Ringo mit den goldenen Pistolen

Userkritik zu Ringo mit den goldenen Pistolen

doobee
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Bewertung: 5/10 Punkte

Inhalt:

Ringo (Mark Damon) ist ein Kopfgeldjäger. Im Original heisst er übrigens Johnny Oro, was ein viel passender Name ist, denn er wurde in einer Goldmine geboren und sein einziger Freund ist das Gold. So lässt er sich seine Kopfgeldprämien nicht in Scheinen, sondern in Gold ausbezahlen, seine Pistole ist aus Gold, ja sogar seine Sporen, Zaumzeugbesatz und Zigarrenspitze sind gülden. Er erschiesst drei der Perez-Brüder die ihm eine schöne Prämie einbringen werden. Den vierten, Juanito Perez (Franco de Rosa), lässt er laufen, da auf ihn noch kein Kopfgeld ausgesetzt ist. Ein Fehler, denn Juanito ist besessen von Hass und will sich unbedingt an Ringo rächen. Er verbündet sich mit dem Apachenhäuptling Sebastian (Giovani Cianfriglia) und verlangt von Sheriff Bill Norton (Ettore Manni) die Auslieferung von Ringo, welcher in der Zwischenzeit wegen illegalem Waffenbesitz im Knast von Coldstone hockt. Als sich Norton weigert Ringo ans Messer zu liefern, macht sich Juanito mit seiner Horde auf in die Stadt, welche mittlerweile ziemlich verwaist ist da sich die meisten Bürger aus dem Staub gemacht haben. Sheriff Norton steht ziemlich alleine einer gewaltigen Uebermacht entgegen und ein blutiger Kampf entbrennt….

Meine Meinung:

Corbucci drehte diesen Film zusammen mit Regie-Assistent Ruggero Deodato (!) unmittelbar vor seinem epochalen „Django“, doch er kam später als dieser in die Kinos. Hier ist noch nichts zu spüren von der düsteren Härte seiner späteren Werke. Vielmehr kommt das Ganze ziemlich heiter daher und wartet sogar mit der einen oder anderen Slapstick-Szene auf. So z.B. als sich Ringo vom Saloon-Besitzer Gilmore (Andrea Aurelio) einen Drink bestehend aus Whisky, Senf, Tabascosauce, Milch und einem frischen Ei mixen lässt, nur um ihm diesen nachher in die Fresse zu kippen. Und bei der anschliessenden Schlägerei agiert Ringo wie Terence Hill in seinen besten Spass-Prügelwestern. Doch es wird natürlich auch gelitten und gestorben, was das Zeug hält. Der Bodycount, vor allem ihm Showdown, ist schon ziemlich hoch wenn auch ziemlich blutleer. Dazwischen aber machen sich doch einige Längen breit. So wird die Figur von Sheriff Norton ziemlich breit ausgewalzt. Er wartet eigentlich nur noch auf seine Ablösung, denn er will mit seiner Familie nach Boston ziehen, um dort einen Job als Vize-Chefredaktor bei einer Zeitung anzunehmen. Aber er ist auch ein Mann mit Prinzipien und so kommt es, dass er Ringo nicht an Juanito ausliefert sondern diesen als einsamer, aufrechter Streiter mit seinem Leben verteidigt, in bester „Rio Bravo“-Tradition.

Mark Damon spielt den Ringo bestens aufgelegt. Er verleiht dieser smarten, zynischen Figur mit Dauergrinsen und Fu Man Chu-Oberlippenbart das richtige Flair. Ettore Manni als paragraphentreuer Sheriff Norton macht ebenfalls eine gute Falle.

Carlo Savini’s Musik ist sehr eingängig. Sie beginnt mit dem Titelsong „Johnny Oro“ und bietet auch sonst sehr passenden, italo-typischen Gitarren-, Trompeten- und Whistle-Sound.

Fazit: Kein „Django“ und kein „Grande Silenzio“, aber ein Film der trotz einiger Schwächen andeutet, zu welchen Grosstaten Corbucci später noch fähig sein würde. 5/10

geschrieben am 22.08.2014 um 12:59

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