Chamaco

  • Informationen zum Film
  • Chamaco

  • Originaltitel:
    Killer Kid
    Genre:
    Romanze, Western
    Produktionsland:
    Italien
    Produktionsjahr:
    1967
    Kinostart Österreich:
    20.06.1968
    Kinostart Deutschland:
    20.06.1968
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Nachdem Banditen der amerikanischen Armee eine Ladung Waffen gestohlen haben, befürchtet man, dass sie an mexikanische Rebellen verkauft werden sollen. Ausgerechnet bei diesen Rebellen taucht nun der angeblich aus dem Gefängnis geflohene Revolvermann Chamaco auf, der auch als Killer-Kid bekannt ist. Im Kampf gegen die Regierungstruppen kann er das Vertrauen ihres Anführers El Santo gewinnen, während seiner rechten Hand Vilar der Americano verdächtig erscheint. Nicht ganz zu Unrecht, wie sich bald herausstellt...

Userkritik zu Chamaco

doobee
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Bewertung: 7/10 Punkte

Während der mexikanischen Revolution blüht der Waffenschmuggel. Der skrupellose Barnes (Tom Felleghy) verdient ein Vermögen damit, gestohlene Waffen aus Armeebeständen an die Aufständischen zu verscherbeln. Diesem Treiben wollen nicht nur die mexikanischen Regierungstruppen unter der Führung des grausamen Capitan Ramirez (Ken Wood) ein Ende bereiten sondern auch das amerikanische Militär. Diese befürchten dass sie verdächtigt werden könnten mit den Regierungstruppen unter einer Decke zu stecken, sollten diese in den Besitz der Waffen gelangen. Also schleusen sie Geheimdienst-Offizier Chamaco (Anthony Steffen) in die Gruppe der Aufständischen ein. Diese wird geführt vom alten und weisen El Santo (Howard Nelson Rubien). Seine rechte Hand ist Leutnant Vilar (Fernando Sancho), kein überzeugter Revolutionär sondern ein niederträchtiger Ganove, dem sein eigenes Wohl am wichtigsten ist. Allerdings ist er der Einzige, welcher im Gringo Chamaco einen möglichen Spitzel sieht und El Santo auch eindringlich warnt. Vergeblich, denn Chamaco hat in der Zwischenzeit mit verschiedenen Aktionen das Vertrauen des alten Führers gewonnen. Auch dessen Nichte Mercedes (Luisa Baratto) ist ihm sichtlich zugetan. Chamaco wird Zeuge der ungeheuerlichen Brutalität von Capitan Ramirez und seinen Truppen, welche nicht davor zurückschrecken, unschuldige Frauen und Kinder zu ermorden um Informationen aus den Leuten herauszupressen. Er muss sich entscheiden zwischen seinem Auftrag und der Unterstützung der Aufständischen…..

Regisseur Leopoldo Savona widmet diesen Film dem mexikanischen Volk und dessen Kampf für eine unabhängige, demokratische Republik. Trotzdem ist es kein politischer Western, dazu wird viel zu wenig auf die Geschichte der Revolution eingegangen Sie dient nur als schmucke Rahmenhandlung für einen Film, der in erster Linie unterhalten will. Und dies tut er. Trotz der beachtlichen Länge von knapp 98 Min. in der uncut-Fassung gibt es keine Durchhänger. Der Fokus ist auf der Jagd nach den Waffen und auf den Gringo, welcher diese um jeden Preis zerstören muss, auch wenn er mit der Zeit an seinem Auftrag zu zweifeln beginnt. Zu sadistisch ist das Vorgehen von Ramirez und seinen Truppen, um keine Sympathie für die Aufständischen entwickeln zu können. Es wird viel geprügelt und noch mehr geschossen, der Bodycount ist auf beachtlichem Niveau. Der Film wurde in Italien gedreht, und dennoch kommt eine äusserst authentische mexikanische Wüsten-Atmosphäre auf. Dies verdanken wir Kameramann Sandro Mancori, welcher sehr gute Perspektiven und close-ups liefert. Hinzu kommt die überaus gelungene Musik von Berto Pisano. Das Titelthema ist ein trauriges, minimal orchestriertes Gitarrenspiel. Auch die anderen Stücke sind stimmig und untermalen die Bilder ausgezeichnet. Regisseur Savona und Produzent/Drehbuchautor Sergio Garrone haben also das Beste aus dem sicherlich nicht allzu üppigen Budget herausgeholt. Sergio Garrone hat übrigens selbst auch einige Italo-Western als Regisseur realisiert, darunter zwei meiner absoluten Favoriten: "Django und die Bande Bluthunde" und "Djano und Sartana – die tödlichen Zwei“, beide ebenfalls mit Anthony Steffen in der Hauptrolle.

Womit wir bei den Schauspielern wären. Mit Anthony Steffen und Fernando Sancho stehen sich – übrigens nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal – zwei Giganten des Spaghettiwesterns gegenüber. Steffen wird immer wieder nachgesagt dass er kein wirklich guter Schauspieler war. Seine üblichen Rollen verlangten dies normalerweise auch nicht von ihm. Es genügte meistens, wenn er sich schweigsam und mit stoischer Gelassenheit durch seine Filme prügelte und schoss. Hier aber wirkt sein Spiel bedeutend differenzierter. Seine innere Zerrissenheit zwischen seinem Auftrag und der aufkeimenden Empathie gegenüber den Aufständischen bringt er sehr glaubwürdig rüber. Fernando Sancho brilliert einmal mehr in seiner Paraderolle als schmieriger, geld- und machtgeiler Mexikaner. Hier zeigt er uns aber gegen Ende des Films auch seine verletzliche und sanfte Seite, was ihm ausserordentlich gut gelingt. Auch Ken Wood als gewalttätiger Capitan Ramirez liefert eine perfekte Show ab. Er kommt derart unsympathisch rüber dass man es kaum erwarten kann, ihn endlich den Staub küssen zu sehen.

Fazit: Kein richtiger Revolutionswestern aber schmackhafte Genrekost, handwerklich solide inszeniert und mit bestens aufgelegten Akteuren. Guten Appetit! 7/10

geschrieben am 22.08.2015 um 13:40

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