In den Krallen des Hexenjägers

  • Informationen zum Film
  • In den Krallen des Hexenjägers

  • Originaltitel:
    The Blood on Satan's Claw
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1971
    Kinostart Deutschland:
    30.06.1972
    Kinostart USA:
    14.04.1971
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Der junge Bauer Ralph Gower gräbt beim Pflügen einen menschenähnlichen Schädel aus, der mit einem Fell überzogen ist. Überzeugt davon, dass er einen Dämon befreit hat, konsultiert er den lokalen Richter. Doch als beide an den Fundort zurückkehren, ist das bizarre Objekt spurlos verschwunden. Fortan geschehen unheimliche Dinge: Die Kinder der Gemeinde verfallen einer okkulten Macht und werden zu fanatischen Jüngern der schönen "Angel", die alles andere als himmlische Absichten hat. Mithilfe menschlicher Opfer will sie dem Teufel wieder zu seiner ursprünglich monströsen Gestalt verhelfen. Der Richter wird zum unerschrockenen "Hexenjäger" und formiert eine Gruppe tapferer Dorfbewohner, um dem Satanskult und seiner Anführerin das Handwerk zu legen.

Userkritik zu In den Krallen des Hexenjägers

doobee
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Bewertung: 5/10 Punkte

Der junge Landarbeiter Ralph Gower (Barry Andrews) findet beim Umpflügen eines Feldes einen mit Fell besetzten Schädel. Er ist überzeugt dass er den Kadaver des Teufels gefunden hat und bittet den Londoner Lord-Richter (Richard Wymark), der zufällig auf Besuch bei Ralphs Arbeitgeberin Lady Isobal Banham (Avice Landone) befindet, um Hilfe. Als sie aber an den Fundort zurückkehren ist das makabre Objekt verschwunden. Dafür häufen sich kurz darauf unerklärliche Vorfälle: Rosalind (Tamara Ustinov), die Freundin von Peter Edmonton, dem Neffen von Lady Isobal, wird wahnsinnig als sie in der Dachkammer des Hauses übernachtet. Isobel verschwindet kurz darauf spurlos, nachdem sie von Rosalind angegriffen worden war und ein hohes Fieber entwickelt hatte. Peter hackt sich seine eigene Hand ab im Wahn, es handle sich um eine Dämonenpfote. Der Richter, ein aufgeklärter Zeitgenosse, glaubt jedoch nicht an den Teufel und reist zurück nach London. Derweil schart Angel Blake (Linda Hayden) die junge Dorfbevölkerung um sich. Sie ist dem Bösen verfallen, hat einen Satanskult gegründet und versucht, durch Menschenopfer dem Teufel wieder Gestalt zu geben. Peter sieht keinen Ausweg mehr und reist nach London, um den Richter um Hilfe zu bitten. Dieser kehrt zurück, bewaffnet mit Schwert und Kreuz, um das Böse endgültig zu vernichten……

Dieser Film wurde von Tigon British Film Productions produziert, der dritten Kraft des britischen Horrorkinos nach Hammer und Amicus zu jener Zeit. Regisseur Piers Haggard präsentiert uns keinen Hexenjägerfilm im herkömmlichen Sinn. Vielmehr ist der Richter ein Realist, welcher längst vergessenes Grauen nicht wieder aufleben lassen und deshalb von Hexen und Teufelsanbetern auch nichts wissen will. Aber im Gegensatz zu den klassischen Hexen-Folterfilmen ist hier die Bedrohung real. Das Böse hat sich in dem Dorf eingenistet und verbreitet sich wie die Pest. Der reisserische deutsche Verleih-Titel schiesst denn auch einmal mehr weit übers Ziel hinaus. Dies ist sicher den exploitativen Hexenfilmen geschuldet, welche damals Hochkonjunktur hatten und von deren Popularität profitiert werden sollte. Vielmehr sehen wir einen ziemlich unausgegorenen Cocktail zwischen wenigen Hexenjäger-Elementen, Okkultismus und Dämonenkult. Dieser wird gewürzt mit einigen spärlichen harten Szenen wie z.B. einer Vergewaltigung. Ansonsten ist in Sachen Gore Fehlanzeige. Dieser hätte den Film vielleicht etwas aufwerten, aber keinesfalls retten können. Denn zu gemächlich plätschert die Handlung vor sich hin und verheddert sich immer wieder in lückenfüllende Nebenplots. Ein gutes Beispiel dafür ist als die besessene Angel versucht, den Dorf-Reverend Fallowfield (Anthony Ainley) zu verführen, indem sie ihren makellosen, nackten Körper zur Schau stellt. Solche Szenen wurden nur ins Skript hineingeschrieben um die zu jener Zeit obligate nackte Haut zeigen zu können. Aber trotzdem gelingt es dem Film, eine latent bedrohliche Atmosphäre aufzubauen. Dafür sorgen neben den stimmigen Sets auch der lyrisch-gruselige Score von Marc Wilkinson, der ein starkes Titelthema liefert und ansonsten die Stimmung niemals aufdringlich, aber stets auf der Höhe des Geschehens, begleitet. Auch die Kameraarbeit von Dick Bush ist Top. Er setzt sogar Zeitlupe ein, als der Richter wie ein wütender Rachegott über den Satanskult kommt und den Teufel höchstpersönlich, auf sein Schwert gepfählt, zur Hölle schickt. Diesen sieht man übrigens im ganzen Film nur andeutungsweise und wenig furchterregend. Und wenn man ihn sieht dann ist es ein zwar klauenbewehrtes, haariges Etwas, welches aber keinerlei Horror erzeugen kann. Schade.

Von der Schauspielerriege gibt’s nicht viel Spektakuläres zu vermelden. Richard Wymark als Richter starb kurz nach Ende der Dreharbeiten und hinterlässt einen ziemlich blassen Eindruck. Viel blasser als seine Vorstellung als Cromwell im legendären „Der Hexenjäger“. Barry Andrews als Ralph dürfte den geneigten Hammerhorror-Fans noch in Erinnerung sein als Paul aus „Draculas Rückkehr“. Er sieht übrigens immer noch aus wie Roger Daltrey von „The Who“ und spielt seinen Part wenig imponierend sondern eher zweckdienlich. Linda Hayden ist zweifellos das Glanzstück. Sie meistert die Verwandlung vom braven Landei zur seelenlosen Teufelsbraut mit Bravour. Auch sie dürfte den Hammer-Fans für ihre Performance als Alice in „Wie schmeckt das Blut von Dracula?“ bekannt sein.

Fazit: Routiniertes Genrekino das zu unterhalten weiss. Aber weit entfernt von den wirklich bedeutenden Genrebeiträgen jener Zeit. 5/10

geschrieben am 13.09.2015 um 14:24

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