Gesichter des Todes 5

  • Informationen zum Film
  • Gesichter des Todes 5

  • Originaltitel:
    Faces of Death V
    Genre:
    Dokumentation, Horror
    Produktionsland:
    Deutschland
    Produktionsjahr:
    1995

Userkritik zu Gesichter des Todes 5

Melvin Smiley
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Bewertung: 7/10 Punkte

Der Titel "Gesichter des Todes" allein sorgt seit Jahrzehnten regelmäßig dafür, dass hiesigen Sittenwächtern und Moralaposteln die Zornesröte in's Gesicht steigt und nicht zu Unrecht gilt die Reihe als berühmt-berüchtigtes Aushängeschild des Mondo-Genres.
Nachdem Teil 1 bis 3 der Reihe eher zahme und von Fakes nur so strotzende Vertreter ihrer kontroversen Zunft waren, hat man mit Teil 4 dann komplett den Vogel abgeschossen und den Fans eine trashig-unterhaltsame Tour-de-Force des schlechten Geschmacks aufgetischt, die gar keinen Hehl mehr daraus machen konnte, mit möglichst vielen spekatkulären und offensichtlich gestellten Schauwerten unterhalten zu wollen. Die originale Filmreihe fand damit ein zwiespältig zu betrachtendes, aber immerhin reißerisches Ende.

Für den deutschen Verleger der Vorgänger war dieses vorzeitige Ableben der sich sehr gut verkaufenden Reihe allerdings nicht akzeptabel, weswegen man auf die skurrile Idee kam, sich aus einem zusammengekauften Sammelsurium verschiedenster Dokumentationen, Unfallreportagen, Polizeiberichte und ähnlicher Grausamkeiten zwei weitere, würdige Nachfolger der "Gesichter des Todes" zu basteln, in der Hoffnung, dass der Etikettenschwindel nicht auffällt und das Publikum weiterhin dankend zugreift.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und zumindest die Grundidee der Reihe setzen diese Nachzügler konsequenter um, als jeder einzelne der originalen Teile.
In Teil 5 wird, wie schon in den Vorgängern, alles mögliche an Grausamkeiten dargeboten ; seien es Aufnahmen von ermordeten Kindern, eine für den Drogenschmuggel präparierte Babyleiche mit 2kg Heroin im Inneren, die Lüftung eines Massengrabes, Erschießungen in Ländern der Dritten Welt, diverse Unfallopfer, bis hin zu einem viel zu rasch und oberflächlich abgehandelten Bericht über das Attentat auf John F. Kennedy.
Das Spektrum des Gezeigten ist groß und daher ist auch eine gewisse Abwechslung gegeben, die dafür sorgt, dass der Zuschauer innerhalb der knapp 80 Minuten Netto-Laufzeit nicht abstumpft, oder sich gar langweilt.

Viel wichtiger ist allerdings, dass wir es hier, im Vergleich zu den großspurig beworbenen, aber doch eher gezügelten Vorgängern, fast ausschließlich mit authentischem Material zu tun haben, was die Wirkung nur noch intensiviert und den fast schon klamaukigen Vorgänger mühelos in den Schatten stellt.

Der Härtegrad ist dementsprechend hoch, zumal auf eine (reißerische) Kommentierung irgendwelcher Pseudo-Experten verzichtet wird und man lediglich eine Stimme aus dem Off hört, die das Gesehene kurz darstellt, ohne sich großartig in Wertungen zu verlieren, auch wenn hin und wieder ein paar belehrende Sätze nicht ausbleiben, die aber über einen Floskel-Charakter nicht wirklich hinauskommen.

Ein weiteres gewichtiges Thema ist die musikalische Untermalung, da hier an einigen extremen Stellen eine kräftige Orgelmusik gewählt wurde, was im ersten Moment nicht nur deplatziert wirkt, sondern fast schon zum Schmunzeln einlädt.
Ob eine solche Zurschaustellung extremer und expliziter Bilder nun unbedingt noch eine dröhnende Musikunterstützung im Hintergrund benötigt, ist mehr als fragwürdig.

Dass der Film hierzulande einen eher schlechten Stand hat, dürfte angesichts des harten Inhalts kaum verwunderlich sein und die Tatsache, dass Teil 5, genau wie Teil 4 und der ebenfalls "selbstgebaute" sechste Teil in Deutschland wegen Gewaltverherrlichung beschlagnahmt ist, setzt dem Ganzen nur noch die Krone auf und trägt munter zur Legendenbildung bei.

Bei "Gesichter des Todes V" handelt es sich mit Abstand um den schonungslosesten, härtesten und realsten Teil der kultigen Mondo-Filmreihe ; auch, wenn er nicht wirklich dazugehört. Wer sich emotional einfach mal richtig runterziehen lassen will, oder ähnlich gelagerte Genre-Vertreter wie "Faces of Gore" sucht, der kann hier nicht viel falsch machen, auch wenn das Gezeigte niemals so reißerisch und exploitativ kredenzt wird, wie in Todd Tjerslands Real Gore Movies.
Dennoch kann man das Projekt "Gesichter des Todes V" als geglückt ansehen.
Ein verstörender, brutaler und kurzweiliger Selfmade-Mondo ! (6,75 / 10)

geschrieben am 09.06.2013 um 12:24

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ø Wertung: 6,3/10 | Wertungen: 3 | Kritiken: 1