Rocco - Ich leg' dich um

  • Informationen zum Film
  • Rocco - Ich leg' dich um

  • Originaltitel:
    L'ultimo killer
    Genre:
    Western
    Produktionsland:
    Italien
    Produktionsjahr:
    1968
    Kinostart Deutschland:
    23.02.1968
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Der junge Bauer Ramon lässt sich ohne Gegenwehr vom skrupellosen Großgrundbesitzer Barrett tyrannisieren, der die Einheimischen um ihr Hab und Gut erleichtert. Als Barrett jedoch Ramons Vater brutal ermordet, schwört Ramon auf Rache und lässt sich von Profikiller Rocco in die "hohe Kunst des Tötens" einweisen, um Barrett und seine Bande ein für allemal das Handwerk zu legen.

Userkritik zu Rocco - Ich leg' dich um

doobee
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Bewertung: 7/10 Punkte

Ramon (George Eastman), ein junger mexikanischer Bauer, wird von vier Männern überfallen, als er unterwegs zu Viehzüchter John Barrett (Daniele Vargas) ist, um diesem ein Darlehen zurückzuzahlen. Barrett ist ein fieser Schurke, der zusammen mit seinem Partner Burt (Gianni Medici) auf das Land der ansässigen Siedler scharf ist. Seine Masche ist es, den Siedlern Geld zu leihen, welches sie dann nicht zurückzahlen können, notfalls deswegen, weil er es ihnen von seinen Männern rauben lässt, wie in Ramons Fall. So sitzen die Siedler in der Schuldenfalle und müssen Barrett ihr Land verkaufen. Sein Partner Burt schwört da eher auf die direktere und härtere Tour und zündet schon mal eine Siedler-Farm an, um seine Ziele zu erreichen. Der Siedler Stevens (Mirko Ellis) will sich dies nicht mehr länger gefallen lassen und will zurückschlagen. Er bittet Ramon und dessen Vater um Hilfe, aber diese lehnen ab, denn Gewalt ist nicht ihr Fall. Vielmehr macht sich Ramon auf zu Barretts Ranch, um von ihm eine Fristverlängerung für die Rückzahlung der Schulden zu erbitten. Dort erkennt er Slim (Fabio Coplan) wieder als einen jener Männer, die ihn überfallen haben. Doch Ramon wird natürlich als Lügner bezichtigt und grausam ausgepeitscht. In der Zwischenzeit fackeln Stevens und seine Kollegen ein Lagerhaus von Barrett ab. Als Burt davon erfährt, macht er sich auf zur Rachemission. Roman gelingt die Flucht von Barrets Ranch, doch als er heimkehrt, findet er nur noch seinen toten Vater vor dem brennenden Haus. Barrett missfällt diese brutale Tour von Burt immer mehr und deshalb heuert er den Killer Rocco (Anthony Ghidra) an, um diesen umzulegen. Dieser erledigt den Auftrag prompt. Im Saloon verprügelt er zuerst Slim und dann provoziert er Burt zum Duell, welches dieser natürlich verliert. Als Rocco den Saloon verlässt will ihn Slim hinterrücks erschiessen. Aber Ramon ist in der Zwischenzeit auch in der Stadt und will mit Slim abrechnen. So rettet er unfreiwillig das Leben von Rocco, weil er gerade in dem Moment, als Slim abdrücken will, diesem zuruft und somit Rocco warnt. Ramon kriegt aber eine Kugel verpasst. Rocco nimmt ihn mit und pflegt ihn gesund. Als er wieder genesen ist bittet er Rocco, ihm das Schiessen beizubringen, denn er will sich an Barrett rächen. Ramon ist ein Naturtalent und bald kann er hervorragend mit dem Colt umgehen. So gut, dass Barrett Angst bekommt und Rocco für einen weiteren Auftrag anheuert…….

Dies ist meiner Meinung nach der beste Western von Regisseur Giuseppe Vari, welcher einige Low Budget Western gedreht hat. Der bekannteste ist dabei wohl noch „Mörder des Klans“ mit Klaus Kinski. Mit wenig Mitteln realisiert verströmt der Film eine besondere Kraft. Das tragende Element ist die Beziehung zwischen Ramon und Rocco. Der Bauernjunge, der sein altes Ich ablegen und so werden will wie Rocco. Und der alternde Killer, der müde geworden ist und nur noch von einem friedlichen Leben als Farmer in seiner Heimat im Süden träumt. Diese Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet und werden psychologisch intensiv durchleuchtet. Da kommt manchmal schon so etwas wie Rührung auf, eine eher seltene Regung im Spaghettiwestern-Genre. Natürlich ist dieses Thema nicht neu sondern vielmehr an „Der Gehetzte der Sierra Madre“ angelehnt, welcher ebenfalls die Thematik junger Mexikaner und alternder Pistolero behandelt. Aber die präzise Storyline von Augusto Caminato und die ausgezeichneten Dialoge machen aus diesem Film etwas Besonderes. Es wird Leute geben die kritisieren, dass der Film für einen Italo-Western zu dialoglastig geraten sei. Dem ist aber nicht so, sie sind wichtig um den Charakteren die nötige Tiefe zu verleihen. Auch die Settings sind ausnehmend gut gewählt. Die Aussenaufnahmen entstanden in der kargen Landschaft Nord-Sardiniens und kommen sehr authentisch rüber. Die Aufnahmen in der Westernstadt entstanden in Cinecittà bei Rom.

George „Man Eater“ Eastman wirkt zu Beginn wie eine Fehlbesetzung. Diesem 2 Meter-Hünen nimmt man den Part des jungen mexikanischen Bauerntrampels einfach nicht ab. Aber er legt für einmal wirklich ernsthaftes Schauspieltalent an den Tag und lässt mit der Zeit vergessen, dass ein Thomas Milian für eine solche Rolle sicher viel besser geeignet gewesen wäre. Eastman hat denn auch selber ausgesagt dass er oft versucht hat sich kleiner zu machen als er effektiv ist, damit der ebenfalls sehr stattliche Anthony Ghidra neben ihm nicht wie ein Zwerg wirkte. Anthony Ghidra war Jugoslawe und hiess mit bürgerlichem Namen Dragomir Bojanic. Er liefert eine tolle Leistung ab. Man nimmt ihm den Part des resignierten, einsamen und manchmal eine regelrechte Todessehnsucht ausstrahlenden Killers jederzeit ab.

Der Score von Roberto Pregadio beinhaltet ein schönes, melancholisches Titelthema, welches von Gitarren und Trompeten dominiert ist. Aber auch Streicher und eine Mundharmonika kommen zum Einsatz.

Fazit: Sehr gelungener B-Western mit gut gezeichneten Charakteren und einem tragischen Ende. Sehr empfehlenswert! 7 / 10

geschrieben am 18.01.2015 um 16:19

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