Der Hexentöter von Blackmoor

  • Informationen zum Film
  • Der Hexentöter von Blackmoor

  • Originaltitel:
    Il trono di fuoco
    Genre:
    Horror
    Produktionsländer:
    Italien, Bundesrepublik Deutschland, Spanien, Liechtenstein
    Produktionsjahr:
    1970
    Kinostart Deutschland:
    05.06.1970

Userkritik zu Der Hexentöter von Blackmoor

doobee
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Bewertung: 4/10 Punkte

Inhalt:

England 1685: König Charles der Gute ist tot und wird von seinem Bruder, dem ungeliebten James Stewart II abgelöst. Der oberste Richter Sir George Jeffreys (Christopher Lee) wittert überall Verrat und Umsturz und lässt angebliche Staatsfeinde gnadenlos verfolgen und hinrichten. Dabei ist ihm jedes Mittel recht; er hat auch keine Skrupel, Leute der Hexerei zu bezichtigen, nur um sie eliminieren zu können. Dieses Schicksal ereilt Alicia Grey (Margaret Lee), deren Vater vor zwei Jahren von Jeffreys wegen Hochverrat zum Tode verurteilt worden war. Ihre Schwester Mary (Maria Rohm) bettelt bei Jeffreys vergeblich um deren Leben, denn weil sie die Freilassung ihrer Schwester nicht mit einem Schäferstündchen mit dem Richter bezahlen will, endet Alicia auf dem Scheiterhaufen. Mary will sich daraufhin das Leben nehmen, wird aber von Harry Selton (Hans Hass) gerettet. Selton ist der Sohn von Lord Wessex (Leo Genn) und gleichzeitig Mitglied einer Bande von Aufständischen, welche zusammen mit den Truppen von Monmouth dem Regime von James II ein Ende bereiten wollen. Es gibt also haufenweise Arbeit für den Blutrichter Jeffreys……

Meine Meinung:

Jess Franco, der König der Ripp-Offs: es gibt kaum einen auch nur annähernd populären Themenbereich des Films, welcher von ihm nicht schamlos abgekupfert worden wäre. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass er auch auf den Hexenzug aufsprang und damit vom grossen Erfolg von „Hexen bis auf Blut gequält“ profitieren wollte. Das Resultat ist einer der wenigen einigermassen brauchbaren Filme von Franco. Nur einigermassen, weil sich Franco ganz offensichtlich nicht entscheiden konnte, ob er einen Historienschinken oder einen Witchploitationfilm drehen wollte. Es gibt einige eher harmlose Folterszenen, es gibt die obligatorische nackte Haut, aber daneben gibt es auch arge Längen, zumindest in der „weltweit längsten“ Fassung von Starlight, welche aus den fünf existierenden Filmfassungen zusammengeschnitten wurde.

Die mittelalterlichen Kostüme und Settings sind hingegen sehr gut gelungen. Die Aussenaunahmen entstanden grösstenteils in Portugal und Nordspanien, wo noch viele mittelalterliche Bauten bis heute erhalten geblieben sind. Deshalb musste Franco auch kaum auf Studioaufnahmen zurückgreifen. Auch die Filmmusik von Ennio Morricone’s Kapellmeister Bruno Nicolai ist ein Ohrenschmaus und bietet eine sehr passende musikalische Untermalung.

Christopher Lee als George Jeffreys ist ein Gewinn. Er war sehr daran interessiert, die historisch verbürgte Figur des unter Nierensteinen und ständigen Schmerzen leidenden Blutrichters möglichst authentisch zu verkörpern und hatte deswegen auch den einen oder anderen Disput mit Franco, welcher den Charakter lieber etwas dynamischer hätte zeigen wollen. Nach eigenen Aussagen hat Lee den fertigen Film übrigens nie gesehen, weil er ihm zu hart und historisch ungenau war. Auch bei den übrigen Darstellern hat Franco ein feines Händchen bewiesen: Leo Genn als Lord Wessex spielte in den 50er-Jahren bereits in Klassikern wie „Quo Vadis“ und „Moby Dick“ und liefert eine überzeugende Leistung ab. Maria Schell ist in einer Nebenrolle als blinde Seherin Rosa zu sehen. Und dann ist da natürlich noch Franco’s Lieblingsdarsteller Howard Vernon. Dieser spielt den Folterknecht und Henker Ketch mit diabolischer Freude. Franco zufolge sollte seine Darstellung eine Hommage an Boris Karloff sein, welcher im 1939 entstandenen Film „Tower of London“ ebenfalls einen Henker gespielt hatte.

Es gibt auch eine Erklärung weshalb der Film auf deutsch „Der Hexentöter von Blackmoor“ hiess, obwohl er in Raynesford in der Grafschaft Wessex spielt und mit Blackmoor überhaupt nichts zu tun hat. Dies ist wieder mal der „Verdienst“ der deutschen Titelschmiede, denn es gab 1963 eine erfolgreiche deutsche Edgar Wallace-Verfilmung mit dem Titel „Der Würger von Schloss Blackmoor“. An diesen Erfolg sollte wohl mit dem Titel angeknüpft werden.

Fazit: Kruder Mix aus Historien- und Exploitaton-Film mit einigen Längen und für Franco-Verhältnisse relativ biederer Inszenierung. Für Franco-und Lee-Fans eh ein Muss, für alle anderen ein Film, den man sich mal ohne grosse Erwartungen anschauen kann aber nicht unbedingt muss. 4/10

geschrieben am 25.01.2014 um 15:10

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