Sein Wechselgeld ist Blei

  • Informationen zum Film
  • Sein Wechselgeld ist Blei

  • Originaltitel:
    I giorni della violenza
    Genre:
    Western
    Produktionsland:
    Italien
    Produktionsjahr:
    1967
    Kinostart Deutschland:
    31.05.1968
  • Inhalt
  • Inhalt:
    In der harten amerikanischen Bürgerkriegszeit leidet auch die Bevölkerung von Fair Wood/Missouri unter den Yankees. In dem spannenden Western will sich ein Outsider an verbrecherischen Soldaten rächen, die in den Wirren des Bürgerkrieges seinen Bruder und dessen Frau ermordet haben.

Userkritik zu Sein Wechselgeld ist Blei

doobee
Weitere Kritiken des Users

Bewertung: 5/10 Punkte

Im Jahre 1863 ist der amerikanische Bürgerkrieg in vollem Gange. Der Staat Missouri, der geographisch und auch wegen seiner Tradition als Sklavenstaat zu den Südstaaten gehört ist von den Yankees okkupiert worden. Auf der Farm von Mr. Evans (Andrea Bosic), einem fanatischen Anhänger der Konföderierten, arbeiten die beiden Brüder Clell (Romano Puppo) und Johs (Peter Lee Lawrence). Clell ist verheiratet mit Lizzy (Rosalba Neri) und Johs hat ein Auge auf Christine (Beba Loncar), der Tochter des Hauses, geworfen. Johs geht dazwischen als der Farmarbeiter Hank (Lucio Rosato) versucht, Lizzy zu vergewaltigen und jagt ihn vom Hof. Dieser sinnt auf Rache und gibt dem Nordstaaten-Captain Clifford (Luigi Vannucchi) einen Tipp, dass auf der Ranch Südstaaten-Rebellen versteckt seien. Beim anschliessenden Ueberfall auf die Ranch wird Clell von Clifford erschossen, Lizzy stirbt von einer Kugel aus Hanks Sharp-Gewehr. Johs, der nie für die Südstaaten kämpfen wollte weil er gegen die Sklaverei ist, schliesst sich daraufhin der Guerilla-Truppe von Butch (Nello Pazzafini) an. Dieser führt einen Privatkrieg gegen die Truppen der Yankees. Dieser Krieg ist teuer, und so muss er auch mal eine Postkutsche überfallen, um genügend Geld für Waffen und Munition aufzutreiben. Bei einem solchen Ueberfall erschiesst Johs einen Reisenden, der auf Butch angelegt hatte. Fortan wird er streckbrieflich gesucht und verschwindet von der Bildfläche. Zwei Jahre später ist der Bürgerkrieg zu Ende. Der Mörder und Kriegsgewinnler Captain Clifford ist zum Chef des Beschlagnahmungsbüros geworden und macht sich an Christine heran, welche inzwischen aus Jackson zurückgekehrt ist, wo sie während des Krieges bei einer Verwandten lebte. Aber auch Johs ist zurück. Er ist nicht mehr derselbe wie früher. Er ist ein Gesetzloser, der die Suche nach den Mördern seines Bruders und seiner Schwägerin nie aufgegeben hat. Er will Rache, und auf der Evans-Farm kommt es schliesslich zur finalen Konfrontation…..

Alfonso Brescia war ein typischer Vertreter der italienischen B-Regisseure. Er begann seine Karriere mit Sandalenfilmen, bevor er dann Mitte der 60er-Jahre ins Spaghettiwestern-Fach wechselte. Keiner seiner Filme ist ein Meilenstein, einige sind sogar richtig schwach. Für seine Verhältnisse ist ihm aber hier ein richtig guter Wurf gelungen. Eingebettet in die Wirren während und nach dem Bürgerkrieg erzählt er uns eine flotte Geschichte von einem braven jungen Mann, der durch äussere Umstände gezwungen zum Gesetzlosen wird. Eine Paraderolle für Peter Lee Lawrence, welcher diesen Charaktertyp unzählige Male in seiner langen Italo-Western Karriere verkörperte. Sein jugendliches, unschuldiges Aussehen machte ihn zum perfekten Traum aller Schwiegermütter. Die Rolle des gnadenlosen Rächers kann man ihm denn auch nicht ganz so leicht abnehmen, auch wenn er sich Mühe gibt, mit grimmigem Blick vom Gegenteil zu überzeugen. Der Film ist mit knapp 100 Min. Laufzeit in der ungekürzten Fassung relativ lang geraten, wird aber nie richtig langweilig. Er ist aber auch kein Action-Feuerwerk, es gibt lange Dialog-Passagen, wo über den Krieg und dessen Auswirkungen geschwafelt wird. Brescia bemüht sich um historische Wahrheit, so operierten während des Bürgerkriegs in Missouri tatsächlich verschiedene, teilweise extrem brutale Rebellen-Truppen. Butch ist einer dieser Guerilla-Führer, ein Desperado, welcher hier noch relativ moderat dargestellt wird. Verkörpert wird er von Nello Pazzafini, einem Italo-Urgestein mit einer ellenlangen Filmographie. Darunter sind auch etliche Western, wo er mehrheitlich den Schurken spielte. Er macht auch hier eine sehr gute Figur. In Sachen Gewalt gibt es die üblichen Prügeleien und Schiessereien zu sehen. Ein Ueberfall auf einen Nordstaaten-Versorgungstrupp ist sehr virtuos in Szene gesetzt. Aber es gibt auch diverse Durchhänger, welche den Erzählfluss hemmen und mit einer etwas strafferen Inszenierung hätten vermieden werden können. Auch der Showdown auf der Ranch, wo Brescia versucht, so etwas wie eine Leone-Stimmung zu erzeugen, wirkt eher bieder. Ein Highlight ist hingegen der Soundtrack von Bruno Nicolai, dem Kapellmeister von Ennio Morricone. Er bietet uns ein eingängiges, von Trompeten und Trommeln dominiertes, an Militärmusik erinnerndes Titelstück und begleitet den Film auch sonst mit schön orchestrierten, nie aufdringlich wirkenden Klängen.

Die deutsche Synchro ist übrigens wieder mal eine Katastrophe für sich. Da haben Rainer Brandt und seine Deppen wieder mal alles gegeben um mit ihrem infantilen Gerotze eine ernste und dramatische Rachegeschichte in einen Spass-Western umzuwandeln. Sie sind selbstverständlich einmal mehr kläglich gescheitert. Die Sprüche wirken völlig fehl am Platz und sind hochgradig peinlich, aber ganz sicher nicht witzig. Glücklicherweise beinhaltet die Koch-Scheibe die italienische Tonspur mit deutschen UT, wenn man mit solchem Schwachsinn nichts anfangen kann.

Fazit: Interessante Geschichte, weder besonders gut noch wirklich schlecht inszeniert. Guter Durchschnitt eben. 5/10

geschrieben am 20.11.2015 um 10:53

BILDER ZUM FILM

sein-wechselgeld-ist-blei-poster

Kommentare (0)

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

 

Weitere Diskussionen zu diesem und vielen anderen Themen findest du im Forum von DVD-Forum.at.

Rechtliche Hinweise:
Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Ansichten der User wieder, von denen sie gepostet wurden. Diese müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion von DVD-Forum.at sowie deren Partnern decken. Wir behalten uns vor, Kommentare die gegen unsere Nutzungsbedingungen oder gegen straf- oder zivilrechtliche Normen verstoßen bzw. dem Ansehen von DVD-Forum.at schaden können auch ohne Angabe von Gründen zu löschen. Gegen diese Schritte können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Bei wiederholten Verstößen ist mit einem Ausschluss aus unserer Community zu rechnen, weiters behält sich DVD-Forum.at bei schwerwiegenden Verstößen wie strafrechtlich relevanten Tatbeständen vor Anzeige zu erstatten und/oder Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Cover

sein-wechselgeld-ist-blei-poster

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 5/10 | Wertungen: 1 | Kritiken: 1