Der Fluch von Siniestro

  • Informationen zum Film
  • Der Fluch von Siniestro

  • Originaltitel:
    The Curse of the Werewolf
    Genre:
    Romanze, Thriller, Horror, Drama
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1961
    Kinostart Deutschland:
    26.09.1961
    Kinostart USA:
    07.06.1961
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Unheimliche Vorkommnisse terrorisieren und ängstigen eine spanische Kleinstadt im 18. Jahrhundert. Ein Werwolf - halb Mensch, halb Bestie - treibt in Vollmondnächten sein Unwesen und saugt seinen Opfern das Blut aus. Nur eine Silberkugel, angefertigt aus einem geweihten Kruzifix, kann den Fluch von Siniestro brechen.

Userkritik zu Der Fluch von Siniestro

doobee
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Bewertung: 8/10 Punkte

Spanien im 18. Jahrhundert; ein Bettler (Richard Wordsworth) begibt sich ins Schloss des Marqués von Siniestro (Anthony Dawson), um Almosen zu erbitten. Dieser ist ein übler Sadist und Menschenverachter und lässt den Bettler kurzerhand in den Kerker werfen, nachdem er seinen Spass mit ihm gehabt hat. Jahrelang vegetiert der Bettler dort vor sich hin, ausser dem Kerkermeister und seiner stummen Tochter (Yvonne Romain) kümmert sich niemand um sein Schicksal. Als die stumme Dienerin dem inzwischen greisen und syphiliskranken Marqués nicht zu Willen sein will lässt er sie ebenfalls in den Kerker schmeissen. Dort wird sie vom Bettler vergewaltigt, der mittlerweile völlig wahnsinning und zum wilden Tier verkommen ist. Aus Rache ersticht das Mädchen den Marqués und flieht in den Wald. Dort wird sie völlig entkräftet vom edlen Don Alfredo (Clifford Evans) gefunden. Er bringt sie zu sich nach Hause, er und seine Haushälterin Teresa (Hira Talfrey) kümmern sich rührend um sie. Das Mädchen ist schwanger, und am 25. Dezember gebärt sie einen Sohn. Sie selber stirbt bei der Geburt. Alfredo und Teresa kümmern sich weiterhin liebevoll um den jungen Leon (Justin Walters), obwohl sie bald merken dass ein grauenvoller Fluch auf ihm lastet, welcher ihn in Vollmondnächten in eine reissende Bestie verwandelt. Als Erwachsener scheint Leon (Oliver Reed) den Fluch dank der Liebe seiner Pflegeeltern überwunden zu haben. Aber als er von zu Hause fortgeht um auf einem Weingut zu arbeiten verwandelt ihn die unglückliche und unerfüllte Liebe zu Cristina (Catherine Feller) erneut in ein Ungeheuer. Gibt es noch Hoffnung für ihn oder kann nur noch eine Silberkugel seinen Amoklauf stoppen?

Nach Frankenstein, Dracula und der Mumie wurde ein weiteres klassisches Universal-Monster durch Hammer zu neuem, farbenprächtigem Leben erweckt. Regisseur Terence Fisher führt mit sicherer Hand durch den Plot, welcher sich sehr viel Zeit nimmt um uns die Vorgeschichte zu erzählen. So dauert es eine knappe Stunde, bevor man den ersten Auftritt des Werwolfs geniessen kann. Diese Stunde ist aber auch ohne Monster keineswegs langweilig oder reizlos. Im Gegenteil ist es sicherlich die interessanteste Werwolfgeschichte, die je verfilmt wurde. Sie basiert auf dem Buch „The Werewolf of Paris“ von Guy Endore. Drehbuchautor Anthony Hinds befreite die Story aber von allen politischen und historischen Hintergründen und konzentrierte sich auf die Werwolf-Elemente. Ausserdem verlegte er die Handlung von Frankreich nach Spanien, da in den Bray-Studios die aufwändigen spanischen Kulissen für den Film „The Inquisitor“ bereits standen und doppelt genutzt werden sollten. „The Inquisitor“, ein Historienfilm über die spanische Inquisition, kam jedoch nie zustande. Er scheiterte schon vor Drehbeginn am Widerstand der britischen Zensurbehörden und der katholischen Kirche. Ein Hammer-Film der in Spanien spielt war schon ungewöhnlich, bot aber hervorragende Möglichkeiten für Ausstattung, Dekor, Kleidung und Architektur. Was wir also zu sehen bekommen ist ein Augenschmaus ohnegleichen, sogar für Hammer-Verhältnisse ausserordentlich gelungen. Die Musik von Benjamin Frankel ist düster-bedrohlich und bitter-melancholisch, ganz dem Geschehen angepasst. Hinzu kommt die absolut professionelle Maskenbildner-Arbeit von Hammer-Legende Roy Ashton. Bei dem Bettler im Endstadium, beim alten Marqués, der sich Hautfetzen von seiner verfaulenden Visage schält und vor allem natürlich beim Werwolf hat er ganze Arbeit geleistet. Dieser sieht wirklich bedrohlich aus und wirkt viel realistischer als die Werwolfmasken der alten Universal-Filme. Einen grossen Verdienst daran hat sicher auch Oliver Reed, denn was nützt die beste Maske wenn der falsche Schauspieler darunter steckt? Reed war die perfekte Besetzung für diese Rolle. Er hat etwas ungezügeltes, beinahe schon animalisches an sich, in ihm versteckt sich das Biest, das ausbrechen will. Dazu kommen seine gefühlvollen Augen, welche den ganzen Schmerz dieser gepeinigten Kreatur widerspiegeln. Da haben die anderen Schauspieler Mühe mitzuhalten, obwohl viele von ihnen altgediente Hammer-Akteure waren und durchaus einen guten Job machen. Erwähnenswert ist natürlich Michael Ripper, der hier gleich in zwei Szenen ran darf, zuerst als stockbetrunkener Kneipengast und dann noch als bemitleidenswerter Zellengenosse von Leon. Interessant ist auch die Erklärung, weshalb Leon zum Werwolf wurde. Eine alte Legende besagt dass ein ungewolltes Kind, das zur selben Stunde wie der Heiland geboren wird, eine Beleidigung des Herrn sei. Dass die verletzte und schwache Seele des Kindes nicht gegen die bösen Mächte ankämpfen könne die von ihm Besitz ergreifen wollen. Ausgefallen, finde ich und sicher reizvoller als die obligate „Ansteckung durch Biss“ Fabel. Und einzigartig ist auch der Fakt dass die Handlung über mehrere Jahrzehnte spielt, angefangen beim Bettler auf dem Schloss bis zum tragischen und grandiosen Finale im Glockenturm des spanischen Dorfes.

Fazit: Starkes Hammerkino wie die Fans es lieben und gleichzeitig einer der ungewöhnlichsten und intressessantesten Werwolf-Filme überhaupt. Leider war er an den Kinokassen nicht so erfolgreich wie Frankenstein, Dracula und die Mumie, weshalb dies Hammers einziger Ausflug ins Reich der Werwölfe bleiben sollte. 8/10

geschrieben am 29.11.2015 um 17:26

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ø Wertung: 6,9/10 | Wertungen: 9 | Kritiken: 4