Rubber

  • Informationen zum Film
  • Rubber

  • Originaltitel:
    Rubber
    Genre:
    Komödie, Sci-Fi, Mystery, Horror, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, Angola
    Produktionsjahr:
    2010
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Robert wäre ein ganz normaler Reifen und würde sich nicht von seinen "Artgenossen" unterscheiden, wenn er nicht allein in der Wüste rumrollen würde und es zudem auf Mensch und Tier abgesehen hätte. Im blutigen Sinne, er hat telepathische Kräfte. Leichen pflastern seinen Weg. Nur einer kann ihn stoppen: Lieutenant Chad. Aber der hat schon mit einem Plüschkrokodil zu kämpfen. Das alles ist wenig erfreulich aber scheiße komisch!

Userkritik zu Rubber

Hitchcock_89
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Bewertung: 10/10 Punkte

Vor einigen Monaten habe ich zum ersten Mal von "Rubber" gehört bzw. in Form einer Kritik gelesen. Diese machte mich zusammen mit dem Inhalt des Films sehr neugierig auf diesen kleinen Film, sodass die lange Wartezeit nicht leicht auszuhalten war, doch nun war es endlich so weit und ich konnte diesen vermeintlichen Ausnahmefilm auch sehen. Aber konnte er meine Erwartungen erfüllen? Macht er überhaupt Sinn oder will er lediglich anders sein?

Zunächst der Plot: [I]Robert wäre ein ganz normaler Reifen und würde sich nicht von seinen "Artgenossen" unterscheiden, wenn er nicht allein in der Wüste rumrollen würde und es zudem auf Mensch und Tier abgesehen hätte. Im blutigen Sinne, er hat telepathische Kräfte. Leichen pflastern seinen Weg. Nur einer kan ihn stoppen: Lieutenant Chad. Aber der hat schon mit einem Plüschkrokodil zu kämpfen. Das alles ist wenig erfreulich aber scheiße komisch![/I]

Der Film beginnt mit einer Nachricht, die dem Publikum vom Sheriff quasi direkt ins Gesicht wird. Er macht deutlich worauf es dem Regisseur bei diesem Film ankam um die kommenden knapp 80 Minuten auch mit den "richtigen Augen" sehen zu können. Anhand einiger weltbekannter Beispiele will er zeigen wie wichtig die reine Willkür im Film ist und genau mit dieser füllt er RUBBER auch, denn so viele zusammenhangslose Tatsachen die aber genau deswegen absolut komisch sind, hab ich noch in keinem Film erleben dürfen. Selten muss ich laut lachen wenn ich einen Film alleine sehe, 10 Filme haben das bisher vielleicht geschafft, aber dieser hier ist einer davon.

Gut, sieht man in RUBBER nur einen Reifen der alles tötet was sich ihm in den Weg stellt wird man wohl halbwegs gut unterhalten und sieht auch das Besondere an dem Film (wie viele Reifenkillerfilme gibt es denn?), doch hier steckt noch viel, viel mehr drin. Im Prinzip ist RUBBER gleichermaßen eine Hommage an den Film, aber auch eine Kritik an der heutigen Filmindustrie und dem Konsumverhalten. Er liefert somit sehr wichtige und ernste Botschaften in einer urkomischen Verpackung. Das Publikum stürzt sich heute sprichwörtlich auf jeden Film immer mehr, je blutiger er ist. Story egal, Text egal, Sinn egal - Hauptsache Blut! Genau das nimmt Quentin Dupieux hier genial auf die Schippe und zeigt wie blind die Gesellschaft heute oft in Filme geht. Auch das Verschwimmen der Wahrnehmung, das Verlorengehen einer klaren Abgrenzung zwischen Fiktion und Realität thematisiert er auf eindrucksvollste Weise. Zusätzlich aber bringt er sogar Publikum und Regisseur in Verbindung und macht das auf eine Art und Weise die ebenfalls nur als genial zu bezeichnen ist.

RUBBER lebt oberflächlich gesehen von seinem schwarzen Humor der wirklich zum Brüllen ist und von seiner Optik, seiner schrägen Grundidee und von dem doch recht hohen Blutgehalt. Etwas Besonderes, ja ich würde schon fast sagen ein kleines Meisterwerk, wird er aber erst durch sämtliche unterschwellige Botschaften die er perfekt inszeniert an den Mann bringt. Untermalt mit toller Musik und geprägt von wunderschönen Bildern ist RUBBER für mich ein Geniestreich der an das moderne Kino appelliert. Ich habe mir von diesem Film wirklich einiges erhofft, doch selbst das wurde noch übertroffen.

Das Ende setzt nochmal einen hervorragenden Schlusspunkt auf den ich jetzt nicht genauer eingehen will, das sollte man einfach auf sich wirken lassen. Doch wer die Intention hinter diesem Film verstanden hat, wird den Schluss genau so unglaublich finden wie ich. Zusätzlich sind die Dialoge absolut kultverdächtig, ebenso wie die herrlich schrägen Charaktere.

RUBBER ist ein Geniestreich, eine stilvolle Hommage an den Film, ein urkomischer Funsplatter und ein Versuch die moderne Filmindustrie mit ihren Konsumenten wachzurütteln.

Pflicht für jeden Filmfan!

10/10 Stoffkrokodile unter'm Arm

geschrieben am 20.08.2011 um 19:28

Kommentare (0)

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ø Wertung: 6,3/10 | Wertungen: 18 | Kritiken: 3