M - Eine Stadt sucht einen Mörder

  • Informationen zum Film
  • M - Eine Stadt sucht einen Mörder

  • Originaltitel:
    M
    Genre:
    Krimi, Thriller
    Produktionsland:
    Deutschland
    Produktionsjahr:
    1931
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Berlin 1931: Ein Kindermörder versetzt die ganze Stadt in Angst und Schrecken. Immer wieder schlägt der Sexualverbrecher zu und die Obrigkeit ist machtlos. Schließlich wird von der Polizei sogar eine Belohnung von 10.000 Mark auf die Ergreifung des Verbrechers ausgesetzt. Da die ständigen Razzien und Kontrollen die Unterwelt behindern, begeben sich auch die Kriminellen auf die Jagd nach dem Psychopathen.

Userkritik zu M - Eine Stadt sucht einen Mörder

Hitchcock_89
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Bewertung: 10/10 Punkte

Lange galten für mich Filme als "älter" wenn sie aus der Zeit stammen zu der ich noch nicht geboren war, also auch schon die 80er und 70er. Dementsprechend weit weg waren Filme für mich die in den 40ern und 50ern (wie einige Hitchcock-Filme) oder gar noch früher gedreht wurden. Darunter fallen neben einigen Meisterwerken von Alfred Hitchcock auch Filme von Fritz Lang, beispielsweise M oder "Metropolis". Langsam aber sicher hab ich mich den Filmen vergangener Generationen aber genähert, sodass ich schon fast bei den Wurzeln des Films angekommen bin. Hier und da fällt es mir nach wie vor schwer mich auf Filme einzulassen, weil ich mit ihrer mir bisher unbekannten Machart nichts anzufangen weiß oder weil ich z.B. zeitliche Ereignisse von damals schlichtweg nicht kenne. Dennoch musste ich Fritz Langs M unbedingt sehen, alleine schon aufgrund seines Rufs...

Der Inhalt: Berlin 1931: Ein Kindermörder versetzt die ganze Stadt in Angst und Schrecken. Immer wieder schlägt der Sexualverbrecher zu und die Obrigkeit ist machtlos. Schließlich wird von der Polizei sogar eine Belohnung von 10.000 Mark auf die Ergreifung des Verbrechers ausgesetzt. Da die ständigen Razzien und Kontrollen die Unterwelt behindern, begeben sich auch die Kriminellen auf die Jagd nach dem Psychopathen.

Die Geschichte die Fritz Lang hier erzählt dürfte wohl weltweit bekannt sein. Sie beginnt eigentlich schon mitten im Geschehen, als der Kindermörder schon einige Opfer einforderte. Zunächst sind es allerdings Handgriffe des Regisseurs die bei mir für Staunen sorgten. Es sind Kleinigkeiten die den Film schon zu Beginn faszinierend machen, wie etwa das erste Auftauchen des Mörders lediglich durch seinen Schatten oder auch bestimmte Kamerawinkel (beispielsweise das einfache Markieren einer Stadtkarte mit einem Zirkel) mit denen dieser sage und schreibe 80-jährige Film für mich etwas Neues bot.

Folglich steht jedoch der Inhalt im Vordergrund und ich bin ein weiteres Mal erstaunt, denn dass sich mir ein derart alter Film so logisch, intelligent und nach wie vor wirkend erweist hätte ich mir nicht erwartet. Die Charaktere handeln nicht nur selbst für heutige Verhältnisse logisch, sondern auch wirklich klug - es fließen Ideen ein auf die ich selbst 80 Jahre später nicht gekommen wäre. Das kann man sich hier aber gleich leicht zu Nutze machen, denn genau dadurch bringt man die ganze Stadt bzw. deren Bewohner ins Spiel. Bettler, Kleinkriminelle, Beamte, Familien - eindrucksvoll gelingt es Lang so die Gefahr allgegenwärtig zu vermitteln.

Was aber ebenfalls thematisiert wird - und in meinen Augen auch die Hauptbotschaft des Films darstellt - ist Selbstjustiz. Um den Kinderschänder zu schnappen schließt sich eine ganze Stadt zusammen, aus allen Schichten und Branchen vereinigen sich Menschen um dem Grauen ein Ende zu setzen. Was aber, wenn man ihn ertappt? Was aber, wenn die Hintergründe dieser schrecklichen Taten ans Tageslicht kommen? Gehören solche Menschen nicht ein für alle mal beseitigt? Sind wir aber befugt dazu selbst über Menschenleben zu urteilen? Wären wir selbst "besser", wenn wir im Gegenzug das Leben des Mörders fordern würden und ihn an den Pranger stellen?

Ich denke, dass es genau diese Fragen sind die Regisseur Fritz Lang mit diesem Film hervorrufen wollte. Und so tragisch es auch sein mag, so sehr sich die Zeiten auch verändert haben - diese Fragen sind fatalerweise auch heutzutage noch in vielen Gesellschaften ungeklärt. Der Film zeigt also gleichermaßen sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede zwischen damals und heute auf eindringliche und interessante Weise.

Am Ende findet dieser atemberaubende Film seinen Höhepunkt, denn hier schockiert der Film und spricht die bedenkenswerteste Gesellschaftskritik aus die ich je gesehen habe. M ist zweifellos eines der ganz großen Meisterwerke der Filmgeschichte - intelligent, zeitlos, packend und nicht nur in technischer Hinsicht seiner Zeit voraus.

9,5/10 Glimmstängel

geschrieben am 20.08.2011 um 09:31

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ø Wertung: 9,4/10 | Wertungen: 10 | Kritiken: 2