven Namen "Rocky" weit vorne steht) eine Chance hat ist zu bezweifeln.

Auch als "Bester Film" wurde "Bridge of Spies" nominiert aber dürfte IMO nicht den Hauch einer Chance gegen Konkurrenten wie "The Revenant", "Der Marsianer" oder "The Big Short" haben. Von der geschichtlichen Betrachtung her würde mich ein Sieg zwar nicht überraschen (zwar lässt Spielberg auch kritische Töne gegen Amerika anklingen aber der unbändige Wille eines Amerikaners das Gute & humane durchzusetzen steht doch mehr im Vordergrund) aber das glaube ich eher nicht.

Nominierung Nr. 3 hat mit dem des besten Originaldrehbuch zu tun. Mit den Coen-Brüdern hat man 2 fantastische Drehbuchautoren welche eher mit skurrilen Geschichten zu tun haben. Ganz wenig blüht dieser Humor auch hier durch aber eher glänzt der Film durch seine durchdachte Story. Behutsam wird die Story Stück für Stück aufgebaut und erzählt die wahre Geschichte vom Versicherungsanwalt James B. Donovan welcher ins eiskalte Wasser geworfen wird um den Spion Abel zu verteidigen und im weiteren Verlauf ein als Unterhändler für einen Gefangenenaustausch zu fungieren. Es herrscht kein Vertrauen zwischen beiden Ländern so unterschiedlich sind sich beide auch nicht was die korrupte Prozessführung betrifft. Im Grunde genommen ist der Film nicht nur eine Zeitgeschichte sondern auch ein zumindest eingeschränktes Biopic von James B. Donovan. Und mit Tom Hanks hat man auch den perfekten Schauspieler um diese Rolle zu füllen. Dieser spielt mit einer absoluten Professionalität & Abgebrühtheit wie es nur er kann. Ernst, emotional, zynisch & ein klein wenig witzig. Tom Hanks wie man ihn kennt & liebt. Geschichtlich gesehen mag die Geschichte sehr gut erzählt sein aber hat dann doch ein paar kleine Längen. Wenn man die Konkurrenz sieht (z.B. "Straight Outta Compton"; "Alles steht Kopf" & "Spotlight") gibt es durchaus gute Chancen, dass hier Spielbergs neuestes Werk abräumt.

"Bestes Szenenbild" wäre Kandidatur Nr. 4. Und hier ist "Bridge of Spies" fantastisch. Die Aufnahmen alleine im verschneiten & bitterkalten Berlin lassen einem selbst frösteln. Auch die Darstellung der Haftanstalten der Kommunisten sind richtig ungemütlich und man fühlt auch nur in diesen kurzen Szenen mit dem inhaftierten US-Piloten mit. Aber auch die anderen Aufnahmen sehen fantastisch aus.

Bei den Nominierungen zum "Besten Ton" & "Bester Musik" schreibe ich jetzt nicht allzu viel denn sowohl Ton & als auch Musik wurden mehr als solide gewählt.

Ja, diese Review ist mehr eine Auflistung der Oscar-Nominierungen aber auf diese bezogen kann man den Film ganz gut erklären. Und auch wenn der Film wirklich eine interessante & vor allem perfekt gespielte Geschichte auf Tatsachen zeigt ist er an manchen Szenen ein wenig zu lange. Machte mir zwar nicht wirklich was aus aber fällt ein klein wenig ins Gewicht.

Anschauen sollte man "Bridge of Spies" aber trotzdem, denn wenn man ein Fan von älteren Filmen der 50er & 60er ist wo das "Kalte Krieg"-Thema brandaktuell war sollte diesen hier nicht auslassen. Vor allem die Leistungen sind sehr gut und Tom Hanks sieht man immer gerne. Spielbergs sicher nicht bester aber dafür guter Film über ein Thema welches schon lange keine Beachtung gefunden hat und auch mal den Aufbau der Mauer zeigt statt den Fall.

geschrieben am 25.01.2016 um 01:36

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ø Wertung: 7,5/10 | Wertungen: 2 | Kritiken: 1