Ringo kommt zurück

  • Informationen zum Film
  • Ringo kommt zurück

  • Originaltitel:
    Il ritorno di Ringo
    Genre:
    Romanze, Action, Western, Drama
    Produktionsländer:
    Italien, Spanien
    Produktionsjahr:
    1965
    Kinostart Österreich:
    02.07.1967
    Kinostart Deutschland:
    28.10.1966
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Schon vor den Toren seiner Heimatstadt muss der heimgekehrte Bürgerkriegsveteran Ringo (Giuliano Gemma) feststellen, dass sich einiges geändert hat. Großgrundbesitzer Esteban Fuentes und sein Sohn Paco haben die Stadt unter ihre Kontrolle gebracht und terrorisieren die Einwohner. Ringo wurde von ihnen für tot erklärt, damit Paco Ringos Frau heiraten und den Besitz der Familie Brown übernehmen kann. Getarnt als mexikanischer Arbeiter schleicht sich Ringo in die Stadt und beginnt seinen Rachefeldzug gegen die Fuentes-Bande.

Userkritik zu Ringo kommt zurück

doobee
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Bewertung: 8/10 Punkte

Zwei Monate nach dem Bürgerkrieg kehrt Nordstaaten-Captain Montgomery Brown (Giuliano Gemma), besser bekannt als Ringo, in sein Heimatdorf Mimbres im Grenzgebiet zu Mexiko zurück. Er muss festellen dass nichts mehr so ist, wie es mal war. Im nahegelegenen Fluss war Gold gefunden worden, welches allerhand Gesindel angelockt hat. Darunter auch die mexikanischen Fuentes-Brüder Paco (George Martin) und Esteban (Fernando Sancho). Sein Vater, Senator Brown, wurde von den Brüdern umgelegt, welche sich mittlerweile im Herrenhaus der Browns wohnlich eingerichtet haben. Sie terrorisieren die völlig verschreckten Bewohner von Mimbres, niemand, auch nicht der alkoholkranke Sheriff Carson (Antonio Casas), kann ihnen etwas entgegensetzen. Zudem hat Paco ein Auge auf Ringos Frau Hally (Lorello de Luca) geworfen. Er lässt Ringo für tot erklären und mit Pomp beerdigen damit er Hally endlich heiraten kann. Doch Ringo hat andere Pläne: als mexikanischer Wanderarbeiter verkleidet kommt er beim kauzigen Blumenhändler Myosotis (Manuel Muniz) unter. Als dessen Gehilfe kann er sich Zugang zu seinem ehemaligen Wohnhaus und seiner Frau Hally verschaffen. Und er wird nicht ruhen, bevor er mit den Fuentes-Brüdern und deren Bande abgerechnet hat…..

Dieser zweite Teil der Ringo-Reihe folgte unmittelbar nach dem ersten Teil und wurde wiederum von Duccio Tessari, praktisch mit dem gleichen Schauspieler- und Mitarbeiterstab, inszeniert. Eigentlich können wir hier aber nicht von einer Fortsetzung sprechen. Wenn überhaupt ist der Film ein Prequel, denn er handelt unmittelbar nach dem Bürgerkrieg, wogegen im ersten Teil schon einige Zeit seit dessen Beendigung ins Land gezogen war. Auch die Figur von Ringo ist hier ganz anders angelegt. Hier ist nichts mehr zu spüren vom Schalk und der Heiterkeit des früheren Ringo. Hier haben wir es mit einem gebrochenen Mann zu tun, der alles verloren zu haben scheint, der keine Hoffnung und somit auch keine Angst vor nichts mehr hat. Dieser Charakter wird einmal mehr hervorragend verkörpert von Giuliano Gemma. Seine Mimik, sein zuckender Gesichtsmuskel suggerieren den Schmerz den er angesichts der Situation empfindet. Als er dann erfährt dass er eine kleine Tochter hat wird für ihn klar dass er niemals aufgeben kann und Frau und Kind aus den Klauen der Verbrecher befreien muss. Die Grundstimmung des Films ist sehr ernst. Hier ist nichts mehr zu sehen von den amerikanisch geprägten weichgespülten Bildern, hier haben wir es mit einem waschechten Italo-Western zu tun. Die Atmosphäre der Angst und Hoffnunslosigkeit der Bewohner von Mimbres ist beinahe greifbar. Hinzu kommt ein stetig wehender Wind, welcher die Trostlosigkeit dieses Kaffs noch unterstreicht und gleichzeitig Sinnbild ist für den Sturm der Vergeltug, welchen Ringo über die Banditen bringen wird. Die Kameraarbeit ist auf hohem Niveau, Kamera-Assistent Sergio D’Offizi, der unter anderem für die Beleuchtung zuständig war, macht einen hervorragenden Job. Gedreht wurde in Fraga im Hinterland von Barcelona und auf dem Filmgelände von Barcelona selbst. Herausgekommen ist eine sehr authentische, im wahrsten Sinne des Wortes staubige Western-Atmosphäre, die in Erinnerung bleibt.

Komponisten-Legende Enno Morricone hat sich mit seinem fabelhaften Soundtrack selbst ein Denkmal gesetzt. Da haben wir auf der einen Seite den bittersüssen Titelsong „Il ritorno di Ringo“, gesungen von Maurizio Graf, welchen ich als einen der besten Westernsongs aller Zeiten ansehe, zusammen mit „Lonesome Billy“ aus „Die letzten zwei vom Rio Bravo“, ebenfalls von Morricone. Und dann haben wir die Morricone-typische monumentale Musik mit Streichern, Bläsern, Orgel und Chorälen, welche das Titelthema je nach Stimmung variieren.

Fazit: Meisterhafter Vertreter des Spaghettiwestern-Genres, gekonnt inszeniert, souverän interpretiert, mit einem denkwürdigen Soundtrack. Mit einem Wort: Klasse! 8/10

geschrieben am 29.11.2015 um 12:22

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