Fünf blutige Stricke

  • Informationen zum Film
  • Fünf blutige Stricke

  • Originaltitel:
    Joko invoca Dio... e muori
    Genre:
    Western
    Produktionsländer:
    Italien, Bundesrepublik Deutschland
    Produktionsjahr:
    1968
    Kinostart Deutschland:
    30.10.1970
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Sie waren vier in der Bande: Rocko, Richi, Domingo und Mendoza. Letzterer war das Gehirn und plante den größten Goldraub aller Zeiten. Aber die Sache lief nicht wie geplant. Mendozza starb in einer Explosion. Richi, Rockos bester Freund, geriet in einen Hinterhalt von fünf Banditen. Domingo war der Verräter. Richi wird zu Tode gefoltert, indem man ihn mit fünf blutigen Stricken auseinander reißt. Nachdem Rocko von der grausamen Tat erfuhr, beginnt er einen blutigen Rachefeldzug gegen die Banditen.

Userkritik zu Fünf blutige Stricke

doobee
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Bewertung: 6/10 Punkte

Rocco (Richard Harrison) gehört einer Diebesbande an, die es auf einen Safe voller Gold abgesehen hat. Kopf der Bande ist „Professor“ Mendoza (Claudio Camaso), ein psychopathisches Genie. Dazu gehören auch noch Richie (Alberto Dell’Acqua) und Domingo (Luciano Pigozzi). Der Raub läuft schief. Als Mendoza den Safe geöffnet hat werden die Diebe überrascht, weil Domingo, der Schmiere stehen sollte, nicht aufgepasst hat. Bei der anschliessenden Schiesserei wird Mendoza getötet, den anderen gelingt die Flucht. Doch Domingo ist ein Verräter. Er hat ein übles Gangstergesindel über den Raub informiert. Diese foltern Richie zu Tode indem sie in buchstäblich in Stücke reissen und sacken auch gleich noch die Beute ein. Ein grosser Fehler, denn Rocco sinnt auf Rache. Bestückt mit den fünf blutigen Strickenden, mit welchen Richie gefesselt und gefoltert worden war, macht er sich auf die Suche nach den Verbrechern. Er spürt einen nach dem anderen auf und lässt sie für ihre Schandtat bezahlen……

Weshalb dieser Western einen relativ berüchtigten Ruf geniesst ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. Regisseur Antonio Margheriti serviert uns ziemlich harte Genrekost, aber auf wirklich blutige Szenen oder sonst irgend etwas Exploitatives wartet man vergeblich. Es ist die klassische, oft bemühte Geschichte von Verrat, Gier und Rache. Wir sehen einige deftige, äusserst gekonnt choreopraphierte Prügeleien und haufenweise Shoot outs. Aber dies reicht nicht, um den Film in Sachen Gewalt über den Durchschnitt zu heben. Was ihn von ähnlichen Streifen unterscheidet ist die sorgfältige technische Inszenierung und die hervorragende Kameraarbeit von Riccardo Pollatini, welcher uns einige sehr gute Einstellungen gönnt und allgemein für eine schön dreckige, authentische Western-Atmo sorgt. Untermalt wird diese von einem gelungenen Score von Carlo Savina. Er liefert uns nicht nur den stimmigen Titelsong „Vengeance“, gesungen von Don Powell, sondern besticht auch sonst durch eine eingängige, abwechslungsreiche Orchestrierung. Ansonsten bemüht Margheriti so ziemlich jedes Klischee: der schweigsame, düstere Rächer der seine ihm zahlenmässig stets hoch überlegenen Gegner reihenweise zur Hölle schickt, die blonde Schönheit, die ein Auge auf ihn geworfen hat, die dreckigen, ungehobelten Mexikaner, der geldgierige Verräter, ein folterwütiger Indianer und nicht zuletzt ein geheimnisvoller Fremder, der sich auf die Fersen von Rocco heftet und sich später als Pinkerton-Detektiv outet, welcher das Gold wieder beschaffen soll. Das Finale in der Schwefelmine ist dann aber überaus anschaulich geraten. Hier zeigt Margheriti seinen Hang zum Morbiden. Im ein Jahr später entstandenen „Satan der Rache“ sollte er diesen dann noch viel expliziter ausleben.

Der Amerikaner Richard Harrison spielte zuvor in einigen italienischen Sandalenfilmen den Muskelmann. Hier überzeugt er als Rocco. Viel muss er zugegebenermassen auch nicht machen ausser schiessen und prügeln. Der Charakter ist ziemlich eindimensional angelegt und verlangt jetzt nicht gerade höchste Schauspielkunst. Da ist Claudio Camaso, übrigens der jüngere Bruder des berühmten Gian Maria Volonté, ein ganz anderes Kaliber. Leider ist seine Rolle als Mendoza viel zu kurz geraten, aber selbst mit so wenig Screentime gelingt es ihm eindrücklich, die Figur des dandyhaften, völlig durchgeknallten Banditen mit beängstigend realem Leben zu erfüllen. Er erinnert in seiner Intensität ein bisschen an Heath Ledger als Joker im Batman-Film „The Dark Knight“.

Fazit: Gut gemachter, düsterer Rachewestern, welcher eine gesunde Balance zwischen Action und Drama findet. Margheriti beweist dass er etwas von seinem Handwerk versteht. Noch nicht so kompakt und eindringlich wie „Satan der Rache“, aber doch über dem Durchschnitt. 6/10

geschrieben am 12.09.2015 um 15:21

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ø Wertung: 6,3/10 | Wertungen: 3 | Kritiken: 1