Die Zeit der Geier

  • Informationen zum Film
  • Die Zeit der Geier

  • Originaltitel:
    Il tempo degli avvoltoi
    Genre:
    Western
    Produktionsland:
    Italien
    Produktionsjahr:
    1967
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Mit "Zeit der Geier" legte Genrespezialist Nando Cicero ("Ein Stoßgebet für drei Kanonen" 1967 einen sadistischen Italo-Western-Klassiker vor, in dem der aus etlichen "Django"-Werken bekannte George Hilton ("Django - Ein Sarg voll Blut") als grausam gefolterter Viehhüter Kitosch mit dem Outlaw Joshua Tracy (Frank Wolff, "Spiel mir das Lied vom Tod") gemeinsame Sache macht, um sich an seine Peiniger zu rächen. Zu spät merkt er, dass auch Tracy ein doppeltes Spiel treibt und die mögliche Beute für sich alleine haben will.

Userkritik zu Die Zeit der Geier

doobee
Weitere Kritiken des Users

Bewertung: 6/10 Punkte

Der Viehhüter Kitosch (George Hilton) ist ein hoffnungsloser Frauenheld und kommt sich deshalb öfters mit seinen Cowboy-Kollegen ins Gehege. Als er sich aber mit Steffy (Pamelo Tudor), der Frau seines Bosses Don Alberto (Eduardo Fajardo) einlässt ist das Mass voll. Ihm wird ein Brandzeichen verpasst und er muss fürchterliche Prügel einstecken. Auch in der nahegelegenen Stadt findet er keine Hilfe, dafür hat Don Alberto gesorgt. Er wird sogar wegen Pferdediebstahls in den Knast gesteckt. Da taucht der „schwarze Tracy“ (Frank Wolff), ein gefürchteter, steckbrieflich gesuchter Gangster, in der Stadt auf. Er befreit Kitosch aus dem Knast und rettet ihm das Leben, als Don Alberto’s Männer versuchen, ihn aufzuknüpfen. Fortan gehen sie gemeinsame Wege. Bald stellt sich heraus dass Tracy auf einem Rachefeldzug und ein eiskalter, sadistischer Killer ist. Kitosch ist hin- und hergerissen zwischen seiner Solidarität zu seinem angeblichen Freund und seiner sich immer stärker entwickelnden Abscheu gegenüber dessen Taten. Der Tag der Entscheidung wird kommen, und er wird blutig enden…..

Dies war der erste von insgesamt drei Western von Regisseur Nando Cicero, und er ist ihm ganz gut gelungen. Am Anfang steht zwar das Geplänkel von Weiberheld Kitosch mit seinen Kollegen und seinem Boss, was beinahe schon komödiantische Züge hat und ein wenig nervt. Kitosch gibt den Don Giovanni, der lieber seinen Charme als seine Fäuste oder gar die Waffen sprechen lässt. Er ist ein gutmütiger, fast schon naiver Charakter der eigentlich nichts anderes will als in Ruhe seine diversen Eroberungen zu geniessen. Dies ändert sich als sich sein Weg mit dem finsteren Tracy kreuzt. Er gerät in den Bann dieses brutalen, völlig moralfreien Killers. Er folgt ihm wie ein Hündchen und lässt ihm auch die ärgsten Grausamkeiten gegenüber anderen beinahe oppositionslos durchgehen. Er schreitet noch nicht mal ein, als seine Freundin Rubia (Cristina Iosani) von Tracy völlig kaltblütig über den Haufen geschossen wird. Diese explosive Beziehung zwischen diesen beiden völlig unterschiedlichen Charakteren macht den Reiz des Filmes aus. Der Sunnyboy und der Gunslinger, wobei sich diese Fronten im Laufe der Geschichte verschieben werden. Aus dem Sunnyboy wird ein reifer, ernsthafter Mann, der sich entscheiden muss zwischen seiner bedingungslosen Freundschaft zu Tracy und einem Leben in Anstand und Würde. Aus dem Gunslinger wird ein mehr und mehr unberechenbares, von epileptischen Anfällen geschütteltes, am Rande des Wahnsinns wandelndes Wrack, für welches man trotz aller Grausamkeit Mitleid empfinden muss. Dies erklärt wahrscheinlich auch, weshalb ihm Kitosch die ganze Zeit über die Treue hält. Und bis am Schluss bleibt ungewiss, wohin der Weg der beiden führen wird. Ansonsten bietet der Film wenig Aufregendes, mal abgesehen von ein paar netten Kopfschüssen und einem zu einem Granatwerfer umgebauten Gewehr, mit welchem Tracy eine ganze Horde von Mexikanern zur Hölle schickt. Die Settings sind gut, gedreht wurde in Italien und Almeria. Die Musik von Piero Umiliani ist für meinen Geschmack zu heiter und beschwingt für die durchaus ernste Geschichte. Der Titeltrack kommt schon beinahe jazzig daher mit Gepfeife und reichlich Trompetengeschmetter. Dies ist der Atmosphäre des Films alles andere als förderlich und überhaupt nicht mein Geschmack.

George Hilton hat in vielen Italo-Western mitgespielt. Hier macht er eine durchaus gute Falle, die Wandlung vom charmanten Naivling zum knallharten Desperado ist ihm gut gelungen. Doch an die Wand gespielt wird er von Frank Wolff, der die facettenreiche Figur des Tracy sehr überzeugend verkörpert. Zu erwähnen ist natürlich auch noch Eduardo Fajardo als Don Alberto. Dieser kann sich am Anfang gewohnt unsymphatisch und mit dreckigem Grinsen präsentieren, wandelt sich aber im Laufe der Zeit quasi vom Saulus zum Paulus. Sehr ungewöhnlich für Fajardo, der auf die Rolle des Fieslings abonniert war.

Fazit: solide inszenierter, gut ausgestatteter und teilweise recht grimmiger Genrebeitrag mit einem denkwürdigen Finale. Wegen des zu seichten Starts und der unpassenden Musik gibt’s von mir „nur“ 6/10

geschrieben am 13.10.2015 um 22:26

Kommentare (0)

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

 

Weitere Diskussionen zu diesem und vielen anderen Themen findest du im Forum von DVD-Forum.at.

Rechtliche Hinweise:
Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Ansichten der User wieder, von denen sie gepostet wurden. Diese müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion von DVD-Forum.at sowie deren Partnern decken. Wir behalten uns vor, Kommentare die gegen unsere Nutzungsbedingungen oder gegen straf- oder zivilrechtliche Normen verstoßen bzw. dem Ansehen von DVD-Forum.at schaden können auch ohne Angabe von Gründen zu löschen. Gegen diese Schritte können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Bei wiederholten Verstößen ist mit einem Ausschluss aus unserer Community zu rechnen, weiters behält sich DVD-Forum.at bei schwerwiegenden Verstößen wie strafrechtlich relevanten Tatbeständen vor Anzeige zu erstatten und/oder Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Cover

Cover

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 8/10 | Wertungen: 2 | Kritiken: 1