Ein Schuss zuviel

  • Informationen zum Film
  • Ein Schuss zuviel

  • Originaltitel:
    Dos hombres van a morir / Ringo, il cavaliere solitario
    Genre:
    Western
    Produktionsländer:
    Italien, Spanien
    Produktionsjahr:
    1968
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Eine Gangsterbande um den Ganoven Bill Anderson raubt Postkutschen und Banken in der Nähe der Stadt Springfield aus. Der Kopfgeldjäger Samuelson und der ehemalige Yankee-Offizier Brighton nehmen die Spur der Banditen auf und jagen sie gemeinsam bis nach Colorado, wo sich die gehetzten Banditen in der Farm einer Mormonenfamilie verbarrikadieren haben und sich auf das finale Gefecht vorbereiten...

Userkritik zu Ein Schuss zuviel

doobee
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Bewertung: 4/10 Punkte

Bill Anderson (Armando Calvo) und seine Bande von Ex-Konföderierten machen Missouri unsicher. Sie rauben Postkutschen aus und überfallen Banken. Vor allem terrorisieren sie das Kaff Springfield, bis die Stadtoberen beschliessen, anstatt die Unionstruppen einen Pinkerton-Detektiv kommen zu lassen, um den Banditen den Garaus zu machen. Tatsächlich tauchen kurze Zeit später zwei Fremde auf in der Stadt: da wäre zum einen Ex Yankee-Captain Alan Blythe (Pietro Martellanza), der in der italienischen Version Ringo heisst. Und da haben wir den Kopfgeldjäger Daniel G. Samuelson (Piero Lulli). Wer von beiden ist der Pinkerton-Detektiv wenn überhaupt? Auf jeden Fall zeigen beide reges Interesse an Bill und seiner Bande. Vor allem Blythe scheint eine besondere Beziehung zum Bandenmitglied Kid (Paolo Hertz) zu haben. Kid ist verliebt in Lucy (Dianik Zurakowska), die Tochter des reichen und einflussreichen Major Gorbet (Jesus Puente), welcher mit Bill gemeinsame Sache macht. Für diesen wird die Luft immer dünner, er macht sich mit seiner Bande auf den Weg nach Westen. Als Mormonen verkleidet lassen sie sich dort auf einer Ranch nieder. Doch die Verfolger sind ihnen bereits auf den Fersen. Auf der Ranch kommt es zum Showdown….

Von Regisseur Rafael Romero Marchent habe ich schon bedeutend bessere Western gesehen, z.B. die beiden köstlichen „An den Galgen, Bastardo“ und „Garringo – Der Henker“. Hier wurde einfach zuviel Potential verschenkt. Das Drehbuch von Mario Caiano (Regisseur von „Die letzten zwei vom Rio Bravo“, „Eine Bahre für den Sheriff“) ist an und für sich ist nicht mal so schlecht, aber an der Umsetzung hapert es. Das ist alles zu einfallslos inszeniert, zu sauber, zu langweillig. Die eindimensionale Kameraführung von Emanuelle di Cola hilft auch nicht wirklich, so etwas wie Spannung in die dröge Angelegenheit reinzubringen. Potential wäre durchaus vorhanden gewesen: da haben wir die durchaus spannende Frage, wer denn nun der Pinkerton-Detektiv ist, da haben wir die Romeo und Julia Romanze zwischen Kid und Lucy, da haben wir die undurchsichtige Figur des Major Gorbet, da hätte man also Möglichkeiten gehabt, dem Film eine grössere Bandbreite und somit mehr Power zu geben. Dies wurde leider alles verspielt. So haben wir eine leidlich interessante, sich wie Kaugummi in die Länge ziehende Geschichte um den Bandenführer Bill und seinen zwei Verfolgern. Der Charakter von Bill soll übrigens auf dem wahren Leben des „Bloody Bill“ Anderson basieren, welcher 1839 geboren wurde. Er war ein überaus brutaler Partisanenführer der Konföderierten und wurde 1864 von Unionssoldaten umgebracht. Der vorliegende Film spielt nach dem Bürgerkrieg, welcher bis 1865 dauerte. Also hat man es mit der historischen Wahrheit auch nicht zu genau genommen.

Ein wahrer Lichtblick ist die Musik von Francesco de Masi, welche ein melancholisches, von Trompeten getragenes Hauptthema und auch ansonsten perfekte musikalische Untermalung liefert. Auch das Mundharmonika-Spiel von Franco de Gemini ist zu hören.

Pietro Martellanza als Blythe macht sicher keinen schlechten Job, obwohl er mir hier etwas zu glatt und konventionell rüberkommt. Da hat er mir z.B. in „Seine Kugeln pfeifen das Todeslied“ um einiges besser gefallen. Armando Calvo als Bill spielt seinen Part mit augenzwinkernder Ironie. Obwohl Bill ein abgrundtief böser Mensch ist kann man schon beinahe Sympathie für ihn empfinden. Einmal mehr eine Bank ist Piero Lulli als Daniel. Hier glänzt er als grossmäuliger, spendabler und trinkfester Kopfgeldjäger mit Dauergrinsen und locker sitzendem Colt, welcher schliesslich den titelgebenden „Schuss zuviel“ abgeben wird.

Fazit: Dutzendware ohne grosse Ueberraschungen. Marchent kann es definitiv besser. 4/10

geschrieben am 25.12.2014 um 12:57

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