Rampage

  • Informationen zum Film
  • Rampage

  • Originaltitel:
    Rampage
    Genre:
    Action, Krimi, Thriller, Drama
    Produktionsländer:
    Deutschland, Kanada
    Produktionsjahr:
    2009
    Kinostart Deutschland:
    29.04.2010
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Globale Erwärmung, Welthunger, Überbevölkerung und maßloser Konsum: Bill Williamson hat die Schnauze voll. Er ist genervt von seinem aussichtslosen Job, seinen unerträglichen Mitmenschen und der Welt im Allgemeinen. Doch er hat einen unglaublichen Plan, der ein besonders blutiges Zeichen setzen und ihm ein besseres Leben liefern soll. Mit einer selbst konstruierten Kevlar-Rüstung und bis an die Zähne bewaffnet, startet er eine Tötungsorgie und nimmt scheinbar grundlos eine gesamte Kleinstadt auseinander...

Userkritik zu Rampage

Hitchcock_89
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Bewertung: 8/10 Punkte

Ja, der gute, alte Uwe Boll hat uns ja schon mit einigen Filmen beglückt. Mit House of the Dead und Alone in the Dark hat er unter anderem für zwei der schlechtesten Filme gesorgt die ich je gesehen habe. Bloodrayne war nicht wesentlich besser, doch Olaf Ittenbach's Effekte machen den Film dann doch noch recht ansehnlich. Aus diesen 3 Gründen habe ich bisher jeden weiteren Film des deutschen Regisseurs, der mittlerweile aber eine treue Fangemeinschaft im Rücken hat, gemieden. Ich schenkte nun aber den Gerüchten glauben, dass nach dem angeblich guten Darfur auch RAMPAGE sich von der üblichen Boll-Kost deutlich abhebt. Dass der Film ungeschnitten als Black Edition von Splendid erschien war ein weiterer Grund der für diesen Kauf sprach. Gespannt bin ich in den Film gegangen, in der Hoffnung Boll könnte meine Meinung über ihn und seine Art Filme zu drehen noch drehen...

Erstmal ein kleiner Blick auf die Story von RAMPAGE: Globale Erwärmung, Welthunger, Überbevölkerung und maßloser Konsum: Bill Williamson hat die Schnauze voll. Er ist genervt von seinem aussichtslosen Job, seinen unerträglichen Mitmenschen und der Welt im Allgemeinen. Doch er hat einen unglaublichen Plan, der ein besonders blutiges Zeichen setzen und ihm ein besseres Leben liefern soll. Mit einer selbst konstruierten Kevlar-Rüstung und bis an die Zähne bewaffnet, startet er eien Tötungsorgie und nimmt scheinbar grundlos eine gesamte Kleinstadt auseinander...

Globale Erwärmung, Überbevölkerung, ein unbefriedigtes Privatleben - ein daraus resultierender Amoklauf könnte sich für den ein oder anderen sicher pseudodramatisch anhören, doch wenn man mal genau darüber nachdenkt scheint dieses Motiv alles andere als weit hergeholt zu sein. Eine immer hektischer und unpsersönlicher werdende Welt in der jeder nur noch an sich denkt - das ist kein Geheimnis, da ist es auch nicht verwunderlich wenn einer unter vielen seinen Gefühlen auf derart erschreckende Weise freien Lauf lässt. Im Falle von RAMPAGE ist dies Bill Williamson der in seiner Kleinstadt in der ihn so gut wie jeder nervt aufräumen will.

In der ersten Hälfte des Films (35 - 40 Minuten lang) begleitet man den jungen Bill durch seinen Alltag und legt seine Unzufriedenheit im Burgerladen, im Job oder auch zuhause dar. Langsam aber stetig baut sich die Wut in ihm auf die ihn dann schlussendlich dazu veranlasst sein Heimatstädtchen in Schutt und Asche zu legen. Mit seiner modifizierten Paintball-Schutzkleidung und den verschiedensten Waffen begibt er sich in die Öffentlichkeit um teils wahllos, teils aber auch ganz gezielt Zivilisten zu töten. Frauen und Männer, egal wie alt, die sich ihm in den Weg stellen oder auch nicht, werden eiskalt und ohne zu zögern abgeknallt. Das ist das richtige Wort, denn wie aus Spaß geht er durch die Straßen, in einen Friseursalon oder Bank um einfach alles zu treffen was sich bewegt. Diese Szenarien sind absolut überzeugend und wie der Beititel des Films schon verrät unbarmherzig inszeniert. Gnadenlos werden hier unschuldige Menschen ihres Lebens beraubt und da muss ich Uwe Boll ein Kompliment aussprechen, denn die erschreckend realistische Wirkung die der Film zu spüren bekommt ist großteils seiner Handhabe zu verdanken. Aber auch der Hauptdarsteller Brendan Fletcher spielt wirklich überzeugend und kann seinem irren Charakter die nötige Intensität verleihen die er braucht.

Sobald der Amoklauf beginnt wird der Zuseher gepackt und bis zum Ende des Films von dessen Geschehnissen in Starre versetzt - beeindruckend! Die große Schwäche des Films scheint hier vergessen und zwar die mehr als halbstündige Einleitung des Films. Hier und da erreicht man da zwar schon den Zuseher, doch im Grunde ist dieser Teil des Films zu überzeichnet. Die Zur-Schau-Stellung der ach so schlechten Welt funktioniert in der Praxis sehr gut, doch immer wieder hört man völlig erzwungen Radio- & Fernsehstimmen die von Überbevölkerung, Terrorismus und globaler Erwärmung reden. Das beginnt schon nach kurzer Zeit zu nerven weil es einfach zu offensichtlich an den Mann gebracht wird. Für diese so wichtigen Elemente hätte man sich etwas mehr Zeit nehmen müssen und sie langsam greifbar machen - das ganze so offensichtlich ins Gesicht gedrückt zu bekommen lässt einen denken Boll hält das Publikum für zu dumm um auch so hinter den Grundgedanken zu kommen. Hätte man da einen anderen Ansatz gewählt wäre RAMPAGE eine noch größere Überraschung als er es ist, so lebt der Film von der konsequenten zweiten Hälfte des Films.

Leider bleibt der Film auch nicht frei vor Logiklöchern, denn wenn in einer Kleinstadt ein derartiges Massaker vor sich geht das auf jedem TV-Sender Beachtung findet von Pensionisten seelenruhig weiter Bingo gespielt wird ohne dass die überhaupt etwas von dem Ganzen mitbekommen ist mehr als unwahrscheinlich. Diese eine Szene wirkt als einzige während dem Amoklauf nicht ganz so glaubwürdig, nimmt dem aber nichts an seiner Ernsthaftigkeit. An die Spitze getrieben wird der Film noch an seinem Ende mit dem ich nun wirklich nicht gerechnet hätte - das setzt dem Film nochmal die Krone auf!

Ich ziehe meinen Hut vor Uwe Boll, denn mit RAMPAGE dürfte er auch die letzten Kritiker von seinem Talent überzeugt haben. Niemals hätte ich gedacht einen so guten Film von ihm zu sehen und auch wenn er das noch nicht über die ganze Laufzeit halten konnte, er hat gezeigt, dass er es drauf hat. Ein sehr intensives und erschreckend echt wirkendes Filmerlebnis - auch (oder ganz besonders) für Boll's Zweifler zu empfehlen!

8/10 Caffe Latte mit viel Schaum

geschrieben am 18.08.2011 um 13:48

Kommentare (0)

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ø Wertung: 7,7/10 | Wertungen: 17 | Kritiken: 4