Die Todeskarten des Dr. Schreck

  • Informationen zum Film
  • Die Todeskarten des Dr. Schreck

  • Originaltitel:
    Dr. Terror's House of Horrors
    Produktionsjahr:
    1965
    Kinostart Deutschland:
    21.01.1966
    Kinostart USA:
    28.02.1965
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Fünf Reisende begegnen in einem Zug einem unheimlichen Fremden namens Dr. Schreck. Dieser lässt sie mit Hilfe seiner Tarot-Karten einen Blick in ihre Zukunft werfen - die für alle tödlich enden wird.

Userkritik zu Die Todeskarten des Dr. Schreck

doobee
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Bewertung: 5/10 Punkte

Der Nachtzug von London nach Bradley ist abfahrbereit. Fünf einander fremde Herren befinden sich bereits in dem Zugabteil. In letzter Minute kommt noch ein sechster hinzu, welcher sich später als Metaphysiker Dr. Schreck (Peter Cushing) vorstellt. Er erzählt den Herren, dass man mit Hilfe von Tarotkarten die Zukunft vorhersagen kann. Neugierig geworden lassen sich die Herren einer nach dem anderen die Karten legen….

1. Werwolf

Der Architekt Jim Dawson (Neil McCallum) wird von der Witwe Mrs. Deidre Biddulph (Ursula Howells) per Brief gebeten, an ihrem Haus einige Veränderungen vorzunehmen. Das Haus gehörte seit über 200 Jahren den Dawsons, und Jim hatte es nur schweren Herzens der reichen Lady verkauft. Er macht sich auf zu den Hebriden, um den Auftrag zu erledigen. Schon bald findet er im Keller des Hauses, hinter einer kürzlich hochgezogenen Wand, einen Sarg. Dieser soll gemäss Gutsverwalter Caleb (Peter Madden) die letzte Ruhestätte des Werwolfs Cosmo Waldemar sein. Dieser tauchte vor 200 Jahren plötzlich auf und behauptete dass das Haus ihm gehöre. Er drohte wieder zu kommen und wieder Herr in seinem eigenen Haus zu sein. Und dann würde er wieder menschliche Gestalt annehmen. Tatsächlich befindet sich etwas in dem Sarg, und es entweicht. Jim giesst silberne Kugeln aus dem Kreuz, welches seit 200 Jahren im Haus hängt. Es war früher ein Schwert gewesen, mit welchem seine Ahnen Cosmo Waldemar zur Strecke gebracht und danach in ein Kreuz umgearbeitet hatten. Die Finale Konfrontation lässt nicht lange auf sich warten, und sie hält eine tödliche Ueberraschung für Jim bereit…..

Diese erste Geschichte wirkt ziemlich konstruiert, besticht aber durch eine stilvolle Gothic-Atmosphäre in dem grossen Haus inklusive dunklem Keller. Auch wabernden Nebel und geheimnisvolles Heulen in der Nacht fehlen nicht. Erinnerung an einige der Poe-Verfilmungen von Roger Corman kommen da leicht auf. Den Werwolf sieht man eigentlich nie, wenn man denn das bleckende Gebiss eines Schäferhundes eben nicht als Werwolf durchgehen lässt.

2. Weinranken

Familie Bill Rogers (Alan Freeman) mit Frau Ann (Ann Bell) und Tochter Carol (Phoebe Nicholls) kehren aus dem Urlaub zurück. Dort entdecken sie eine hartnäckig wuchernde Weinranke, welche vor ihrer Abreise noch nicht da war. Als Bill versucht, die Pflanze abzuschneiden wehrt sie sich aktiv, indem sie ihm die Gartenschere aus der Hand schlägt. Die Rogers suchen Rat beim renommierten Botaniker Hopkins (Bernard Lee). Dieser vermutet, dass das Gewächs eine Mutation ist, welche menschliche Intelligenz entwickelt hat. Die Ranke wuchert derweil immer weiter, fordert erste Todesopfer und umschlingt zuletzt das ganze Haus, sodass es kein Entkommen zu geben scheint. Hopkins findet allerdings heraus, dass die Pflanze, wie alle intelligenten Lebewesen, das Feuer fürchtet. Dies könnte der Ausweg aus der misslichen Lage sein. Doch die Weinranke lernt schnell, Feuer zu löschen……

Dies ist sicherlich DIE Trash-Granate unter den Beiträgen. Die Story ist an Albernheit kaum noch zu überbieten, die Tricks sind mies, so etwas wie Spannung oder bedrohliche Atmosphäre kommt überhaupt nicht auf. Und mit zunehmender Dauer ärgert man sich ob der Dummheit von Bill Rogers. Weshalb braucht er einen Botaniker der ihm sagt, dass er die Pflanze mit Feuer bekämpfen kann, nachdem es schon beinahe zu spät ist? Mit etwas gesundem Menschenverstand hätte er das Ding noch am gleichen Tag abgefackelt, als es ihm die Gartenschere aus der Hand schlug.

3. Voodoo

Jazz-Trompeter Biff Bailey (Roy Castle) erhält mit seiner Band ein Engagement auf den Westindischen Inseln. Dort wird dem Voodoo-Gott Embala gehuldigt. Nachts findet im Dschungel ein ritueller Voodoo-Tanz mit hinreissenden Rhythmen statt. Biff schleicht sich dorthin und zeichnet heimlich die Noten auf, um daraus eine fetzige, geldbringende Jazz-Nummer zu arrangieren. Er wird geschnappt und nachdem man ihn eindringlich gewarnt hat, den Voodoo-Gott nicht zu bestehlen, wieder freigelassen. Natürlich schlägt Biff die Warnungen in den Wind. Zurück in London führt er die Voodoo-Show dann auf. Dies hat unangenehme Folgen nicht nur für die Gäste des Clubs, sondern vor allem für ihn selbst……

Eine ziemlich dünne Story die hauptsächlich von der Musik lebt, wenn man denn Jazz-Fan ist. Ansonsten wird das Ganze schon bald ziemlich nervig. Und ausser starkem Wind und zuklappenden Fenstern gibt es überhaupt nichts Geisterhaftes zu vermelden. Wenigstens ist die Charakterzeichnung des verantwortungslosen, sich selbst überschätzenden Biff ist gut getroffen.

4. Die Hand

Der arrogante Kunstkritiker Franklyn Marsh (Christopher Lee) hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Werke des Malers Eric Landor (Michael Gough) als stümperhafte Sudelei zu brandmarken. Dieser lässt sich dies nicht mehr gefallen und demütigt Marsh indem er arrangiert, dass dieser während einer Vernissage das Bild eines noch unbekannten Malers anschauen soll. Marsh lobt das Bild in den höchsten Tönen. Als sich dann herausstellt dass der Maler ein Schimpanse ist bricht Hohn und Spott über den selbstgerechten Kritiker herein. Landor ist fortan bei jedem Auftritt von Marsh dabei und bringt ihn immer wieder in Verlegenheit. Schliesslich hat Marsh genug und er überfährt Landor, der dabei seine rechte Hand verliert. Aus Gram, dass er nun nie wieder wird malen können, erschiesst sich dieser. Doch sein Geist lebt in seiner abgetrennten Hand weiter und diese macht Marsh fortan das Leben zur Hölle. Weder Feuer noch Wasser können sie aufhalten, denn sie wird nicht ruhen, bevor Marsh für seine Taten bezahlt hat…..

Eine starke Geschichte mit einem bitterbösen Ende, zwei hervorragend aufspielende Hauptdarsteller und nicht zuletzt die tollen Effeke mit der abgetrennten Hand machen diese Episode zu der besten des ganzen Films. Die mechanisch bewegte Hand kam beim Publikum so gut an dass Amicus sie in ihrem Jahre später entstandenen „Embryo des Bösen“ wiederum und quasi in einer „Hauptrolle“ reanimierte.

5. Vampir

Dr. Bob Carroll (Donald Sutherland) kehrt mit seiner frisch angetrauten Frau Nicolle (Jennifer Jayne) in die Heimat nach Neuengland zurück. Schon bald darauf wird Bob in seiner Praxis, welche er sich mit dem älteren Kollegen Dr. Blake (Max Adrian) teilt, mit dem mysteriösen Fall eines kleinen Jungen konfrontiert, der an Blutarmut leidet und komische Bissmale am Hals aufweist. Dr. Blake deutet dies als Zeichen von Vampirismus und er verdächtigt Nicolle, die Uebeltäterin zu sein. Er bedrängt Bob, dass er seine Frau erlösen müsse indem er ihr einen Holzpfahl ins Herz rammt. Dieser weiss schliesslich keinen Ausweg mehr und tut wie ihm geheissen. Mit tragischen Folgen…..

Ein verhältnismässig versöhnender Abschluss der Episoden, die vor allem mit einem bösen Ende auftrumpfen kann. Ansonsten hält sich der Vampirhorror in sehr engen Grenzen und die Fledermäuse sind derart kitschig und schlecht animiert dass es schon beinahe weh tut. Der junge Donald Sutherland ist hier in einer seiner ersten Filmrollen überhaupt zu sehen. Man merkt ihm die Unerfahrenheit denn teilweise auch an. Locker an die Wand gespielt wird er von Max Adrian als Dr. Blake.

Dies war der erste Streich der britischen Produktionsgesellschaft Amicus, welche schon bald zum ernsthaften Konkurrenten der legendären Hammer-Studios werden sollte. Die Produzenten Milton Subtosky und Max J. Rosenberg hatten sich für einen Episodenfilm entschieden, welcher im Genrekino eine lange Tradition geniesst. Der Film war so erfolgreich, dass Amicus im Laufe der Zeit noch sechs weitere Horror-Anthologien nachschieben sollte. Auch gelang es ihnen, einige der damals bekannten Hammer-Stars für ihr Projekt zu verpflichten. Allen voran natürlich die Horror-Ikonen Peter Cushing und Christopher Lee, aber auch Regisseur Freddie Francis, welcher für Hammer vorwiegend als Kameramann gearbeitet, aber auch Regie in „Frankensteins Ungeheuer“ geführt hatte. Wenn ich den vorliegenden Film mit späteren Werken von Amicus vergleiche dann kommt er nicht unbedingt gut weg. Die einzelnen Geschichten sind zu harmlos oder albern, um ernsthafte Horror-Affecionados überzeugen zu können. Natürlich lebt ein Episodenfilm vom Gesamtkonzept. Es gibt schwächere und stärkere Geschichten. Aber hier überwiegt eindeutig das Triviale. Kein Vergleich zum Beispiel zum grandiosen „Asylum – Irrgarten des Schreckens“, ein weiterer Episodenfilm von Amicus aus dem Jahre 1972, der in Sachen Atmosphäre und Gore in einer ganz anderen Liga spielte. Ein Pluspunkt hier ist eindeutig das Aufeinandertreffen von Peter Cushing und Christopher Lee. Ihr Geplänkel im Zugabteil ist köstlich mit anzusehen. Die Rollen sind wie immer klar verteilt. Auf der einen Seite der eingebildete, arrogante Kunstkritiker, der ausser an seine Unfehlbarkeit an gar nichts glaubt, auf der anderen Seite der unscheinbare, geheimnisvolle, aber absolut tödliche Dr. Schreck. Köstlich, den beiden zuzuschauen. Sie waren und sind das Traumpaar des Horrorkinos. Ueberhaupt ist die Rahmenhandlung stark aufgebaut, die Idee vom kartenlesenden Tod ist wirklich erfrischend. Die Musik von Elizabeth Lutyens begleitet das Geschehen dezent und mit gut orchestrierten, teilweise lyrischen Passagen.

Fazit: Guter Einsteiger von Amicus. Noch etwas unausgegoren und zu brav in der Inszenierung, aber ein Beweis dafür, dass eine zweite Kraft nach Hammer daran war, sich in England zu etablieren. 5/10

geschrieben am 20.09.2015 um 21:02

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