Schlag 12 in London

  • Informationen zum Film
  • Schlag 12 in London

  • Originaltitel:
    The Two Faces of Dr. Jekyll
    Genre:
    Romanze, Sci-Fi, Horror
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1960
    Kinostart Deutschland:
    18.08.1960
    Kinostart USA:
    03.05.1961
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Fasziniert von seiner Forschungsarbeit über die beiden Seiten der menschlichen Persönlichkeit, verwandelt sich Dr. Jekyll in den rachsüchtigen Wahnsinnigen Dr. Hyde. Während Hyde sich an einem Spieler rächen will, in den sich seine Frau verliebt hat, fühlt sich Dr. Jekyll von seinem Alter Ego abgestoßen und versucht, sein böses Selbst auszulöschen...

Userkritik zu Schlag 12 in London

doobee
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Bewertung: 8/10 Punkte

London 1874; der brillante Wissenschaftler Dr. Henry Jekyll (Paul Massie) will das Geheimnis der menschlichen Seele ergründen. Er ist überzeugt dass in jeder menschlichen Persönlichkeit zwei Mächte, das Gute und das Böse, um die Oberhand kämpfen. Er entwickelt ein Serum um dieses zweite, böse Ich zu manifestieren, denn er glaubt damit den Schlüssel in der Hand zu haben um dieses studieren und eliminieren zu können. Diese Arbeit nimmt in derart in Anspruch dass er gar nicht merkt, dass sich seine Frau Kitty (Dawn Addams) schon längst einen Liebhaber genommen hat. Dieser ist Paul Allen (Christopher Lee), ein fauler Nichtsnutz, der sich seine Spielschulden von seinem Freund Dr. Jekyll bezahlen lässt. Nachdem dieser sein Serum erfolgreich an einem Affen getestet hat wagt er einen Selbstversuch. Er verwandelt sich in Mr. Edward Hyde, einen blendend aussehenden Gentleman. Aber hinter dieser Maske steckt ein Soziopath schlimmster Sorte, ein völlig wahnsinniges und durch und durch unmoralisches Monster. Er beginnt, die Oberhand über Dr. Jekyll zu gewinnen und kann sich schliesslich sogar ohne das Serum materialisieren. Er nimmt schreckliche Rache an denjenigen, welche ihn als Dr. Jekyll gedemütigt und betrogen haben. Es gibt nur einen, der in aufhalten kann, und dies ist Dr. Jekyll selbst…

Unter der Regie des unvergleichlichen Terence Fisher ist eine weitere kleine Perle der britischen Hammer Studios entstanden. Der Roman von Robert Louis Stevenson wurde viele Male verfilmt. Und wieder ist es Hammer gelungen einen Beitrag abzuliefern welcher aus dieser Masse herausragt. Dafür sorgen viele Faktoren. Zum einen sind da die wie immer sorgfältig gestalteten Kulissen und Kostüme, die satten Farben, die atmosphärische Dichte und die hervorragende Musik des Komponisten-Duos Monty Norman und David Heneker. Diese ist sehr abwechslungsreich und variiert zwischen beschwingt und melancholisch-bedrohlich, also ganz den beiden Wesen des Dr. Jekyll angepasst. Interessant ist auch der Aspekt dass Hyde hier nicht als hässliches, monströses Wesen sondern als Gentleman mit perfekten Umgangsformen gezeigt wird. Dadurch wird einem so richtig klar dass das Böse nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist, dass sich auch hinter der schönsten Fassade ein Monster verbergen kann. Der Kampf dieser zwei völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten ist das tragende Element des Films. Als Dr. Jekyll bewusst wird dass er Hyde nicht mehr unter Kontrolle hat versucht er mit aller Kraft, dagegen anzukämpfen. Diese Szenen sind von gewaltiger Kraft, sind rührend und Furcht einflössend zugleich. Hier profitiert der Zuschauer nicht nur von der sicheren Hand von Regisseur Terence Fisher, sondern auch vom Genie des Hauptdarstellers Paul Massie.

Dieser liefert eine sensationelle Leistung ab. Die Doppelrolle Jekyll/Hyde muss alles andere als einfach gewesen sein. Die beiden Persönlichkeiten Jekyll/Hyde unterscheiden sich äusserlich nur durch einen Bart und eine etwas andere Frisur. Alles andere musste Massie bewerkstelligen. Er musste zwei völlig verschiedene Charaktere verkörpern, und dies ist ihm perfekt gelungen. Vor allem die Darstellung des manischen Hyde ist brillant. Dagegen flacht sogar der grossartige Christopher Lee ab, der seine atypische Rolle als opportunistischer Habenichts gewohnt souverän meistert, ohne jedoch gross aufzufallen. Auch Oliver Reed ist übrigens in einer kleinen Nebenrolle zu sehen.

Noch eine kleine Bemerkung zum deutschen Titel. Dieser ist an Dämlichkeit mal wieder kaum zu überbieten und hat auch nicht das Geringste mit der Geschichte zu tun. Manchmal frage ich mich ernsthaft wie die Leute auf solch schwachsinnige Ideen kommen können.

Fazit: Oft vergessenes Hammer-Juwel, stilvoll inszeniert und mit einem gross aufspielenden Paul Massie. Sicher eine der besten Jekyll/Hyde-Verfilmungen überhaupt. 8/10

geschrieben am 04.10.2015 um 11:20

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