Auf die Knie Django

  • Informationen zum Film
  • Auf die Knie Django

  • Originaltitel:
    Black Jack
    Genre:
    Western
    Produktionsland:
    Italien
    Produktionsjahr:
    1968
    Kinostart Deutschland:
    04.12.1969
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Eine Bande, die gerade eine Bank ausgeraubt hat, will ihren Anführer Black Jack loswerden. Sie foltern ihn fast zu Tode, während seine Schwester von ihnen brutal vergewaltigt und letztendlich skalpiert wird. Jack allerdings überlebt die Attacke und so zieht der verkrüppelte Revolverheld gegen seine einstigen Freunde in den Krieg...

Userkritik zu Auf die Knie Django

doobee
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Bewertung: 8/10 Punkte

Django (Robert Woods), der im Original Jack Murphy heisst, ist Kopf einer Bande von Desperados. Er lebt in einer Geisterstadt, wo auch seine Schwester Estelle (Sascia Krusiciarska) und ihr Ehemann Peter (Nino Fuscagni) hausen. Der Bande gelingt ein spektakulärer Banküberfall, welcher von Django perfekt geplant worden ist. Doch die Banditen haben nicht vor, dieses Mal mit ihm zu teilen. Sie locken ihn in eine Falle doch er kann, mitsamt dem Geld, entkommen. Er flieht in seinen Unterschlupf in der Geisterstadt. Doch seine ehemaligen Kumpane stöbern ihn dort auf, mit Hilfe des Indianers Joe (Mimmo Palmara). Während Django aufs Grausamste gefoltert wird vergeht sich Skinner (Rik Battaglia) an seiner Schwester Estelle, bevor sie schliesslich von Indianer-Joe skalpiert wird. Django überlebt und wird von seiner Freundin Susan (Lucienne Bridou) wieder aufgepäppelt. Doch er ist ein gebrochener Mann, verkrüppelt an Leib und Seele kennt er nur noch ein Ziel: eiskalte, gnadenlose Rache an seinen Peinigern und Mördern seiner Schwester…..

Das haben wir doch alles schon mal in ähnlicher Form gehabt, mag man denken. Dies stimmt, aber einen Rachewestern von derartig radikaler, brachialer Inszenierung habe ich noch selten gesehen. Regisseur Gianfranco Baldanello zeigt uns eine Welt vor- und eine nach dem Verrat. Und dies mit ungeheurer Konsequenz. War Django zu Beginn ein liebenswürdiger, stets gutgelaunter Zeitgenosse ist er danach das genaue Gegenteil. Nicht mehr fähig an etwas anderes als an seine Rache zu denken, zerfressen von Hass und mit seinem Schicksal hadernd bricht er sogar mit seiner Freundin Susan, weil er nicht mehr der Mensch ist, den sie mal geliebt hat. Er hat keinerlei Moralvorstellungen mehr. Ihm geht es nur noch darum, seine Feinde möglichst brutal zur Hölle zu schicken. Und dieser Rachefeldzug ist denn auch das Herzstück des Films. Nach dem zehn kleine Negerlein-Prinzip spürt Django einen nach dem anderen auf und lässt ihnen teilweise sehr originelle, stets aber äusserst sadistische Todesarten angedeihen. Dabei lacht er wie ein Wahnsinniger und dem Zuschauer wird schmerzlich bewusst, dass dieser Mensch sogar noch schlimmer als seine Feinde geworden ist und dass es für ihn kein Zurück mehr gibt. Die Aussenaufnahmen entstanden in den Desert Studios in Eilat Israel. Die Landschaft präsentiert sich denn auch entsprechend karg und glühend heiss. Dies kommt vor allem in der Einstellung sehr gut zur Geltung als sich Django, am Ende seiner Kräfte, durch die staubige Wüste schleppt. Die Landschaft, aber auch die Settings in der heruntergekommenen Geisterstadt passen also perfekt zum unheilschwangeren, trostlosen Grundtenor des Films.

Lallo Gori liefert einen recht passablen Score ab, der vor allem mit einem melancholischen Rachethema trumpfen kann. Oft wirkt die Musik aber auch etwas zu nervös und überfrachtet. Weniger wäre da manchmal mehr gewesen.

Die Schauspieler machen durchs Band einen anständigen Job. Allen voran natürlich Robert Woods, der in einigen Italo-Western mitgespielt hat. Hier hat er seinen stärksten Auftritt. Seine Darstellung des verkrüppelten, wahnsinnigen Wracks das einst Django gewesen war, geht unter die Haut und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Fazit: Knallharter, schnörkelloser Rachewestern mit einer gehörigen Portion Sadismus. Er führt bis heute ein Schattendasein welches seiner Klasse nicht gerecht wird und hätte längst eine anständige deutsche Veröffentlichung verdient. 8/10

geschrieben am 03.10.2015 um 13:21

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