The Hills have Eyes - Hügel der Blutigen Augen

  • Informationen zum Film
  • The Hills have Eyes - Hügel der Blutigen Augen

  • Originaltitel:
    The Hills Have Eyes
    Genre:
    Thriller, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Österreich:
    24.03.2006
    Kinostart Deutschland:
    23.03.2006
    Kinostart USA:
    10.03.2006
  • Inhalt
  • Inhalt:
    New Mexico, irgendwo off road auf einem ehemaligen Atomversuchsgelände: Hier endet der Urlaubstrip für die (anfangs) siebenköpfige Familie Carter nach einer mysteriösen Panne!
    Es beginnt eine Höllenfahrt in die Tiefen perverser Mordlust. Denn eine Rotte von Mutanten geht auf jede vorstellbare (und unvorstellbare) Art daran, den Gestrandeten die dünne Haut der Zivilisation vom Leibe zu reißen.

Userkritik zu The Hills have Eyes - Hügel der Blutigen Augen

hudeley
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Bewertung: 10/10 Punkte

The Hills Have Eyes

Wenn es in den letzten 15 Jahren ein Remake gab, welches von der gesamten Horrorgemeinde akzeptiert wurde, dann ist das "The Hills Have Eyes" von Alenxandre Aja aus dem Jahre 2006. Für den Großteil der Fans, ist dieser Film sogar besser als das Original von Wes Craven und dem kann ich mich nur anschließen. Cravens Streifen war bei Weitem kein schlechter Film, denn zum einen war es ein solider Film an sich und zum anderen hatte er, genauso wie auch das Remake, eine Aussage. Nur wo Craven's "Hügel Der Blutigen Augen" ein sehr trashiges Vergnügen war, ist "The Hills Have Eyes" von Aja ein hammerharter Terrorfilm.

Es verwundert nicht, dass Alexandre Aja sich mit seinem umwerfenden "High Tension" den Weg in Richtung Hollywood geebnet hat. Und der Franzose hatte auch das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Denn nachdem der Horrorfilm in den 90ern scheinbar seine Brutalität verloren hatte und eher in die Teenieslasher Gefilde abdriftet (eine Tatsache, an der Craven dank "Scream" nicht ganz unschuldig ist), feierte er Anfang der 2000 sein Revival, wenn man denn so möchte. Es kamen Filme wie "Saw", "Hostel", "Wolf Creek", "Planet Teror", "Hatchet", "Haus Der 1000 Leichen" oder die berühmten 4 französischen Filme hervor und endlich schien die Zeit des Teenie-Horrors vorbei.
Den Erfolg des "The Hills Have Eyes" Remakes, ist aber nicht nur Alexandre Aja zu verdanken. Denn auf dem Produktionssessel machte es sich Wes Craven persönlich bequem, der - und das muss man ihm neidlos zugestehen - das Horrorgenre gleich zweimal revolutioniert hat und mit Sicherheit einer der Schlüsselfiguren des modernen Horrorfilmes ist. Somit konnte Craven dafür sorgen, dass die Vision seines Originals auch im Remake zu tragen kommt und "Hügel Der Blutigen Augen" eine würdige Neuauflage bekommt.

Schaltet man den Film ein, fallen vier Sachen direkt auf: Das Setting in der Wüste ist umwerfend, der Film wird saubrutal, der Soundtrack ist grandios und der Film ist ein bitterböser Seitenhieb auf die damals aktuellen Kriegsgeschehen. Hat man die rasante erste Szene überstanden, flattert die in meinen Augen beste und verstörendste Introsequenz aller Zeiten über den Bildschirm: Unter der im Zusammenhang zynisch klingenden Musik "More And More" von Webb Pierce, sehen wir Bombentest und plötzlich aufflackernde Bilder missgebildeter Kinder. Die Anspielung auf Hiroshima und Co. ist unübersehbar.
Danach nimmt der Film für eine längere Zeit erstmal Fahrt aus dem Geschehen. Wir sehen, wie die Familie Carter, eine amerikanisch-patriotische Bilderbuchfamilie, mit Waffe im Anschlag und Gott im Herzen, in ihrem Trailer durch die Wüste Nevadas fährt und alsbald eine Reifenpanne ihr kleinstes Problem sein wird. Denn irgendwo hinter der Bombenkratern, lauert eine Sippe von ehemaligen Minenarbeitern, die bei der damaligen Evakuierung vor den Atombombentest ihre Häuser nicht verlassen haben...

Obwohl sich der Film relativ lange mit der Einführung der Charaktere Zeit nimmt, baut sich bei mir in den ersten 40 Minuten jedesmal eine immense Vorfreude auf. Die Protagonisten werden gut vorgestellt und bekommen alle einen Charakter zugeschrieben. All das wird aber vom atemberaubenden Setting überschattet, denn die Wüste (übrigens befindet sich diese in Marokko und nicht in den Staaten) strahlt von Sekunde 1 an eine absolut lebensunfreundliche Stimmung aus. Der Zuschauer wird schon bald beherzt nach einem Glas Wasser greifen, denn der Staub, Dreck und die Hitze scheinen direkt aus dem Fernseher ins eigene Wohnzimmer zu kriechen.
Und so klappert Familie Carter auf ihrem Weg eine alte Tankstelle ab, während der Zuschauer langsam merkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Leichte Andeutungen vom Leben in der Wüste und das Gefühl ständiger Beobachtung sind allgegenwärtig, sodass selbst die - eigentlich ereignislosen - ersten 40 Minuten unfassbar fesselnd und aufwühlend für den Zuschauer sind.
Gemäß guter funktionierender Horrorklischees platzt natürlich ein Reifen und für die Familie heißt es erstmal stehenbleiben und versuchen, mitten im Nirgendwo Hilfe aufzutreiben. Während die Tötchter sich gleichmal zum Sonnen in die pralle Hitze legen, Familienoberhaupt Big John den Anführer mimt und zur Tanke zurückläuft, verpissen sich die beiden Schäferhunde lieber, sodass der Sohn sich gezwungen fühlt, ihnen in die Hügel nachzurennen. Und von da an, geht es eigentlich los...

"The Hills Have Eyes" hat durch die gute Zuschauerbindung zu den Charakteren den Vorteil, dass der Mutantenangriff auf das Wohnmobil eine der furchtbarsten Horrorszenen aller Zeiten darstellt. Der Film nimmt sprichwörtlich keine Gefangenen, denn egal ob die ganze Familie hilflos beim ultrabutalen Feuertod eines Angehörigen zuschauen muss, eine Mutantenvergewaltigung angedeutet, oder dem Baby eine geladene Waffe an den Kopf gehalten wird: Das Leid der Charaktere entlädt sich nahtlos auf die Zuschauer. Der Film fühlt sich in dieser Szene selbst wie ein Sperrfeuer an, während das Publikum wie gebannt auf die Mattscheibe starrt, ohne in der Lage zu sein, dem Ganzen zu entfliehen.
Ohne zuviel spoilern zu wollen, gibt es im weiteren Verlauf des Filmes noch eine Szene, in einem verlassenen Atomtest Dorf, in welchem noch überall irgendwelche Schaufensterpuppen rumstehen, die den Sinn hatten, die Sprengwirkung einer Bombe nachvollziehen zu können. Zwischen all dem simulierten Leben, hausen ein paar der Mutanten, die ein wirklich fantastisches Make-Up aufweisen. KNB Effects hat hier wirklich alle Register gezogen und hier Kreaturen erschaffen, die jedem im Gedächtnis bleiben werden. Alle haben andere Missbildungen und bekamen sogar eigene Verhaltensweisen zugeschrieben. Etwas, was vielen Antagonisten in anderen Filmen nicht vergönnt ist.
Somit ist auch eine der intensivsten Szenen im Film die, als ein an einen Rollstuhl gefesselter Mutant, mit überdimensioniertem Kopf, einem Familienmitglied erklärt, dass seine Regierung für ihr Leid schuld sei und die wahren Monster ganz andere sind. Die Metapher auf die amerikanische Kriegsführung und Aufspielung als Weltpolizei ist unübersehrbar. Das gibt dem Film eine Bedeutungsebene und unterscheidet ihn somit in bester Romero-Tradition, vom reinen Unterhaltungsprodukt "Horrorfilm", welcher keine Aussage in sich birgt.

Ich habe den Film unzählige Male gesehen und mit Sicherheit meinem ganzen Freundeskreis gezeigt, da dieses Meisterwerk in meinen Augen die Definition eines modernen und schockenden Horrorfilmes ist. Auf handwerklicher Ebene macht der Film alles richtig und ist in den Gewaltszenen oder dem Make-Up absolute Referenz. Der wahre Hauptcharakter ist allerdings die Wüste an sich, denn der Anblick des trostlosen Territoriums beschwört eine unfassbare Atmosphäre. Gepaart mit dem minimalistischen Soundtrack, der mehr aus einzelnen Tönen und einer Geräuschkulisse besteht, wissen selbst die Szenen, in denen nichts passiert, absolut zu überzeugen.
Egal was ich jetzt noch alles schreiben könnte - ich würde dem Film eh nicht gerecht werden. "The Hills Have Eyes" ist ein Meisterwerk und ich trauere regelrecht um Alexandre Ajas spätere Filmkarriere, denn obwohl seine nachfolgenden Regiearbeiten zu "Mirrors" oder "Piranha", bzw. seine Produktionen "P2" und das "Maniac" Remake, keinen schlechten Filme waren, so scheint er sich seinem Potential und seiner möglichen Relevanz für den Horrorfilm zu keiner Sekunde bewusst zu sein...

10/10

geschrieben am 17.10.2014 um 14:03

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