Django - Die Totengräber warten schon

  • Informationen zum Film
  • Django - Die Totengräber warten schon

  • Originaltitel:
    Quella sporca storia nel west
    Genre:
    Western, Drama
    Produktionsland:
    Italien
    Produktionsjahr:
    1968
    Kinostart Österreich:
    19.08.1970
    Kinostart Deutschland:
    26.11.1968
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Django ist erschüttert, als er erfährt, dass sein Vater ermordet wurde. Das Vermögen der Familie ist während seiner Abwesenheit an seinen Onkel Claude überschrieben worden, der Djangos Mutter geheiratet hat. Das heitere glückliche Zuhause von einst ist vorbei, statt dessen herrschen Machthunger und Gewalt. Bis Django durch einen Hinweis von John, einem Freund seines Vaters, Nachforschungen anstellt, um dem unterträglichen Zustand auf den Grund zu kommen. Sein Hass ist grenzenlos und seine Rache ohne Gnade.

Userkritik zu Django - Die Totengräber warten schon

doobee
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Bewertung: 8/10 Punkte

Während Johnny Hamilton (Andrea Giordana) im Bürgerkrieg kämpft wir sein Vater feige ermordet. Als er aus dem Krieg nach Hause zurückkehrt macht er sich grosse Vorwürfe dass er nicht zugegen war um seinen Vater zu beschützen. Kaum angekommen machen ihm die beiden Gauner Ross (Ennio Girolami) und Guild (Ignazio Spalla) das Leben schwer. Irgend jemand scheint da etwas zu verbergen haben, was den Tod seines Vaters angeht. Sein alter, väterlicher Freund Horaz (Gilbert Roland) hilft ihm aus der Patsche und erzählt ihm, dass sein Vater angeblich vom mexikanischen Banditen Santana (Manuel Silvester Serrano) ermordet wurde. Johnny’s Onkel Claude (Horst Frank) habe aber den Mord gerächt und seinerseits Santana unter die Erde geschickt. Als Johnny auf seine Heimatranch „El Senor“ zurückkehrt muss er zu seinem Entsetzen feststellen dass seine Mutter Gertie (Francoise Prevost) inzwischen mit seinem Onkel Claude verheiratet ist, der sich auf dem stattlichen Landsitz wie die Made im Speck eingenistet hat. Johnny bekommt Zweifel, was die Story von Santana als Killer seines Vaters angeht, es gibt zuviele andere Leute, die von dessen Tod profitiert haben. Unterstützt von Horaz beginnt er, den wahren Mörder zu suchen……

Geschrieben wurde diese Adaption von Shakespeare’s „Hamlet“ von Sergio Corbucci. Dieser hatte jedoch keine Zeit sie selber zu verfilmen. Also nahm sich Enzo G. Castellari des Stoffes an. Die Story war ihm aber nicht actionlastig genug, und so baute er im Drehbuch noch einige Western-Standards wie Prügeleien und Schiessereien ein. Ansonsten enthält der Film tatsächlich alle Komponenten und Charaktere aus Shakespeare’s Drama: Liebe, Hass, Brudermord, Eifersucht, Verrat, Neid und Rache, dies alles hat Castellari in seinen Film reingepackt. Dabei rausgekommen ist ein sehr ansehnliches Werk, welches mit einer starken Traumsequenz beginnt (in der geschnittenen DF nicht zu sehen), wo Johnny den Tod seines Vaters voraussieht. Ueberhaupt haben Castellari und sein Kameramann Angelo Filippini einen visuell äusserst ansprechenden Film inszeniert. Die Szenen im von Kerzen erleuchteten Höhlenfriedhof von Danark sind mystisch und morbid zugleich. Auch wird mit aussergewöhnlichen, sehr eindrücklichen Kamearaeinstellungen gearbeitet. Eine andere, imponierende Szene ist diejenige, als Johnny ans Andreaskreuz gebunden zum Sterben zurückgelassen wird und seine schwer verletzte Mutter zu ihm hinkriecht um ihm ein letztes Mal zu helfen. Dabei wird wiederum so geschickt mit der Kamera von unten gearbeitet dass die paar Meter, welche die Mutter noch zurücklegen muss wie Meilen erscheinen und die Anhöhe wie ein unerklimmbarer Berg aussieht. Solch künstlerische Aspekte heben diesen Film weit über so manchen Dutzend-Western jener Zeit hinaus. Auch die Sets sind gut gewählt. Die Aussenaufnahmen entstanden in Italien und in Cuenca Minera in Spanien, welches mit seinen seltsamen, pilzförmigen Felsformationen eine erstklassige Kulisse bot. Zu diesem visuellen Genuss hinzu kommt eine durchaus solide, nie langweilige Story, in welcher die Suche nach dem Vatermörder im Vordergrund steht. Getragen wird das Ganze von einem denkwürdigen Score von Francesco des Masi. Dieser beginnt mit dem beachtlichen Titelsong „Find a Man“, gesungen von Maurizio Graf und beinhaltet Choräle, markiges Gitarrenspiel, Streicher und Bläser. Gemäss Aussagen von Castellari war der Film an den Kinokassen nur ein mässiger Erfolg. Er führt dies darauf zurück dass ihn die Verleihfirma kurzerhand von „Johnny Hamlet“ in „Quella sporca storia nel West“ umtaufte und so aus einem Shakespeare-Western einen ganz normalen Genrevertreter machte, welcher in der Flut von ähnlichen Streifen schlicht und ergreifend unterging.

Andrea Giordana liefert als Johnny eine starke Performance ab. Er war ein verdammt gut aussehender Kerl und zudem ein hervorragender Schauspieler und passte perfekt für diese anspruchsvolle Rolle. Auch Gilbert Roland als Horaz weiss zu überzeugen, wobei seine Rolle nicht speziell tiefgründig oder eine allzu grosse Herausforderung war. Horst Frank brilliert einmal mehr in der Rolle des sleazigen, verkommenen Bösewichts. Er spielt diesen skrupellosen, egomanischen Charakter derart überzeugend dass man beinahe nicht glauben kann wenn alle Regisseure, welche mit ihm gearbeitet haben sagen, dass er in Wirklichkeit ein wunderbarer, hoch intelligenter und liebenswürdiger Mensch war. Zu erwähnen ist auch noch die Leistung von Francoise Prevost als Mutter Gertie, welche hin- und hergerissen ist zwischen der Liebe zu ihrem Sohn und der Hörigkeit gegenüber ihrem Scheusal von Mann.

Fazit: Visuell starkes, ungewöhnliches, versiert inszeniertes Shakespeare-Drama im Western-Gewand. Für Genre-Fans ein Muss. 8/10

geschrieben am 15.11.2015 um 07:40

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