Fetus

  • Informationen zum Film
  • Fetus

  • Originaltitel:
    Fetus
    Genre:
    Mystery, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2008
    Kinostart USA:
    10.10.2008
  • Inhalt
  • Inhalt:
    Traumatisiert durch die missglückte Geburt seines sehnlichst erwarteten Kindes und den Tod seiner Frau noch auf dem Operationstisch, sieht Kevin keinen Sinn mehr in seinem Leben. Als er mit Hilfe eines Buches über Totenbeschwörung versucht sein seelisches Gleichgewicht wieder in Ordnung zu bringen, entfesselt er seine ganz persönliche Hölle, die weit über die irdischen Leiden hinaus führt...

Userkritik zu Fetus

Melvin Smiley
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Bewertung: 6/10 Punkte

Wenn man (werdende) Eltern fragt, dann bekommt man sicher im einhelligen Tenor zu hören, dass die Schwangerschaft eine der schönsten Lebensphasen überhaupt ist.
Wenn man allerdings bei der Geburt sowohl Frau, als auch Kind verliert, dann kann man sich sicher auch als Außenstehender denken, dass diese Erfahrung nicht ganz so schön ist.

Und genau dieses Szenario nutzt Regisseur und Hauptdarsteller Brian Paulin als Ausgangssituation seines 2008 entstandenen Independent-Hits "Fetus", der innerhalb kürzester Zeit Fanmassen auf der ganzen Welt begeistern und schockieren konnte.

Nicht zuletzt durch die bundesweite Beschlagnahme wegen Gewaltverherrlichung auch hierzulande gehörig gehyped, fragt man sich natürlich, ob eine solch heikle Thematik wirklich geeignet ist, um in einem Film die Splatter-Fanatics bei Laune zu halten und sie nicht gänzlich zu vergraueln.

Auf das Ergebnis wird man bereits im Vorspann eingestimmt, da hier schon von einem "Gore Film by Brian Paulin" die Rede ist. Und der Mann hält, was er verspricht.

Der Film beginnt allerdings nicht als stumpfe Gore-Granate ohne Sinn und Verstand, sondern startet eher ruhig, wenn auch recht dramatisch mit der fatalen Fehlgeburt.
Im Verlauf der Handlung werden nun immer wieder Flashbacks benutzt, um die Tragik um das einst so glückliche Paar zu vertiefen, was auch relativ gut gelingt, da schauspielerisch keine Totalausfälle zu vermelden sind und der Film sich auch ernst genug nimmt, um dem Ganzen einen bitteren und traurigen Beigeschmack zu verleihen.

Technisch kann man ebenfalls nur sagen, dass hier im Rahmen der Möglichkeiten alles gegeben wurde und dass der Film teurer aussieht, als er vermutlich war.
Angenehm ist ebenfalls, dass man größtenteils darauf verzichtet hat, das Gezeigte mit Death Metal- und Grindcore-Gegröhle zu unterlegen, was ggf. dem einen oder anderen Genre-Fan sauer aufstoßen mag, viele andere aber sicher davor bewahrt hat, aus den Ohren zu bluten.

Da man sich allerdings einen solchen Film eher weniger aufgrund schauspielerischer Leistungen, oder ausgefeilter Handlung ansieht, sondern eher, um sich vom Gezeigten Splatter- und Gore-Level umhauen zu lassen, liegt hier natürlich die wesentliche Essenz von "Fetus".
Und man kann wirklich nur sagen, dass Paulin, der nebenbei auch noch für die Effekte zuständig war, hier keine halben Sachen vom Stapel gelassen hat.
Spätestens, wenn unser trauernder Vater anfängt, Menschen zu opfern, um Frau und Kind durch okkulte Mächte wieder in's Leben zu verfrachten, dann wird hier so dermaßen die Gore-Keule geschwungen, dass es einem die Fußnägel hochklappt.
Hier werden keine Gefangenen gemacht und es wird auch entgegen jeder Ethik und Moral darauf verzichtet Halt vor Frauen und Kleinkindern zu machen.
Im Rahmen der immer konfuser und surrealer werdenden Handlung wird alles getötet, ausgeweidet, enthauptet, zertrümmert, amputiert, gehäutet, usw., was nicht bei drei auf den Bäumen ist und die Kamera hält von Anfang bis Ende erbarmunglos drauf.
Was anfangs noch hart und atmosphärisch daherkommt, verkommt allerdings im Laufe der immer konfuser werdenden Handlung immer mehr zum sinnlos-scheinenden Splatter-Nonsens.

Und hier liegt dann auch der Hund begraben : der Film macht es sich viel zu einfach, enthält sich eines gesunden Realismus und spätestens am Ende steht/liegt/sitzt man nur noch kopfkratzend da und fragt sich, welchen Zweck das ganze Gore-Getöse und der Teufelskram nun eigentlich erfüllen soll.
Dass der eigentliche Plan des Hauptdarstellers im Finale natürlich gründlich schiefgeht und der Film in einem einzigen großen Blutbad endet, weiß man ohnehin schon, bevor man die DvD in den Player geschleudert hat.

"Fetus" ist einfach zu konfus, alsdass man ihn wirklich ernstnehmen kann und speziell im letzten Drittel des Filmes hat man, obgleich einige Ideen wirklich ihren Reiz haben und der Film mit knapp 70 Minuten Netto-Laufzeit zu keiner Sekunde langweilt, das Gefühl, dass es nur noch um das Kredenzen möglichst fieser und derber Tabubrüche geht.

Ganz rund wirkt Paulins Gore-Fetzer daher am Ende nicht, aber man kann ebenso wenig verleugnen, dass eine ganze Menge Mühe und Herzblut in diesem Projekt steckt und dass man sich hier, im Gegensatz zu vielen Genre-Kollegen auch Gedanken um ein einigermaßen vernünftiges Konzept gemacht hat.
Wem jedenfalls "Inside" noch zu lasch war und wer schon mit Olaf Ittenbachs ersten drei Filmen mehr als warm geworden ist, der dürfte an "Fetus trotz aller kleinen und größeren Macken durchaus seine Freude haben.
Schwangere und/oder sensible Eltern(teile) sollten allerdings die Finger von diesem bitterbösen Amateur-Bastard lassen, da hier definitiv Grenzen überschritten werden. Wer jedoch einen ultra-derben Splatter-Streifen ohne Ironie und/oder Humor sucht, der wird hier auf alle Fälle mehr als fündig ; sollte aber gleichzeitig auch kein Meisterwerk erwarten.

(6,25/10)

geschrieben am 03.06.2013 um 06:34

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ø Wertung: 6,8/10 | Wertungen: 6 | Kritiken: 2