Bedevilled - Zeit der Vergeltung

  • Informationen zum Film
  • Bedevilled - Zeit der Vergeltung

  • Originaltitel:
    Kim-bok-nam Sal-in-sa-eui Jeon-mal
    Genre:
    Krimi, Thriller, Horror, Drama
    Produktionsland:
    Südkorea
    Produktionsjahr:
    2010
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Nur wenige Menschen leben auf der Insel Moodo. Eine davon ist Bok-nam, die von ihrem Mann und den restlichen Bewohnern wie ein Tier behandelt wird. Ihr ganzes Leben besteht nur aus Demütigungen und Misshandlungen, die sie nur dank der Liebe zu ihrer kleinen Tochter zu ertragen vermag. Als eines Tages Bok-nam's Jugendfreundin Haewon aus Seoul zu Besuch kommt, da keimt in der geschundenen Frau wieder die Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch all ihr Flehen um Hilfe bleibt von der egoistischen Hae-won ungehört. Als Bok-nam auf eigene Faust versucht von der Insel zu fliehen, kommt dabei ihre Tochter ums Leben. Es ist der Beginn eines Strudels der Gewalt, dem sich niemand entziehen kann. Denn nichts wiegt so schwer, wie die eiskalte Wut einer Mutter.

Userkritik zu Bedevilled - Zeit der Vergeltung

Hitchcock_89
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Bewertung: 9/10 Punkte

Ja, momentan befinde ich mich wieder mal im Asia-Fieber. Einige Produktionen aus dem fernen Osten habn es kürzlich wieder in meine Sammlung geschafft, da die momentane Veröffentlichungsflut einfach nicht spurlos an mir vorbeiziehen kann. Unter den vielversprechenden Titeln wie Dream Home, I saw the Devil, Bodyguards and Assassins und The Good, the Bad and the Weird befindet sich auch BEDEVILLED. Kritiken zufolge erwartet mich hier ein beinharter und eiskalter Rachethriller aus Korea, was die Anforderungen an den Film in die Höhe schrauben. Ob der Film diese erfüllen kann durfte ich heute herausfinden...

Der Plot: Nur wenige Menschen leben auf der Insel Moodo. Eine davon is Bok-nam, die von ihrem Mann und den restlichen Bewohnern wie ein Tier behandelt wird. Ihr ganzes Leben besteht nur aus Demütigungen und Misshandlungen, die sie nur dank der Liebe zu ihrer kleinen Tochter erträgt. Als eines Tages Bok-nam's Jugendfreundin Hae-won aus Seoul zu Besuch kommt, da keimt in der geschundenen Frau wieder die Hoffnung auf. Doch all ihr Flehen um Hilfe bleibt von der egoistischen Hae-won ungehört. Als Bok-nam auf eigene Faust versucht von der Insel zu fliehen, kommt dabei ihre Tochte um's Leben. Es ist der Beginn eines Strudels der Gewalt, dem sich niemand entziehen kann. Denn nichts wiegt so schwer, wie die eiskalte Wut einer Mutter.

Der Film beginnt sehr ruhig und nimmt sich genug Zeit für eine sanfte und angenehme Einleitung. Man lernt Hae-won und das Leben in der Großstadt kennen um anschließend den Kontrast zum ärmlichen Leben auf der einsamen Insel von Bok-nam deutlich zu machen. Die traditionellen Unterschiede zwischen dem Land- und dem Stadtleben werden hier sehr gut widergespiegelt, etwa die Lebensweisen oder Wertvorstellungen. Nagellack und Waschmaschinen, Schule und Bildung - unter anderem anhand dieser Beispiele werden diese Differenzen teils unscheinbar und oberflächlich, teils essentiell aber stets gut inszeniert. Noch ist zu diesem Zeitpunkt eine gewisse Heiterkeit und Harmonie zu erkennen, die sich aber schnell verflüchtigen sollte, denn sobald man Einblicke in die Lebensbedinungen der idyllischen Insel bekommt vergeht einem die angenehme Stimmung schlagartig.

Von Sympathie merkt man hier nicht viel, Gewalt beherrscht das Leben der Protagonistin, Nähe und Liebe wird durch Hass und Erniedrigung ersetzt. Es steht auf dem Tagesplan von Bok-nam von ihrem Mann vergewaltigt und geschlagen zu werden oder vor ihrem Haus zu sitzen während nur wenige Meter weiter ihr man mit einer Prostituierten verkehrt. Als auch noch ihre Tochter in die Spirale von Sex und Gewalt hineingezogen werden, die der einzige Grund für Bok-nam ist auf der Insel zu bleiben, reisst der Faden schlussendlich und sie entschließt sich mit ihr zu fliehen. Alle scheint sich zum Guten zu wenden, als plötzlich das Schlimmste eintritt was nur passieren kann - ihre Tochter stirbt durch die Hand ihres Mannes. Grund genug um nun endlich Rache an all jenen zu nehmen, die sie ihr Leben lang erniedrigt und gequält haben.

Bis dieser in gewisser Hinsicht "Rapen 'n' Revenge"-Film nun zur Revenge kommt dauert es erstaunlich lange. Erwartet hätte ich mir, dass nach 30-50 Minuten die Wendung eintritt, doch es braucht knapp 70 Minuten bis dieser Punkt erreicht ist. Die Überraschung dabei ist aber, dass das keineswegs stört oder auffällt wenn man nicht auf die Laufzeitangabe sieht. Der Film unterhält sehr gut, sodass ich nicht einmal Zeit hatte mir Gedanken darübr zu machen wann denn nun der Rachestreifzug beginnen wird. Keine 3/4-Stunde blieb also noch um Gerechtigkeit wieder herzustellen und das hätte ich mir ehrlich gesagt nicht gedacht. Einerseits weil der "erste Teil" des Films so überragend ist, andererseits weil auch die ausgeübte Selbstjustiz im Anschluss dafür entschädigt. Wie bei Rachethrillern dieser Art lebt man auch hier mit dem Hauptcharakter mit als wäre man selbst mitten im Geschehen. Es geht also nicht nur sehr hart zur Sache, sondern wurde auch so intensiv inszeniert sodass auch auf emotionaler Ebene der Zuschauer erreicht wird.

Aufgrund einiger Charakterzüge des Films würde ich BEDEVILLED keinesfalls als reinrassigen Thriller bezeichnen, denn von einem anfänglichen Drama entwickelt er sich zu einem genau so bedrückenden Psycho-Horror/Thriller. Die Darsteller spielen allesamt überzeugend, vor allem aber ist es ein Genuss Yeong-hie Seo und Park Jung-Hak zuzusehen. Sie, aber auch die anderen Schauspieler, sorgen mit ihren Darbietungen für Authentizität, Atmosphäre und für einen schlichtweg tollen Film.

Hohe Erwartungen haben's BEDEVILLED sicher nicht gerade leichter gemacht, doch der Film überzeugt auf ganzer Linie. Ein rührender, packender und zugleich gnadenloser Film - gehört für mich zum besten asiatischen Filmen der letzten Jahre und zu den besten Rachefilmen überhaupt.

9/10 handgewaschene Kleider

geschrieben am 19.08.2011 um 09:24

Kommentare (0)

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ø Wertung: 8,3/10 | Wertungen: 10 | Kritiken: 3