Blutiges Blei

  • Informationen zum Film
  • Blutiges Blei

  • Originaltitel:
    Il prezzo del potere
    Genre:
    Western
    Produktionsländer:
    Italien, Spanien
    Produktionsjahr:
    1969
    Kinostart Deutschland:
    04.09.1970
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Texas, USA: Auf den aktuellen Präsidenten der Vereinigen Staaten wurde ein tödlicher Anschlag verübt. Schnell fällt der Verdacht auf den schwarzen Bürger Jack. Doch sein Freund Bill Willer (Giuliano Gemma) glaubt an einen Komplott. Auch der Berater des Präsidenten McDonald glaubt, dass mehr hinter dem Anschlag steckt. Langsam kommen sie einer großen Verschwörung auf die Schliche...

Userkritik zu Blutiges Blei

doobee
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Bewertung: 6/10 Punkte

Dallas, Texas: über 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs gibt es im Süden noch immer Leute, welche der verlorenen Sache nachtrauern und die Yankees aus ihrer Heimat wegfegen wollen, auch wenn dies einen weiteren Krieg bedeuten würde. Einer dieser Leute ist der mächtige Banker Pinkerton (Fernando Rey), der die Stadt regiert und den Gouverneur, den korrupten Sheriff Jefferson (Benito Stefanelli) und sogar den erpressbaren Vizepräsidenten (Jose Suarez) zu seinen Lakaien zählen kann. Als der neue Präsident James Garfield (Van Johnson) nach Dallas kommt um für seine Reformpläne zu werben lässt ihn Pinkerton umlegen. Die Schuld schiebt man kurzerhand dem Schwarzen Jack Donovan (Ray Saunders) in die Schuhe. Pech nur, dass dieser ein Freund und ehemaliger Kriegskamerad von Bill Willer (Giuliano Gemma) ist. Zusammen mit Arthur McDonald (Warren Vanders), dem Berater des Präsidenten, macht Bill sich daran, die Unschuld von Jack zu beweisen und die wahren Mörder zu entlarven…..

Regisseur Tonino Valerii begann seine Karriere als Assistent des grossen Sergio Leone. Dies war sein dritter Western für den er alleine verantwortlich zeichnete. Er hat sich keinen leichten Stoff ausgesucht, denn „Blutiges Blei“ basiert auf historischen Fakten, auch wenn diese sehr frei ausgelegt werden. So war James Garfield tatsächlich Präsident der Vereinigten Staaten und wurde ermordet, aber das war 1881 in Washington und nicht 1890 in Dallas. Es ist offensichtlich dass man mit dieser Verlagerung nach Dallas der tragischen Ermordung von Präsident John. F. Kennedy Tribut zollen wollte. Die Szene, als der Präsident in der Kutsche durch Dallas fährt und der Menge zuwinkt als ihn der tödliche Schuss trifft, weist denn auch starke Parallelen zu den historischen Aufnahmen des Attentats auf Kennedy auf. Valerii hatte viel von seinem Mentor Leone gelernt und deshalb gelingt es ihm, während der gesamten Laufzeit von ca. 108 Minuten in der ungeschnittenen Fassung eine latente Spannung aufrecht zu erhalten. Nicht leicht bei einer solchen Verschwörungsgeschichte, wo viel intrigiert und noch mehr palavert wird. Die Szenen bei der Bürgerversammlung oder im Gerichtssaal sind entsprechend redselig und wurden wohl deshalb aus der ursprünglichen deutschen Fassung entfernt. Es fehlen dort also keine Action- oder Gewaltszenen, welche ohnehin relativ selten zu sehen sind, sondern ganze Handlungsstränge, welche aber nötig sind, um die Geschichte in ihrer Komplexität zu verstehen. Wir haben es hier also mit einem politischen Western zu tun, in welchem auch das allgegenwärtige Rachethema seinen Platz bekommt. Dies ist sicher nicht jedermanns Sache, zumal die Story wirklich wenig Spielraum für Action zulässt. Typischerweise ist der Showdown denn auch entsprechend kurz und unaufgeregt. Was den Film besonders macht ist aber die sehr talentierte Regie von Valerii, das anständige Budget, welches offensichtlich zur Verfügung stand und die sehr gute Kameraarbeit von Stelvio Massi, welcher in unzähligen Italowestern für spektakuläre Bilder gesorgt hat. Hinzu kommt ein sehr schöner Score von Luis E. Bacalov, welcher ein gefühlvolles Intro mit Harp und Frauenchor sowie Sreichern und Gitarren beinhaltet.

Auch bei den Schauspielern wurde nicht gespart. Hier gibt es einige sehr bekannte Gesichter zu sehen. Allen voran natürlich Giuliano Gemma, welcher zur Entstehungszeit dieses Filmes im Jahre 1969 seinen Ruf als Western-Superstar bereits zementiert hatte. Er war ein hervorragender Akteur, was er auch hier wieder unter Beweis stellt. Das Besondere an ihm ist sein Auftreten und seine Art zu spielen. Sein jungenhaftes, glattrasiertes Aussehen verleiht ihm einen Hauch von Unschuld und verbirgt gleichzeitig seinen tödlichen Charakter. Auch die anderen Schauspieler wie Benito Stefanelli, Fernando Rey und Warren Vanders machen Ihre Sache sehr gut. Besonders erfreulich ist dass auch José Calvo als Dr. Strips in einer kleineren Rolle zu sehen ist. Er war ein begnadeter Schauspieler, welcher meist in Nebenrollen zu sehen war und welchen ich aus dem vorzüglichen „Knie nieder und friss Staub“ in besonders guter Erinnerung habe.

Fazit: politischer, sehr gut gemachter Western mit origineller Story. Für meinen Geschmack teilweise etwas zu redselig und detailverliebt, aber damit kann ich sehr gut leben. 6/10

geschrieben am 25.12.2015 um 07:28

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