Tanz der Teufel

  • Informationen zum Film
  • Tanz der Teufel

  • Originaltitel:
    The Evil Dead
    Genre:
    Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1981
    Kinostart Deutschland:
    14.01.1993
    Kinostart USA:
    21.12.1983
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Ashley will mit seinen Freunden eigentlich nur Urlaub in einer kleinen Hütte mitten im tiefsten Wald machen. Doch als er zufällig im Keller der Hütte auf die Aufzeichnungen eines Wissenschaftlers und ein seltsames okkultes Buch, das Necronomicon, stößt, weckt er uralte böse Kräfte. Plötzlich wird der Urlaub zum gnadenlosen, dämonischen Höllentrip, denn alle finsteren Mächte versammeln sich zum ultimativen Schlachtfest...

Userkritik zu Tanz der Teufel

Hitchcock_89
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Bewertung: 7/10 Punkte

Filmfans wissen natürlich wie die Karriere von Sam Raimi ihren Lauf genommen hat und dass dieser Jahrzehnte vor etwa der Blockbuster Trilogie "Spiderman" einen Kult geschaffen hat der heute noch mindestens genauso lebt wie vor 30 Jahren. Um den Film vor allem finanziellen möglich zu machen produzierte er drei Jahre davor, 1978, den halbstündigen Kurzfilm "Within the Woods" der inhaltsgleich mit dem nachfolgenden Klassiker ist den er ermöglicht hat. Mit TANZ DER TEUFEL konnte der damals gerade einmal 21-jährige Raimi einen Genrefilm erschaffen der heute noch in aller Munde ist und stets in einem Zug mit anderen Klassikern genannt wird. Ich selbst hab den Film zwar schon länger nicht mehr gesehen (weswegen ich heute besonders gespannt auf ihn war), konnte mich dem Hype allerdings nie anschließen und sah darin nie das Meisterwerk wie es viele andere tun. Auch wenn ich aus dem Film selbst nichts mehr weiß, so kann ich mich noch erinnern seinen Nachfolger um einiges besser empfunden zu haben. Das soll heute allerdings keine Rolle spielen, denn völlig unvoreingenommen möchte ich mich auf den TANZ DER TEUFEL (Originaltitel: EVIL DEAD) einlassen...

Der allseits bekannte Plot: Ashley will mit seinen Freunden eigentlich nur Urlaub in einer kleinen Hütte mitten im tiefsten Wald machen. Doch als er zufällig im Keller der Hütte auf die Aufzeichnungen eines Wissenschaftlers und ein seltsames okkultes Buch, das Necronomicon, stößt, weckt er uralte böse Kräfte. Plötzlich wird der Urlaub zum gnadenlosen, dämonischen Höllentrip, denn alle finsternen Mächte versammeln sich zum ultimativen Schlachtfest...

Dass TANZ DER TEUFEL nicht nur schon einige Jahre am Buckel hat, sondern auch unter finanziell stark eingeschränkten Bedinungen produziert wurde sieht man dem Film in nahezu allen Aspekten an. Abgesehen davon, dass die Geschichte darauf konzipiert ist auch ohne große Mittel umgesetzt werden zu können sind auch die Darsteller - Bruce Campbell ausgenommen - nicht mehr als Laien. Das fällt aber kaum ins Gewicht und macht den Film auf seine Weise auch aus, genauso wie einige Handgriffe von Raimi die damals neu waren und auch heute noch Spaß machen. Aber mal Schritt für Schritt:

Die Story ist schlicht und einfach um ohne größeren finanziellen Aufwand bewerktstelligt werden zu können, doch schlecht oder zu substanzlos würde ich nicht einmal sagen. Gut, ein paar Freunde wollen in einer Hütte Spaß haben und dann stößt ihnen irgendetwas zu, großes Kino sieht anders aus. Für einen Horrorfilm braucht es 1. aber nicht zwangsläufig mehr und 2. hat die Idee mit dem Necronomicon und die Vertiefung in die Gründe der Geschehnisse wirklich was zu bieten. Mich persönlich spricht das zwar nicht unbedingt an, doch dass sich Raimi hier zu wenig Gedanken gemacht hat kann man ihm nun wirklich nicht vorwerfen.

Auf die Darsteller bin ich ja schon kurz eingegangen, aber um nochmal auf sie zurückzukommen: Durch die Bank könnte man diese hier als Amateure bezeichnen, aber das kommt nur dem Charme des Films zugute. Und dann haben wir ja noch Bruce Campbell der durch seine Rolle als Ash ja quasi den Durchbruch schaffte - jeder kennt ihn seither als "Ash, der Irre aus EVIL DEAD". Er spielt einfach genial überzogen und sorgt somit auch für Humor der auch eine wichtige Rolle im Film spielt. Seine Figur ist einerseits komplett irre, andererseits auch echt sympathisch. Diese Gratwanderung mit Gefahr darauf hin zu überzogen stupide zu wirken gelingt ihm sehr gut, was den Film über recht lange Zeit trägt.

Die handwerkliche Arbeit hat ebenfalls großen Anteil an dem Kultstatus des Films und das auch völlig zurecht. Immer wieder denke ich bei Filmen an EVIL DEAD wenn ich eine wackelige Kameraführung zu sehen bekomme - die "Shakycam" von Raimi ist Kult und ein wichtiger Bestandteil des Films, quasi eines seiner Markenzeichen. Die Make Up-Effekte sind teils klasse, mir teils aber auch zu billig. Das Gelächter der Toten und deren Auftreten machen zwar Spaß, doch ihr Make Up erinnert teils einfach an die "Schminkpistole" bei den Simpsons, falls man die kennt. In anderen Szenen wiederum hat man wirklich saubere Arbeit geleistet, vor allem am Ende geht es herrlich zur Sache. Körperflüssigkeiten gibt es da literweise zu sehen, am Schluss hat man wirklich noch auf die Goretube gedrückt. Diese wirklich schon splatterigen Effekte sehen richtig gut aus und sorgen für ein actionreiches Finale das sich wirklich sehen lassen kann.

Woran aber scheitert der Film? Es passiert schlichtweg zu lange zu Unspektakuläres. Der Film geht knappe 85 Minuten und erst in der letzten Viertelstunde geht es so richtig zur Sache. Die erste Stunde verläuft schleppend, aber nicht langweilig. Merklich hat man versucht den Film bis zum Ende hin auf die Spitze zu treiben, für mich gelang das aber leider nicht. Eine langsame Steigerung ist zwar in den Geschehnissen bemerkbar, jedoch bekomme ich diese nicht zu spüren. Ich sehe zwar was passiert und merke eine Verdichtung der Ereignisse, allerdings lassen mich diese kalt. Aus diesem Grund drehte sich das Bild des Films auf einen Schlag ganz stark, denn aus dem Nichts kam das wahrlich geniale Finale.

Den Kultstatus von TANZ DER TEUFEL kann ich nachvollziehen, denn alleine aus handwerklicher Sicht ist er filmgeschichtlich von Bedeutung. Man merkt ihm dennoch an, dass er ein Erstlingswerk ist, so wirkt er an einigen Stellen einfach unausgereift. Ich glaube mich aber erinnern zu können, dass Raimi die Schwächen des Films schnell erkannt hat und diese bei Teil 2 weitestgehend beseitigt hat, denn den habe ich deutlich besser in Erinnerung. Ein kultiger Streifen mit einem genialen Protagonisten, sollte man auf jeden Fall gesehen haben, wenn auch nur um ihn einmal gesehen zu haben.

7/10 blutende Steckdosen

geschrieben am 20.08.2011 um 03:47

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ø Wertung: 8,9/10 | Wertungen: 58 | Kritiken: 6