Uhrwerk Orange

  • Informationen zum Film
  • Uhrwerk Orange

  • Originaltitel:
    A Clockwork Orange
    Genre:
    Krimi, Sci-Fi, Drama
    Produktionsländer:
    USA, UK
    Produktionsjahr:
    1971
    Kinostart USA:
    15.03.1996
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Kubrick machte aus Anthony Burgess´ berühmten Roman ein brutales und satirisches Moralstück, in dessen Mittelpunkt Alex (Malcolm McDowell) steht, der kämpft, raubt, schändet und mordet wie ein gewissenloses Raubtier. Man verhaftet Alex und sperrt ihn ein. Er wird einem grausamen Verfahren unterzogen, das ihn wieder "gesellschaftsfähig" machen soll; funktionierend wie ein "Uhrwerk Orange", äußerlich gesund und intakt, im Inneren jedoch verkrüppelt und begrenzt auf Reflexe, die er selbst nicht mehr kontrollieren kann. Was aber kann die Gesellschaft noch für Alex tun - oder ihm antun - nachdem seine "Kur" ihn verteidigungsunfähig der Rache seiner Opfer überlässt?

Userkritik zu Uhrwerk Orange

Hitchcock_89
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Bewertung: 10/10 Punkte

ACHTUNG: Diese Kritik enthält Spoiler!

Stanley Kubrick war ein Regisseur, der seiner Zeit stets voraus war und ein Visionär wie es ihn nur selten gab und gibt. Ein Perfektionist durch und durch wie es allerhöchsten der Meister des Suspens Alfred Hitchcock einer war. Das dürfte auch erklären warum er innerhalb von gut 40 Jahren (1960-1999) gerade einmal 9 Filme gedreht hat. Dass Qualität vor Quanität zu stellen ist war einer seiner Grundsätze an die er sich sein ganzes Leben lang hielt. So sind all seine Filme - ich habe bisher leider nur 5 davon gesehen - etwas ganz Besonderes, vor allem intellektuelle Werke die an Anspruch kaum zu übertreffen sind. UHRWERK ORANGE ist einer seiner Filme die es zum Klassiker schafften, den ich bisher leider erst einmal gesehen habe. Heute war es wieder einmal Zeit dafür...

Der Film erzählt die Geschichte von Alex, der mit seinen Kumpels - genannt Droogs - schlägt, vergewaltigt, stiehlt und macht wonach immer es ihm ist. Es kam wie's kommen musste und das Gesetz holt ihn ein, er wird für 14 Jahre verurteilt. Eie Möglichkeit gibt es aber vorzeitig das Gefängnis zu verlassen, eine Heilung mittels spezieller Therapie...

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, denn das was dieser Film alles beinhaltet ist nur ganz schwer in Worte zu fassen oder gar zu ordnen. Der Film beginnt mit einer beeinruckenden wenn auch gewaltverherrlichenden Szene, die aber genau das sein muss um das von Kubrick (bzw. vom Autor der Buchvolage) Gewollte vermitteln zu können. Aufheiternde, klassische Musik meist von Beethoven, begleitet das Zusammenschlagen eines alten Obdachlosen, die versuchte Vergewaltigung einer Frau oder die anschließende Schlägerei. Kubrick macht damit deutlich, dass es den Ausführenden dieser abscheulichen Handlungen redlich egal ist wie es ihren Opfern geht und sie einfach nur handeln wie es ihre Triebe von ihnen verlangen. Das wird mit dem Einsatz dieser Musik auch auf den Zuseher eindrucksvoll übertragen.

Zweifellos grandios inszeniert ist der Film schon von Anfang an ein Ausnahmewerk, richtig genial wird es meiner Meinung nach aber erst mit der Inhaftierung bzw. der Freilassung des Protagonisten. Er bekommt die Möglichkeit das Gefängnis frühzeitig zu verlassen, muss sich dafür einem therapeutisch wirkenden Experiment unterziehen - schlicht und einfach eine Gehirnwäsche! Dabei wird er quasi geheilt von allem Bösen, das in ihm steckt. Auf bestialische Weise wird im eingebläut was sein Verhalten angerichtet hat und ihm aus der Sicht des Opfers veranschaulicht. Von da an erleidet er selbst Qualen sobald er nur Gedanken an Sex oder Gewalt verschwendet, was sein Verhalten ins Posisitive und der Gesellschaft konform ändert. Es wird verhindert, dass er überhaupt dazu kommen soll Verbrechen zu begehen und damit jede Möglichkeit einer eigenständigen Entwicklung ausgemerzt. Im Gefängnis wurde er zu einer Nummer, die er nun auch in der Gesellschaft sein soll als eine funktionierende und kontrollierbare Einheit eines gesellschaftlichen Konstrukts, das perfekt funktionieren soll.

Diese Gesellschaftskritik ist schon beeindruckend genug, wird aber mit Alex' Entlassung aus dem Gefängnis noch auf den Höhepunkt gebracht. Gezeigt wird anschließend nämlich, wieder in Freiheit, dass diese "Heilung" den Mensch nicht nur kontrolliert und einschränkt, sondern auch ungeeignet für ein Leben in einer Gesellschaft macht. Denn all die, an denen er sich in seinem früheren Leben vergriffen hatte, nehmen nun Rache an ihm. Auf erschreckende Weise wird geschildert wie bestialisch der Mensch in seinem Wesen ist und es in seiner Natur liegt auch schlecht oder falsch zu handeln, so lange man die freie Entscheidung hat dies zu tun. Kubrick versteht es wie kein anderer nicht nur bildgewaltig sondern auch eindringlich zu erzählen und hat mich mit UHRWERK ORANGE (trotz dieser Kritik) einfach sprachlos gemacht.

Nie wurde die menschliche Natur so perfekt gezeigt wie wundervoll sie einerseits ist, aber auch wie abscheulich andererseits. Ein zeitloses Meisterwerk, das heute - 40 Jahre später - noch nichts von seiner unglaublichen Intensität und Wirkung verloren hat. Ein großes Stück Filmgeschichte!

10/10 righty rights

geschrieben am 17.08.2011 um 22:39

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ø Wertung: 9/10 | Wertungen: 26 | Kritiken: 2