Draculas Hexenjagd

  • Informationen zum Film
  • Draculas Hexenjagd

  • Originaltitel:
    Twins of Evil
    Genre:
    Horror
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1971
    Kinostart Deutschland:
    14.04.1972
    Kinostart USA:
    08.06.1972
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Anfang des 19. Jahrhunderts: Die verwaisten Zwillingsschwestern Maria und Frieda werden von ihrem Onkel Gustav Weil (Peter Cushing) in Obhut genommen. Dieser ist Anführer einer fanatischen Bruderschaft, die mit allen Mitteln versucht, den Vampir Graf Karnstein auszulöschen. Ausgerechnet in dessen Hände fällt eine der Schwestern und wird zum Opfer des Blutsaugers. Fortan treibt sie als seelenloser Vampir ihr Unwesen...

Userkritik zu Draculas Hexenjagd

doobee
Weitere Kritiken des Users

Bewertung: 9/10 Punkte

Die verwaisten Zwillingsschwestern Frieda und Maria (Madeleine und Mary Collinson) kommen nach Karnstein in die Obhut ihres Onkels Gustav Weil (Peter Cushing) und seiner Frau Katy (Kathryn Byron). In Karnstein hat es viele ungeklärte Todes- und Vermisstenfälle gegeben. Und im über dem Dorf thronenden Schloss Karnstein sollen wüste teuflische Orgien gefeiert werden. Gustav ist ein religiöser Fanatiker und Vorsitzender einer puritanischen Bruderschaft. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht das Böse auszurotten. Aber anstelle auf Schloss Karnstein die wahren Uebeltäter unschädlich zu machen verbrennen sie unschuldige Bauernmädchen auf dem Scheiterhaufen. Nicht zuletzt deswegen, weil Graf Karnstein (Damien Thomas) den Schutz des Kaisers geniesst. Frieda hat die Frömmelei schon bald satt und gerät in den Bann des charismatischen Grafen. Dieser macht sie zum Vampir. Als Gustav auf dramatische Art und Weise davon erfährt wird ihm endlich klar, dass er die ganze Zeit Unschuldige geopfert hat. Zusammen mit der Dorfbevölkerung macht er sich auf nach Schloss Karnstein, um dem Grafen endgültig den Garaus zu machen…..

Der vorliegende Film ist der dritte Beitrag zur Karnstein-Trilogie von Hammer, nach „Gruft der Vampire“ und „Nur Vampire küssen blutig“. Doch er hat nicht mehr viel mit der Roman-Vorlage „Carmilla“ von Joseph Sheridan Le Fanu zu tun. Nur in einer Szene, wo die Gräfin Mircalla (Katya Wyeth) durch das Blut einer Jungfrau zum Leben erweckt wird und den Grafen zum Vampir macht, wird auf Le Fanus Schauermär Bezug genommen. Vielmehr wurde die Geschichte den beiden Playboy-Playmates Madeleine und Mary Collison auf den Leib geschrieben. Die Zwillinge, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen und nicht mit ihren Reizen geizen bieten Gelegenheit, ein paar sehr interessante Twists und auch reichlich nackte Haut ins Skript einzubauen. Auf der einen Seite die Unschuld vom Lande, die brave Maria, auf der anderen Seite die verführerische, verruchte Frieda, die eine dunkle Seite hat und sich zum Bösen hingezogen fühlt. Der englische Titel „Twins of Evil“ passt denn auch viel besser zum Gezeigten als der ziemlich dämliche deutsche Titel „Draculas Hexenjagd“, welcher aus der Popularität Draculas und der damals hoch im Kurs stehenden Hexenjäger-Filme Kapital schlagen wollte. Regisseur John Hough liefert uns hier einen der stärksten Filme aus den Hammer-Studios. Ihm gelingt die Verschmelzung von Vampir- und Hexenjäger-Elementen problemlos. Er schafft eine Atmosphäre von permanenter Angst, welche auf dem Dorf lastet. Er zeigt uns den Kampf eines gottesfürchtigen Eiferers gegen die Dekadenz der Aristokratie in überwältigenden Bildern. Die Geschichte hat den einen oder anderen Durchhänger, aber immer ist man darin gefangen, sodass es nie langweilig wird. Die Ausstattung und Kostüme sind wie erwartet einmal mehr fantastisch, vor allem die Innenaufnahmen auf Schloss Karnstein müssen als sehr gelungen bezeichnet werden. Auch einige ziemlich harte und gut gemachte Splatter-Effekte gibt’s zu bewundern. Die Musik von Harry Robinson ist bärenstark und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Sie erinnert sehr an den Italowestern-Sound. Für mich als Fan dieses Genres natürlich ein weiteres Zückerchen. Man kann von diesem Film also ohne Uebertreibung von einem Gesamtkunstwerk sprechen.

Dazu tragen auch die Schauspieler bei. Sämtliche Parts wurden perfekt besetzt, bis in die kleinste Nebenrolle. Die Collison-Zwillinge bestechen in erster Linie durch ihre Schönheit und üppigen Kurven, beweisen aber durchaus auch schauspielerisches Talent. Damien Thomas als Graf Karnstein hat eine diabolisch-erotische Ausstrahlung, welche dem grossen Christopher Lee zur Ehre gereichen würde. Ueber allen thront aber einmal mehr der grandiose Peter Cushing. Zwei Monate vor Drehbeginn war seine geliebte Frau Helen verstorben. Ein Schlag, der ihn in kürzester Zeit um Jahre altern liess und von welchem er sich nie mehr ganz erholt hat. Diese Verbitterung, diesen Schmerz sieht man ihm, ob gewollt oder ungewollt, in jeder Szene an. Sein Minenspiel sagt mehr als tausend Worte. Seine Zerissenheit zwischen dem gutem Menschen, der seine Familie beschützen will und dem blindwütigen Hexenjäger spürt man beinahe körperlich. Eine wirklich überragende Vorstellung, die uns Cushing hier bietet. Ich kenne praktisch alle seine Filme, und ich habe ihn selten besser gesehen.

Fazit: Gothic-Grusel vom Feinsten mit einem entfesselt aufspielenden Peter Cushing. Hammer-Herz, was willst Du mehr? 9/10

geschrieben am 13.09.2015 um 09:47

BILDER ZUM FILM

Bild

Kommentare (1)

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

definitiv einer der letzten Volltreffer des Studios

geschrieben am 13.09.2015 um 17:25 Uhr #1

 

Weitere Diskussionen zu diesem und vielen anderen Themen findest du im Forum von DVD-Forum.at.

Rechtliche Hinweise:
Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Ansichten der User wieder, von denen sie gepostet wurden. Diese müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion von DVD-Forum.at sowie deren Partnern decken. Wir behalten uns vor, Kommentare die gegen unsere Nutzungsbedingungen oder gegen straf- oder zivilrechtliche Normen verstoßen bzw. dem Ansehen von DVD-Forum.at schaden können auch ohne Angabe von Gründen zu löschen. Gegen diese Schritte können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Bei wiederholten Verstößen ist mit einem Ausschluss aus unserer Community zu rechnen, weiters behält sich DVD-Forum.at bei schwerwiegenden Verstößen wie strafrechtlich relevanten Tatbeständen vor Anzeige zu erstatten und/oder Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Cover

draculas-hexenjagd-poster

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 8,5/10 | Wertungen: 8 | Kritiken: 3