Tunnel der lebenden Leichen

  • Informationen zum Film
  • Tunnel der lebenden Leichen

  • Originaltitel:
    Death Line / Raw Meat
    Genre:
    Horror
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    1973
    Kinostart Deutschland:
    12.03.1976
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Der Tod geht um zwischen den U-Bahn-Stops Holborn und Russell Square in London, denn dort verschwinden immer wieder Menschen. Für Inspektor Calhoun (Donald Pleasence) zunächst ein Rätsel, doch dann findet er eine Spur, die zu einer Gruppe von Arbeitern führt, die um die Jahrhundertwende beim U-Bahnbau bei einem Höhleneinsturz lebendig begraben wurden. Offensichtlich leben ihre Nachkommen immer noch unter der Erde und sie haben Hunger...

Userkritik zu Tunnel der lebenden Leichen

Seelenvampir
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Bewertung: 6/10 Punkte

Inhalt: Der Tod geht um zwischen den U-Bahn-Stops Holborn und Russell Square in London, denn dort verschwinden immer wieder Menschen für immer. Für Inspektor Calhoun zunächst ein Rätsel, doch dann findet er eine Spur, die zu einer Gruppe von Arbeitern führt, die um die Jahrhundertwende beim U-Bahnbau bei einem Höhleneinsturz für immer verschwanden. Offensichtlich leben ihre Nachkommen immer noch unter der Erde und sie haben Hunger...


Kritik: Als erstes muß man sagen, daß der Titel Tunnel der lebenden Leichen ziemlich dämlich gewählt ist. Der Film hat nichts mit Zombies zu tun, sondern nur mit einem degeneriertem Mann, der ein Nachkomme der in der Inhaltsangabe erwähnten Arbeiter ist. Dieser Mann ist Kannibale, weshalb der Originaltitel Raw Meat wesentlich passender ist.

Der Film ist eine Mischung aus britischem Krimi, Horror sogar einem Hauch Drama.
So richtig überzeugen kann zwar keines der drei Elemente, die Mischung ist aber durchaus noch sehenswert. Nein, damit meine ich nicht, daß der Film deutlich über dem Durchschnitt liegt! Gemeint ist, daß die Mischung ungewöhnlich und daher durchaus interessant ist. Wie jedoch gesagt, kann keines der Elemente überzeugen.
→ Für einen richtig guten Krimi ist die Story zu flach und die Polizeiarbeit zu oberflächlich beschrieben. Die Handlungsweise der Polizei ist sehr unglaubwürdig und unprofessionell. Gefallen hat mir allerdings die schauspielerische Leistung von Donald Pleasence, der den Inspektor Calhoun spielt.
→ Der Horroranteil ist schon etwas besser, da vor allem die düstere und bedrohliche Atmosphäre der Tunnel zu gefallen weiß. Ich hätte mir gewünscht, daß Regisseur Gary Sherman mehr aus dieser fantastischen Umgebung gemacht hätte. Es fehlen ganz einfach mehr Jagdszenen in den dunklen Tunnels, denn solche Szenen hätten dem Film viel mehr Spannung verliehen.
Wirklich derbe Kills sollte man nicht erwarten, der Streifen ist immerhin fast 40 Jahre alt (1973). Zwei oder drei interessante Szenen gibt es allerdings dann doch. Die besten Bilder sind allerdings die, in denen die angefressenen Opfer des Kannibalen zu sehen sind. Zusammen mit dem Dreck und dem Unrat im Versteck des Killers, entsteht neben der bedrohlichen, auch noch eine dreckige Atmosphäre. Die Bilder der Opfer sind für einen Film von 1973 überraschend hart, denn die Kamera hält ziemlich lange und direkt drauf. Die Maske hat bei den Leichen auch wirklich sehr gute Arbeit geleistet.
→ In gewisser Weise ist der Film auch ein Drama, in dem der Kannibale die Hauptrolle übernimmt. Das Drama entwickelt sich aus der Tatsache, daß die Gefährtin des Mannes (hochschwanger) an der Beulenpest (!) stirbt und er echte Gefühle zeigt. Er ist zwar ein gnadenloser Killer (darauf komme ich später noch zurück), zeigt aber tiefe Gefühle für seine Gefährtin. Er weint und schreit seine Trauer hinaus. Sogar eine Art Bestattungszeremonie führt er für sie durch.

Die Story ist, wie Anfangs gesagt, ziemlich flach und unglaubwürdig. Die Überlebenden des Tunneleinsturzes sollen sich über mehrere Generationen unterirdisch fortgepflanzt und durch Kannibalismus ernährt haben. Wenn es über Generationen so viele Morde (bzw. vermisste Personen) im Bereich einer U-Bahnstation gegeben hat, dann ist es relativ unwahrscheinlich, daß niemand diese Fälle untersucht hat. Desweiteren ist es nicht glaubwürdig, daß die „Unterirdischen“ nicht ans Tageslicht kommen, da sie ja scheinbar schon von Anfang an die Möglichkeit dazu hatten.
Um noch einmal auf den Killer zurückzukommen: Er ist zwar ein gnadenloser Killer, hat aber ja (Storybedingt) nie etwas anderes kennengelernt. Für ihn ist der Mensch einfach nur Jagdbeute und Nahrung. Wie man beim Tod seiner Gefährtin ja sieht, ist er ein sehr gefühlsbetonter Mensch. Er tötet also nicht aus kalter Mordlust, sondern nur weil er es nicht anders kennt.

Ach ja, es gibt übrigens einen kleinen Auftritt von Christopher Lee, der allerdings nicht bedeutungslos ist, da er etwas mit einer wichtigen Persönlichkeit zu tun hat, die ebenfalls im Tunnel verschwunden ist.


Bewertung: Dieser Film ist eher etwas für Freunde des klassischen Horrors, als für Gorehounds. Leider hat man es verpasst, die einzelnen Elemente im Film richtig auszubauen, wodurch sehr viel Potential verschenkt wurde. Beachtet man jedoch das Alter des Streifens, kann man schon ein paar positive Punkte hervorheben.
Insgesamt durchaus sehenswertes Mittelmaß.

6/10 Punkte

geschrieben am 06.08.2011 um 14:24

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