Das Pendel des Todes

  • Informationen zum Film
  • Das Pendel des Todes

  • Originaltitel:
    The Pit and the Pendulum
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1961
    Kinostart Deutschland:
    31.12.1963
    Kinostart USA:
    12.08.1961
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Mord, Wahnsinn und verbotene Leidenschaft im Spanien des 16. Jahrhunderts. Als Kind musste Don Nicholas Medina miterleben, wie sein grausamer Vater die untreue Mutter lebendig einmauerte. Nun inszeniert seine ebefalls untreue Frau Elizabeth den eigenen Tod an einer mysteriösen Krankheit, um den von furchtbaren Kindheitserinnerungen gepeinigten Medina entgültig in den Wahnsinn zu treiben. Aber bald keimt in Medina der Verdacht, dass er Opfer einer perfiden Intrige werden soll. Und so nimmt der Schlossherr Vaters Folterkammer wieder in Betrieb...

Userkritik zu Das Pendel des Todes

doobee
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Bewertung: 8/10 Punkte

Spanien, 1546; der junge Francis Barnard (John Kerr) reist aus England an, nachdem er über den Tod seiner Schwester Elizabeth (Barbara Steele), der Frau von Don Nicholas Medina (Vincent Price) unterrichtet wurde. Der Hausherr macht auf ihn einen zwiespältigen und geheimniskrämerischen Eindruck. Auch dessen Schwester Catherina Medina (Luana Anders) kann seine Zweifel nicht zerstreuen. Er bleibt auf dem Schloss, um die Wahrheit über den Tod seiner Schwester herauszufinden. Medinas Hausarzt und enger Freund Dr. Charles Leon (Antony Carbone) erzählt ihm, dass Elizabeth durch Herzschlag wegen Schocks gestorben sei. Medina selbst ist fest davon überzeugt dass der Geist seiner Frau keine Ruhe findet weil sie aus Versehen lebendig begraben worden sei. Dies ist eine Psychose die ihren Ursprung in einem traumatischen Kindheitserlebnis Medinas hat: als kleiner Junge musste er heimlich mitansehen, wie sein teuflischer Vater Sebastian (Vincent Price) seinen Bruder Bartolome (Charles Victor) umbrachte und seine Frau Isabelle (Mary Menzies) brutal folterte und lebendig einmauerte, weil er die beiden des Ehebruchs bezichtigte. Tatsächlich mehren sich die merkwürdigen Vorfälle: des Nachts ertönt Cembalomusik wie sie nur von Elizabeth gespielt werden kann, das Hausmädchen Maria (Lynette Bernay) hört Elizabeths Stimme als sie in deren ehemaligem Zimmer saubermacht und das Zimmer wird verwüstet, obwohl die Tür verriegelt und die Fenster verschlossen sind. Schleicht tatsächlich der ruhelose Geist von Elizabeth durch das düstere Schloss oder will jemand mit diesem bösartigen Spiel den armen Nicholas in den Wahnsinn treiben? Bald schon wird Barnard die grauenvolle Wahrheit erfahren…..

Dies war der zweite Streich des genialen Duos Roger Corman und Vincent Price. Ein Jahr zuvor hatten die beiden schon massgeblichen Anteil am grossen Erfolg der ersten Poe-Verfilmung, „Die Verfluchten“, gehabt. Und abermals gelingt es Regisseur Corman, zusammen mit seinem Drehbuchautor Richard Matheson, aus einer dünnen Novelle des Meisters ein abendfüllendes, spannendes, makabres und fantastisch fotografiertes Schauerstück zu zaubern. Dass die beiden die Vorlage von Poe ziemlich frei auslegen mussten liegt auf der Hand. So basiert die ganze Geschichte der Wahrheitsfindung über den Tod von Elizabeth nicht auf Poes Erzählung, wird aber mit viel Feingefühl und Gespür für die morbide und surreale Welt von Poe erzählt. Es gibt z.B. einige Rückblenden, welche in verschwommenen Blautönen gehalten sind und eine unwirkliche, psychodelische Wirkung verbreiten. Auch die Anfangsszene ist stark: Barnard ist mit der Kutsche unterwegs zum Schloss, der Kutscher lässt ihn aussteigen, will ihn nicht bis zum Ziel fahren. Die beiden wechseln kein einziges Wort. Dies wird untermalt nicht von eigentlicher Musik sondern von bedrohlichen Klangeffekten, welche von der ersten Minute an eine unheilvolle Atmosphäre erzeugen. Die ansonsten stimmige Musik stammt von Lex Baxter, welcher nachher noch zu einigen anderen Poe-Verfilmungen von Corman den Score beisteuern durfte. So macht man gute, klassische Horrorfilme, die günstig produziert sind aber eine unvergleichliche Stimmung erzeugen. Es gibt in diesem Film kein Blut zu sehen und doch ist er erschreckender als manch moderner Slasherflick. Corman greift auch geschickt ein wesentliches Element vieler von Poes Geschichten auf: die Angst, lebendig begraben zu werden. Ein Jahr später sollte er diese Urangst des Menschen in seinem vorzüglichen „Lebendig begraben“ in den Mittelpunkt des Geschehens rücken. Punkten kann der Film auch mit Ausstattung und Kulissen: das düstere, von Blitzen umzuckte Gemäuer, die schreckliche Folterkammer, die spinnwebenverseuchten Geheimgänge, dies alles ist sehr gut in Szene gesetzt.

Vincent Price liefert einmal mehr eine schauspielerische Meisterleistung ab. Er pflegte seine Rollen nicht zu spielen sondern zu leben. Hier präsentiert er uns ein besonders beeindruckendes Beispiel seines unnachahmlichen Method-Actings. Seine Mimik und Gestik ist einzigartig, es gelingt ihm mit traumwandlerischer Sicherheit, den manischen, immer mehr dem Wahnsinn verfallenden Nicholas zu charakterisieren. Da haben die anderen Schauspieler natürlich einen schweren Stand, agieren aber ebenfalls auf hohem Niveau. Die bezaubernde Barbara Steele, den Horrorfans bekannt aus ihrer Performance in Mario Bavas „Die Stunde, wenn Dracula kommt“, bekommt hier leider sehr wenig Screentime, da sie ja eigentlich eine Tote spielt.

Fazit: Stimmungsvolle, fesselnde Horrorperle und sicher die beste Verfilmung dieses klassischen Stoffes überhaupt. Und dies liegt nicht nur an der absolut fiesen Schluss-Sequenz, welche noch lange in Erinnerung bleibt. 8/10

geschrieben am 25.12.2015 um 13:06

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