Der Foltergarten des Dr. Diabolo

  • Informationen zum Film
  • Der Foltergarten des Dr. Diabolo

  • Originaltitel:
    Torture Garden
    Genre:
    Horror
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1967
    Kinostart Deutschland:
    09.01.1968
    Kinostart USA:
    19.07.1968
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Ein ganz besonderes Folterinstrument hat laut Jahrmarktattraktion Dr. Diabolo die Macht, Menschen vor dem Bösen in ihrer Zukunft zu warnen. Als den skeptischen Zuschauern die Gier und Brutalität, die sie zu verbergen versuchen, vor Augen geführt werden, verliert einer der Anwesenden die Nerven und tötet Diabolo. Nachdem das Publikum davongelaufen ist, stellt sich heraus, dass der vermeintliche Mord Teil der Show ist. Einer der Kunden ist jedoch zurückgeblieben, um einen Handel mit Diabolo, alias dem Teufel, abzuschließen.

Userkritik zu Der Foltergarten des Dr. Diabolo

doobee
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Bewertung: 5/10 Punkte

Auf einem Jahrmarkt betreibt der sinistre Dr. Diabolo (Burgess Meredith) eine Grand Guignol-Show, wo er die Zuschauer mit allerlei Folter- und Hinrichtungsinstrumenten das Fürchten lehrt. Doch der wahre Schrecken ist einer handvoll Auserwählter vorbehalten, welche gegen einen Sonderobulus von 5 Pfund zu einer Privatvorstellung eingeladen werden. Sie sollen in ihr Innerstes sehen und das Böse aus sich hervorholen können. Dies geschieht mit Hilfe einer Wachspuppe welche die Schicksalsgöttin Atropos darstellt. Einer nach dem anderen lässt sich sein Schicksal vorhersagen:

1. Enoch

Der Nichtsnutz Colin William (Michael Bryant) ist mal wieder in schweren Geldnöten. Deshalb besucht er nach über drei Jahren seinen alten, schwer herzkranken Onkel Roger (Maurice Denham), um ihn um Geld zu bitten. Dieser scheint steinreich zu sein obwohl er seit Jahren nicht mehr arbeitet. Colin vermutet, dass er den Goldschatz der ehemaligen Hausbesitzerin, einer angeblichen Hexe, gefunden hat. Roger will Colin dieses Mal aber nicht aus der Patsche helfen und beim darauffolgenden Streit erleidet Roger einen Herzanfall. Colin will ihm seine Medizin nicht geben bevor er von ihm erfahren hat, wo er den Schatz versteckt hat. Roger stirbt, bevor er es ihm sagen kann. Im Keller findet Colin schliesslich nicht den erhofften Geldsegen sondern einen Sarg, in welchem ein kopfloses Gerippe und eine quicklebendige Katze sind. Die Katze entpuppt sich als Balthazar, eine Art Schutzgeist mit einem ungesunden Appetit auf Menschenfleisch. Sie befiehlt Colin zu töten und entlöhnt ihn im Gegenzug reichlich. Colin versucht verzweifelt, den Bann zu brechen, doch Balthazar will nicht auf ihren neuen Fleischlieferanten verzichten…

Ziemlich konventionelle Gruselstory mit den üblichen Komponenten bis hin zur Poe’schen Katze. Michael Bryant spielt den geldgierigen, mörderischen Colin leidlich überzeugend.

2. Terror über Hollywood

Die bildhübsche Carla Hayes (Bervely Adams) trickts eine Freundin aus, um anstelle von ihr mit dem Regisseur Mike Charles (David Bauer) in ein schickes Lokal essen zu gehen und wichtige Filmgrössen zu treffen. Tatsächlich befinden sich in dem Lokal der Schauspieler Bruce Benton (Robert Hutton) und der Produzent Eddie Storm (John Philipps), welche gerade an einem neuen Film arbeiten. Carla bekommt die zweite Hauptrolle und verliebt sich in Bruce. Dieser wird jedoch erschossen und landet im Sanatorium Sunset Crest, wo ihn der mysteriöse Dr. Heim (Bernard Kay) so gut behandelt, dass er schon nach wenigen Tagen wieder am Filmset auftaucht. Carla ist verwirrt, sie war sich hunderprotzentig sicher, dass Bruce tot war. Sie beginnt nachzuforschen und schon bald lüftet sie das schauerliche Geheimnis der ewig jungen und vitalen Hollywoodgrössen…

Diese durchaus interessante Geschichte mit SF-Touch versteht sich als augenzwinkernder Seitenhieb auf die Schickimicki-Glanzwelt Hollywoods, wo vieles mehr Schein als Sein ist. Ich hätte mir noch ein wenig mehr Finesse in der Storyentwicklung und ein weniger offensichtliches Ende gewünscht. Die Schauspieler in dieser Episode machen alle einen durchwegs akzeptablen Job.

3. Mr. Steinway

Die Journalistin Dorothy Endicott (Barbara Ewing) erhält die Gelegenheit, den Starpianisten Leo Winston (John Standing) zu interviewen. Dieser ist ein wunderlicher Geselle der mit seinem Konzertflügel spricht. Er nennt ihn liebevoll Euterpe, nach der griechischen Muse der Musik. Trotz dieses sonderbaren Verhaltens verliebt sich Dorothy in ihn und versucht, mit ihm ein normales Leben zu führen. Sehr zum Missfallen der eifersüchtigen Euterpe, welche sich ihren Leo nicht so einfach wegschnappen lassen will…

Diese Story ist wirklich albern und fällt gegenüber den anderen deutlich ab. Barbara Ewing ist hier in ihrer ersten Filmrolle zu sehen. Ein Jahr später spielte sie dann noch die Zena in Hammers „Draculas Rückkehr“, bevor sie fast ausschliesslich nur noch fürs Fernsehen tätig war.

4. Der Mann der Poe sammelte

Lancelot Canning (Peter Cushing) ist ein weltberühmter Sammler von Poe-Devotionalien. Seine Sammlung ist die Grösste und Bedeutendste weltweit. Ronald Wyatt (Jack Palance), ein ebenso fanatischer aber ziemlich erfolgloser Sammler erhält die Gelegenheit, Lancelot in dessen Haus in Maryland zu besuchen und die gewaltige Sammlung zu begutachten. Nachdem Lancelot ein paar Gläser zu viel getrunken hat zeigt er Ronald seine Sammlung im Keller, wo die wahren Schätze verborgen sind. Ronald ist völlig aus dem Häuschen, da finden sich handgeschiebene Original-Manuskripte von bisher unveröffentlichten Novellen des Meisters. Doch dies ist nur die Spitze des Eisbergs, denn wer ausser Poe selbst kann diese Novellen verfasst haben, auch wenn das Papier, auf welchem sie geschrieben sind, aus der heutigen Zeit stammt…

Diese Geschichte ist eine liebevolle Hommage an den Meister des Schreckens, Edgar Allan Poe. Das Ende ist etwas zu einfach geraten, aber ansonsten ist dies der beste Beitrag der Anthologie. Nicht zuletzt natürlich wegen Peter Cushing und Jack Palance. Hier prallen zwei Darstellerwelten aufeinander: der charismatische, distinguierte Gentleman gegen den zum Overacting neigenden Proleten. Ein wirklicher Spass, den beiden zuzuschauen, zumal man spürt dass sie sichtlich Spass an ihren Rollen gehabt haben.

Dies war der zweite Episodenfilm von Amicus, nach „Die Todeskarten des Dr. Schreck“. Die Rahmenhandlung ist dieses Mal weniger stringent und scheint nur dazu dienen, die Zeit zwischen den einzelnen Geschichten zu füllen. Wenigstens bietet sie die Gelegenheit für den Auftritt von Michael Ripper, welcher in unzähligen Hammer-Produktionen, meist in kleinen Nebenrollen, zu sehen war. Hier spielt er den Assistenten von Dr. Diabolo. Regie führte Freddie Francis, welcher mit sicherer Hand durch die Geschichten führt, welche übrigens von Robert „Psycho“ Bloch verfasst wurden. Die Musik von Don Banks und James Bernard, zwei altgedienten Hammer-Profis, ist erstaunlicherweise sehr dezent gehalten und hat kaum Erinnerungswert.

Fazit: Dieser zweite Streich von Amicus ist ganz nett anzusehen, mehr aber auch nicht. Liebhaber von Episodenfilmen und britischer Gruselkost können aber ruhig einen Blick riskieren. 5/10

geschrieben am 16.10.2015 um 11:26

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