Gruft der Vampire

  • Informationen zum Film
  • Gruft der Vampire

  • Originaltitel:
    The Vampire Lovers
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsländer:
    USA, UK
    Produktionsjahr:
    1970
    Kinostart Deutschland:
    24.05.1973
    Kinostart USA:
    22.10.1970
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Als der Vampirjäger Baron von Hartog den berüchtigten Vampirclan der Karnsteins tötet, kann die junge Mircalla als einzige entkommen. Fortan verbreitet sie Terror und Angst in der Provinz Styra. Eines ihrer Opfer ist Laura, die hübsche Tochter des Generals von Spielsdorf. Von dem Tode seiner Tochter zutiefst getroffen, schwört der General Rache: Gemeinsam mit Baron Hartog und Lauras Verlobtem will er die letzte Überlebende der Karnsteins zur Strecke bringen...

Userkritik zu Gruft der Vampire

doobee
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Bewertung: 7/10 Punkte

Ende des 18. Jahrhunderts gelingt es Baron von Hartog (Douglas Wilmer), den Vampir-Klan der Karnsteins auszumerzen. Nur ein Grab findet er nicht, dasjenige der jungen Gräfin Marcilla. Jahre später kehrt auf dem verfallenen Schloss Karnstein wieder Leben ein. Die Gräfin (Dawn Addams) zieht mit ihrer bildhübschen Tocher Carmilla (Ingrid Pitt) dort ein. Als die Gräfin von einer Abendveranstaltung auf dem Anwesen von General von Spielsdorf (Peter Cushing) überstürzt und unter fadenscheinigen Umständen abreisen muss anerbietet sich der General, dass ihre Tochter so lange bei ihm wohnen kann, bis sie wieder zurück ist. Ein Fehler, wie sich herausstellt, denn von Spieldorfs Tochter Laura (Pippa Steel) entwickelt kurz nach dem Auftauchen von Carmilla schlimme Alpträume und wird immer schwächer, bis sie schliesslich stirbt. Der Arzt (Ferdy Mayne) findet merkwürdige Bissmale auf ihrer Brust. Kurz darauf taucht Carmilla unter ebenso mysteriösen Umständen auf dem Anwesen von Morton (Georg Cole) auf. Auch dessen Tochter Emma (Madeline Smith) gerät in den Bann der geheimnisvollen und verführerischen Schönheit und entwickelt die selben Symptome wie vor ihr Laura. General von Spielsdorf ist in der Zwischenzeit aufgebrochen um die Hilfe von Baron von Hartog zu erbitten. Dieser kehrt zurück auf das verwunschene Schloss. Zusammen mit von Spielsdorf, dessen Gutsverwalter Carl (Jon Finch) und Morton versucht er, das verruchte Grab von Mircalla zu finden bevor es zu spät ist und auch Emma dem Fluch der Karnsteins zum Opfer fällt…..

Regisseur Roy Ward Baker inszenierte diese Adaption von Joseph Sheridon Le Fanus Werk „Carmilla“ im Jahre 1970 und legte damit den Grundstein zu Hammers sogenannter Karnstein-Trilogie, welche mit „Nur Vampire küssen blutig“ und „Draculas Hexenjagd“ vervollständigt werden würde. Auch Hammer Films war in den 70er Jahren angelangt. Dies hiess erstens dass es immer schwieriger wurde, Geldgeber für ihre Projekte zu finden. Für den vorliegenden Film konnten Sie die amerikanische Firma A.I.P. als Co-Produzenten gewinnen, welche in den 60er-Jahren vor allem mit Roger Cormans Edgar Allan Poe-Adaptionen für Furore gesorgt hatten. Es hiess aber auch dass Sex und Gewalt nicht mehr nur angedeutet sondern auch gezeigt werden musste. Entsprechend liess man denn auch ein Drehbuch verfassen, welches vor allem der Erotik einen gehörigen Platz einräumte. Hier wird erstmals die sexuell-lesbische Komponente dieses Stoffs so richtig genüsslich ausgeleuchtet. Da ist die betörende Carmilla welche die Herzen der naiven Mädchen im Sturm erobert und, wenn es die Situation erfordert, genauso gut auch das männliche Geschlecht um den Verstand bringen kann. Mit einem anderen Regisseur wäre das Ganze wahrscheinlich in eine Sleaze-Orgie à la Jess Franco ausgeartet. Baker aber versteht es, diese für jene Zeit ziemlich anzüglichen Bilder sehr stilvoll und mit der nötigen Zurückhaltung zu inszenzieren. Es gibt zwar viel nackte und schöne Haut zu sehen, aber alles hält sich im Rahmen des Tolerierbaren. Dies trifft auch auf den Gewaltfaktor zu. Gleich zu Beginn gibt es eine gelungene Köpfungsszene zu sehen. Ansonsten kommt man in den Genuss von einigen blutigen Pfählungen. Aber dies ist für heutige Verhältnisse als eher harmlos zu beurteilen. Einmal mehr besticht Hammer durch die äusserst atmosphärischen Settings und Kulissen, welche teilweise aus dem kurz davor entstandenen „Wie schmeckt das Blut von Dracula“ wiederverwertet wurden. Die Musik von Harry Robinson ist sehr stimmungsvoll und passt vortrefflich zum Gezeigten. Dies war seine erste Arbeit für einen Hammer-Spielfilm. Sie war so gut dass er danach auch noch für die beiden Nachfolge-Filme zur Karnstein-Trilogie verpflichtet wurde.

Peter Cushing ist hier in einer eher kleinen Nebenrolle zu sehen. Er hat seine Auftritte am Anfang und am Ende des Films. Und dennoch ist er alleine durch seine Präsenz und sein ungeheures Charisma eine Bereicherung. Ingrid Pitt setzt ihre Reize optimal ein, ist aber auch ansonsten eine veritable Schauspielerin. Erwähnenswert ist sicher noch Ferdy Mayne in seiner Nebenrolle als Arzt. Mayne dürfte den Horrorfans für seine Darstellung als Graf von Krolock in Roman Polanskis „Tanz der Vampire“ in bester Erinnerung sein.

Fazit: Gelungener, stilvoller Vampir-Thriller, in welchem sich Horror und Erotik die Waage halten. Nicht der beste der Karnstein-Trilogie, aber trotzdem sehr sehenswert. 7/10

geschrieben am 03.10.2015 um 17:15

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ø Wertung: 7,2/10 | Wertungen: 5 | Kritiken: 1