Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel

  • Informationen zum Film
  • Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel

  • Originaltitel:
    Execution
    Genre:
    Western
    Produktionsland:
    Italien
    Produktionsjahr:
    1968
    Kinostart Deutschland:
    24.04.1970
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Kopfgeldjäger Clips hat es auf den Gangster Coler abgesehen, den er in einer Varieté-Gruppe zu finden scheint. Als eine ebenfalls nach Coler suchende Mexikaner-Bande die beiden überfällt, entpuppt sich der gefundene Mann als Django, der Coler nur eben verwechselnd ähnlich sieht. Da alle noch eine Rechnung mit dem Gangster offenhaben, geht es nach einigen Erklärungen getrennt auf die Suche.

Userkritik zu Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel

doobee
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Bewertung: 3/10 Punkte

Clint (Mimmo Palmara) hat ein paar Jahre im Knast verbracht, weil er die Armee, zusammen mit seinem Partner John Coler (John Richardson), um eine Menge Goldbarren erleichtert hatte. John wurde nicht geschnappt und ist untergetaucht. Nun macht sich Clint, ausgestattet mit einem Haftbefehl, welcher ihm für die Ergreifung Johns 20‘000 Dollar zusichert, auf die Suche nach seinem ehemaligen Kumpel. Das Problem ist dass John lebendig gefasst werden muss und die Gültigkeit des Haftbefehls in wenigen Tagen abläuft. In Gladstone glaubt Clint, John endlich ausfindig gemacht zu haben. Er ist Mitglied einer Schausteller-Truppe, die er zusammen mit seinem Freund Burd (Piero Vida) betreibt. Doch es stellt sich heraus dass es sich nicht um John handelt, sondern um Bill (John Richardson), Johns jüngeren Bruder. Dieser sieht John zum Verwechseln ähnlich, zumal Clint den wahren John seit bald fünf Jahren nicht mehr gesehen hat. Auch ein Rudel Mexikaner unter der Führung des fetten und brutalen Juraez (Nestor Garay) interessiert sich für John und dessen Goldschatz. Die Spur führt nach Harland, einer verlassenen Goldgräberstadt. Dort kommt es zum Aufeinandertreffen der verschiedenen Gruppen und zum alles entscheidenen Showdown…..

Ein echter Murks, den uns Sandalenfilm-Regisseur Domenico Paolella hier präsentiert. Dies war sein zweiter und letzter Western, und angesichts des Gebotenen ist dies auch nicht weiter verwunderlich. Paolella beweist durchaus inzenatorisches Geschick, so baut er ein paar nette, virtuose Reiter-Szenen und Close-ups ein. Auch versteht er es die staubig-heisse Wüstenlandschaft ins rechte Bild zu rücken. Dies war vermutlich auch nicht besonders schwer, denn die Aussenaufnahmen entstanden in den Desert Studios in Eilat, Israel. Es gibt auch den einen oder anderen guten Einfall, den die Drehbuchschreiber in die Geschichte einweben: so ist die Grundidee der beiden Brüder, die miteinander verwechselt werden relativ innovativ. Die gezeigten Foltermethoden mit Morgenstern und Blutegel sieht man auch nicht in jedem Western. Und während einer Saloon-Schiesserei bedient sich Bill einer Reihe von mit Seilen miteinander verbundenen Gewehren und schickt so die ganze, sich selten einfältig anstellende Mexikaner-Horde zum Teufel. Auch wird hier nicht Poker sondern Billard gespielt. Umso dämlicher erscheint der deutsche Titel, denn der Film hat weder mit Django, noch mit der Bibel noch mit einem Kartenspiel auch nur das Geringste zu tun. Die deutsche Synchro ist auch dahingehend unbrauchbar als sie aus den beiden Brüdern kurzerhand ehemalige Partner macht die sich um das Gold streiten. Sowas ist sehr verwirrend und eine Frechheit gegenüber dem Zuschauer. Die Koch-Scheibe bietet glücklicherweise die italienische Tonspur mit deutschen Untertiteln, wenn man sich das Original anschauen will. Doch auch in dieser Fassung erscheint der Film holprig und konstruiert. Da ist kein Fluss drin, da gibt es haufenweise Protagonisten die sich um das Gold balgen inkl. Undercover-Captain Donovan (Franco Giornelli), der aussieht wie der junge Kirk Douglas und dessen Identität und Beweggründe man erst zum Schluss erfährt. Dies alles verlangt vom Zuschauer einiges an Aufmerksamkeit und Geduld. Auch mit der Logik ist man teilweise auf Kriegsfuss. So stellt sich z.B. die Frage, wieso man ausgerechnet einem Ex-Häftling und Mitbeteiligten am Goldraub den Strafbefehl aushändigt. Am Schluss bemüht man sich, noch etwas Dramatik in die Sache reinzubringen, als Bill seinen Freund Burd zu Unrecht beschuldigt, das Gold gestohlen zu haben und dieser während des Streits getötet wird. Doch bis es so weit ist hat sich das Interesse des Publikums schon längst verabschiedet, ist es zu spät, noch irgend etwas retten zu wollen. Wenn die Story schon nichts hergibt dann können vielleicht die Schauspieler die Eisen noch aus dem Feuer holen? Teilweise ja, denn der Engländer John Richardson in seiner Doppelrolle als John/Bill macht einen anständigen Job. Dies war seine zweite und letzte Rolle in einem Italo-Western. Er war ein gutaussehender Bursche und hatte zuvor im Hammer-Urzeitepos „Eine Million Jahre vor unserer Zeit“ den Steinzeit-Menschen Tumak gespielt. Danach ging er nach Italien und übernahm neben den beiden Spaghettiwestern auch noch Rollen in einigen Giallos und Exploitation-Filmen. Da war die Western-Karriere von Mimmo Palmara schon um einiges länger. Er spielte in unzähligen Genrefilmen mit und gehört zu den bekannten Gesichtern. Nestor Garay als fetter Mexikaner-Bandit verdient auch noch Erwähnung. Seine Darstellung ist intensiv und glaubwürdig. Das einzig wahre Highlight des Films aber ist die Musik von Lallo Gori. Diese ist in klassischer Italo-Manier gehalten, mit einem peitschenden, von Gitarren und Trompeten dominierten Titelthema. Auch ein heiteres Banjo-Stück bekommt man zu hören, wenn die Schausteller-Truppe auftaucht.

Fazit: Wenig mitreissende „Gier nach Gold“-Geschichte die wir schon viel besser und inzenatorisch bestechender gesehen haben. Genrefans können ihn sich ansehen, für die anderen gibt es sicherlich interessantere Freizeitgestaltungen. 3/10

geschrieben am 24.01.2016 um 18:42

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